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Sieht man gerne: Friedliche Fussballfans, die durch die Berner Gassen ziehen. Warum die Masken? Es war halt schaurig kalt.Bild: KEYSTONE
Der Enthüller

Keine Vermummten, keine Gewalt, keine Krawalle, Fanmarsch ein voller Erfolg

22.04.2014, 10:3322.04.2014, 14:42
Claudio Gagliardi
Claudio Gagliardi
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Bern (den). Wer hätte das gedacht. Gestern ging der Cupfinal über die Bühne, ohne dass es im Vorfeld zu Zusammenstössen zwischen Fans und Polizei kam. Die beiden FCZ- und FCB-Fangruppen hielten sich an die vereinbarte Marschroute durch die Berner Altstadt und auch die befürchteten Sachbeschädigungen blieben aus.

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause ist entzückt. «Da haben uns die Fussballfans aber eines besseren belehrt. Wir sind doch tatsächlich davon ausgegangen, dass eine randalierende Meute durch Bern zieht und dabei alles kurz und klein schlägt», so Nause. «Dass keine einzige Scheibe zu Bruch ging, keine Pyros in Mitten einer Menschenmenge gezündet wurden und die Polizei kein Tränengas einsetzen musste, zeigt, wie sich die Fanarbeit der beiden Clubs ausbezahlt hat.» Nause freut sich schon auf nächstes Jahr, wenn seine Stadt wieder den Cupfinal austragen darf. «Bei dieser friedlichen Stimmung könnte man von mir aus jedes Wochenende Cupfinal in Bern feiern. Da hätten sicher auch die Berner Steuerzahler nichts dagegen.»

Clubs zufrieden mit ihren Anhängern

Nicht nur in der Berner Innenstadt, auch vor dem Stadion haben sich die Fans äusserst zurückhaltend und höflich verhalten. Dementsprechend happy sind die Verantwortlichen der beiden Final-Mannschaften. «Dass es in der Schweiz keine friedlicheren Fans als die des FC Zürichs gibt, ist ja längstens bekannt», sagt FCZ-Präsident Ancillo Canepa. «Nun haben wir es auch den Medien gezeigt, die sonst keine Chance auslassen, unsere Fans als dümmliche Hooligans zu beschimpfen.»

Der Basler Präsident Bernhard Heusler nimmt nun die grossen Medienhäuser in die Pflicht. «Im Vorfeld wurden unsere Fans von allen Seiten durch den Dreck gezogen. Die Medien haben sich nach der Bagatelle in der Europa-League auf unsere Fans eingeschossen, was total unfair war. Auch die Polizei provoziert unsere Fans bei jeder Gelegenheit. Das geht doch nicht», so ein aufgebrachter Heusler. Er fordert nun eine Entschuldigung von Polizei und Medien für den Imageverlust, der seinem Club und den Fans entstanden ist.

Der Enthüller
Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.



www.der-enthüller.ch

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Köpferollen beim IS: Kämpfer töten eigenen Kommandeur – er entsorgte Altpapier in Papiertaschen

Mossul (den). Eine weitere Woche, eine weitere Geschichte über das unbarmherzige Regime des Islamischen Staates. Am Wochenende haben IS-Kämpfer in der nordirakischen Stadt Mossul einen ihrer Kommandeure auf einem Platz im Zentrum der Stadt hingerichtet. «Hauptmann Al-Funani hat es gewagt, am letzten Freitag sein Altpapier in Papiertragtaschen zu entsorgen», sagt der Kämpfer Faisal Fajula, der den Hauptmann nach dessen Verbrechen verhört hat. «Al-Funani hat mir versichert, dass er keine Schnur zu Hause gehabt hätte. Deshalb habe er ein paar alte Aldi-Tragtaschen mit dem Altpapier gefüllt und diese vor sein Haus gestellt.»

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