China
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Chinas Norden kommt nicht zur Ruhe

Über 50 Tote bei Unruhen in Xinjiang 



Chinese police seal off the road leading to the Urumqi Intermediate People's court as the trial of Ilham Tohti, a former economics professor at a university in Beijing, begins in Urumqi, west China's Xinjiang region on September 17, 2014. Chinese authorities imposed tight security in Urumqi Wednesday for the separatism trial of a prominent scholar from the mostly-Muslim Uighur minority, as critics warned the prosecution will worsen tensions in violence-wracked Xinjiang.  AFP PHOTO / GOH CHAI HIN

Chinesische Polizeibeamte in Xinjiang – die Polizeipräsenz in der nördlichen Provinz wurde massiv erhöht (Bild vom 17. September). Bild: AFP

Die Zahl der Toten bei neuen blutigen Auseinandersetzungen in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina ist auf 50 gestiegen. Nach einer Serie von mindestens vier Explosionen wurden 40 «Aufrührer» getötet, wie die amtliche lokale Webseite Tianshan am Freitag berichtete.

Die Polizei habe «Randalierer» erschossen. Einige hätten sich auch selbst in die Luft gesprengt. Es habe sich um einen «organisierten und ernsten Terroranschlag» gehandelt. Auch seien sechs Zivilisten, zwei Polizeibeamte und zwei Hilfspolizisten ums Leben gekommen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Bisher war nur von zwei Toten die Rede gewesen.

Der US-Sender Radio Free Asia berichtete, eine Ausgangssperre sei zunächst in den betroffenen Gebieten verhängt worden. Augenzeugen berichteten demnach von Angriffen auf Polizeistationen. Auch seien Polizeiautos und eine Tankstelle in Flammen aufgegangen.

Hier ereigneten sich die jüngsten Konflikte: Luntai in der Provinz Xinjiang. google maps

Umstrittene Umsiedlung

Ein Augenzeuge berichtete, bei den Aufrührern habe es sich vermutlich um Uiguren gehandelt, die wegen ausgedehnter Zwangsumsiedlungen verärgert gewesen seien, mit denen Platz für den Zustrom von Chinesen gemacht werden sollte.

In der Region in Nordwestchina kommt es seit Monaten zu Unruhen und blutigen Zusammenstössen zwischen Angehörigen der uigurischen Minderheit und chinesischen Sicherheitskräften. Wegen der Spannungen zwischen dem muslimischen Turkvolk und den herrschenden Chinesen ist Xinjiang schon lange ein Konfliktherd. 

Philip Wen, China-Korrespondent des «Sidney Morning Herald»

Die Militarisierung Xinjiangs ist unübersehbar: Paramilitärische Einheiten in einer Schule in Urumqi.  twitter/philip wen

Die muslimischen Uiguren fühlen sich politisch, wirtschaftlich und kulturell unterdrückt. Peking wirft Uiguren wiederum Separatismus und Terrorismus vor.

Nach einer Serie von blutigen Anschlägen im Frühjahr haben die Sicherheitsbehörden eine Anti-Terror-Kampagne gestartet und greifen hart durch. Wie Xinhua meldete, ereigneten sich die Explosionen vor einem Geschäft, auf einem Markt und vor zwei Polizeistationen. Auch seien 54 Menschen, darunter 32 Uiguren, verletzt worden. Der US-Radiosender RFA sprach unter Berufung auf örtliche Quellen von rund 100 Verletzten. Das Spital sei überfüllt. (sda/dpa)

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