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epa04421429 Jeff Bezos, Founder and Chief Executive Officer of Amazon.com, waves for a photograph in Bangalore, India, 28 September 2014. Bezos is promoting Amazon's investment in kitty for India.  Amazon, the world's biggest online retailer, announced in July 2014 that it will invest an additional 2 billion dollars to expand in India, where competition is heating up. The move came a day after Flipkart, India's largest online retailer, announced that it had raised a record 1 billion dollars, the most ever by an Indian internet company in a single round.  EPA/JAGADEESH NV

Amazon-Chef Jeff Bezos treibt seine Angestellten so gnadenlos an wie früher Steve Jobs bei Apple. Bild: EPA/EPA

«Wir sind die neuen Leibeigenen und Jeff Bezos ist der neue König»

Eigentlich sollen neue Technologien wie künstliche Intelligenz und Big Data Unternehmen helfen, produktiver zu werden. Bei Amazon setzt man die digitalen Waffen gegen die eigenen Mitarbeiter ein. 



Lange Arbeitszeiten, Intrigen und Diskriminierung sind bei vielen Firmen an der Tagesordnung. Ob Banker bei Goldman Sachs, Manager bei Tesla oder Apple-Store-Mitarbeiter, die Arbeitsbedingungen sind oft grenzwertig. Jeff Bezos' umstrittener Tech-Konzern scheint es aber auf die Spitze zu treiben: Der Online-Warenhaus-Gigant nutzt modernste Datenanalyse und künstliche Intelligenz nicht nur zur Optimierung der eigenen Produkte, sondern auch zur gezielten Überwachung der Mitarbeiter. 

Jeff Bezos ist ein Datenfreak. Alles und jedes wird gemessen: die Leistung, die Pinkelpausen. Algorithmen entscheiden über Lohn, Beförderung – oder Entlassung.

Am Montag deckten Recherchen der britischen Zeitung «The Guardian» mehrere neue Vorfälle auf, bei denen Amazon-Mitarbeiter nach Arbeitsunfällen in Logistikzentren arbeitsunfähig oder gar obdachlos wurden. Die Arbeitsunfälle wären laut Bericht vermeidbar gewesen. Der Online-Gigant kümmere sich zu wenig um verunfallte Angestellte, so die Kritik. In vielen Fällen müssten sich verunfallte Mitarbeiter an die Temporärbüros wenden, die sie angestellt haben, wodurch die Verantwortung auf einen Dritten verlagert wird. So wird es für die Arbeitnehmer schwieriger, eine angemessene Behandlung und Entschädigung zu erhalten.

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Vickie Shannon Allen lebt derzeit aus ihrem Auto auf dem Parkplatz eines Amazon-Logistikzentrums in den USA. Nach einem Arbeitsunfall wurde sie von Amazon fallen gelassen. Video: YouTube/Shannon Allen

Die Lagerhäuser von Amazon stehen auf der Liste «Das dreckige Dutzend», einer Aufstellung der gefährlichsten Arbeitsplätze in den USA, die von einer US-Organisation für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz herausgegeben wird. Auf der Liste figurieren auch die Autowerke von Tesla.

Ehemalige Amazon-Mitarbeiter erzählen, wie es wirklich ist, unter Jeff Bezos – reichster Mann auf dem Planeten und «schlechtester Chef der Welt» – zu arbeiten:

«So ist es wirklich, für Amazon zu arbeiten.»

Die Videos sind Teil einer politischen Kampagne des parteilosen US-Senators Bernie Sanders zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Konzernen wie Amazon, Disney, McDonald’s oder Walmart.

«Jeff Bezos, Amazon-Chef, sagt, er sei ‹sehr stolz› auf die Arbeitsbedingungen bei Amazon. Vielleicht sollte er sich die Geschichte dieser ehemaligen Amazon-Arbeiterin anhören, die, nachdem sie sich bei der Arbeit den Fuss gebrochen hatte, aufgefordert wurde, ein Schmerzmittel zu nehmen und ihre Schicht zu Ende zu führen oder unbezahlt nach Hause zu gehen.»

«Amazon hat gerade angekündigt, dass sie im letzten Quartal 2,5 Milliarden Dollar Gewinn erzielt haben. Warum weigert sich Jeff Bezos immer noch, seine Arbeiter mit Respekt und Würde zu behandeln?»

«Dieser ehemalige Amazon-Manager erlitt einen kleinen Schlaganfall, nachdem er kontinuierlich 16-Stunden-Tage geleistet hatte – manchmal zwei Wochen lang ohne Pause. Sowas sollte im reichsten Land der Weltgeschichte nicht passieren.»

Wo immer sich Bezos blicken lässt, demonstrieren die Gewerkschaften. Die Kritik perlt an ihm ab: «Ich bin stolz auf unsere Arbeitsbedingungen», lautet seine Standardantwort seit Jahren.

epa06689673 A protester wears a Jeff Bezos mask as he joins a protest against the working conditions at Amazon near the Axel Springer Verlag building in Berlin, Germany, 24 April 2018. Amazon CEO Jeff Bezos, who also owns US newspaper 'The Washington Post', receives the Axel Springer Award in Berlin the same evening. Axel Springer SE is one of the largest digital publishing houses in Europe and owner of numerous multimedia news brands.  EPA/ALEXANDER BECHER

Bezos ist berüchtigt für Sätze wie: «Sind Sie faul oder nur inkompetent?» Bild: EPA/EPA

Bereits 2015 enthüllte eine Reportage der «New York Times» die brutale Arbeitskultur bei Amazon. So erzählt der ehemalige Amazon-Manager Bo Olson: «Du verlässt einen Konferenzraum und siehst, wie erwachsene Männer ihre Hände vor das Gesicht halten. Fast jede Person, mit der ich zusammengearbeitet habe, habe ich mindestens einmal am Pult weinen sehen.»

Laut Zeitungsbericht werden Mitarbeiter angehalten, sich gegenseitig hart zu kritisieren, bis hin zur Demontage. Jedes Jahr werden diejenigen gefeuert, die am meisten Verzeigungen von anderen erhalten haben. 

Amazon hat allein im letzten Jahr über 130'000 Arbeitsplätze geschaffen und beschäftigt heute weltweit über 560'000 Menschen. Gleichzeitig hat Amazon den Gewinn verzwölffacht. Bezos ist nun der reichste Mensch der Welt und seine Firma ist drauf und dran, Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt abzulösen. 

Was bleiben wird, ist Bezos Firmenkultur – zumindest bis er sein Arbeitsheer durch Roboter, sprich automatisierte Verteilzentren, ersetzen kann. 

Update:

Amazon schreibt:

«Die Vorwürfe zeichnen kein wahrheitsgetreues Bild der Arbeit bei Amazon. Wir sind stolz auf unsere Sicherheitsstandards und tausende Mitarbeiter, die jeden Tag daran arbeiten, sie zu verbessern. Amazon hat allein im letzten Jahr 130.000 Arbeitsplätze geschaffen und beschäftigt weltweit nun über 560.000 Menschen. Unsere Priorität ist es, für alle Mitarbeiter sichere Arbeitsbedingungen zu bieten. Wir fordern jeden dazu auf, sich selbst ein Bild zu machen und ein Logistikzentrum zu besuchen. Eine Anmeldung ist unter www.de.amazonfctours.com möglich.»

80 Rappen inklusive Versand für ein Ladekabel aus China

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Video: watson/Lya Saxer

So mies können die Bewertungen bei Amazon und Tripadvisor sein

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    Alle Leser-Kommentare
  • bruno.zehr 01.08.2018 08:17
    Highlight Highlight Wer soviel Geld besitzt und erwirtschaftet, seine Angestellten aber nachweisbar so schlecht behandelt, gehört ganz einfach vor Gericht gestellt.
  • kuwi 01.08.2018 07:19
    Highlight Highlight Hauptsache der Boss macht Kohle. Wer die Alternative hat, arbeitet für jemand anderen.
  • James McNew 01.08.2018 00:38
    Highlight Highlight Individuelle Konsumentscheidungen helfen nichts gegen einen internationalen Milliarden-Konzern. Auf jeden Boykottierer heute kommen morgen hundert Neu-Kunden. Investiert eure Empörung und Energie lieber in eine Politik, die solchem Gebahren Einhalt gebietet (dann dürft ihr sogar weiter bei Amazon bestellen, wei eben: ändert nix, sorry.)
  • karl_e 01.08.2018 00:05
    Highlight Highlight Nach der Implosion des Sowjetkommunismus fühlte sich das neoliberale Gesindel als der grosse Sieger der Geschichte. Nun konnte es das kaufmännische Prinzip wieder voll ausleben: Mit möglichst kleinem Aufwand (Lohnkosten!) einen möglichst grossen Gewinn erzielen. Man musste sich nicht mehr vor dem grauslichen Gespenst des Kommunismus fürchten. Die Sozialdemokraten wandten sich von den letzten Ueberbleibseln des Sozialismus ab und gingen völlig handzahm in den selbstgewählten Untergang. Das geprellte Volk aber wendet sich anderen Heilsbringern zu, die man 1945 überwunden glaubte.
  • Leider Geil 31.07.2018 23:31
    Highlight Highlight Und wieder mal herzig wie viele darüber kommentieren ob und überhaupt bei solchen Anbietern konsumiert werden sollte. Es scheint mir, die Mehrheit tue dies bereits, andererseits macht Amazon beispielsweise schon mehr Umsatz mit anderen Dienstleistungen wie Onlinehandel: Ganze Unternehmen schaffen ihre Hardware und dazugehörige Infrastruktur sowie Arbeitsplätze ab und verlagern diese z.B. in die Cloud von Amazon, Microsoft und Konsortium. Das Geld fliesst irgendwohin wo es sich konzentriert und selbstverständlich am Fiskus vorbei. Das wird noch heiter werden.
  • Rolf Meyer 31.07.2018 23:07
    Highlight Highlight Amazon mit Apple zu vergleichen finde ich nicht angebracht. Apple ist in der Branche führend in Bezug auf Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen.
    • karl_e 01.08.2018 09:49
      Highlight Highlight War da nicht mal was mit den Arbeitsbedingungen und Selbstmorden in chinesischen Sweatshops wie z.B. Foxconn?
  • El diablo 31.07.2018 22:29
    Highlight Highlight Ich bin schon immer Google Jünger. Nutze fast alle Produkte von ihnen. Jetzt wollte ich fragen, weil ich zu faul bin um nachzuschauen, ob Google ähnlichen Dreck am Stecken hat, oder ob die relativ Clean von Skandalen sind. Gehört habe ich noch nie etwas.
    • PeterGotBirthday 01.08.2018 03:14
      Highlight Highlight Nein bei google werde nur die oberen 5% eingestellt. Diese sind zu intelligent für solche spässe. Auch setzt google aktuel auf erfindung und nicht wie amazon auf masse... Qualitat gegen quantität.
    • El diablo 01.08.2018 13:41
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass sie nichts gemacht haben, deswegen frage ich. Mir ist nichts bekannt. Wenn nämlich wirklich ähnliches da vorgehen würde, würde ich mich vom Konzern logischerweise lösen, soweit möglich. Ich nutze zum Glück noch keine Amazon Produkte.
  • pun 31.07.2018 22:02
    Highlight Highlight Hier drin ist der meistgenannte Tipp: "Dann kauft halt nicht bei amazon" und andere feiern sich sogar als Helden, weil sie es nicht tun. Euer passiver Wohlstandsprotest wird gar nichts an den Lebensbedingungen der betroffenen MitarbeiterInnen verändern. Was es braucht sind globale Arbeitsrechte und starke Gewerkschaften, um solchen Verbrechern wie Bezos das Handwerk zu legen.
  • Sarkasmusdetektor 31.07.2018 21:21
    Highlight Highlight Natürlich ist Bezos stolz auf diese Arbeitsbedingungen. Stolz, damit ungestraft durchzukommen und dass ihm nicht längst alle brauchbaren Mitarbeiter davongelaufen sind.
  • Thurgauo 31.07.2018 21:05
    Highlight Highlight Ich kaufe schon länger nichts mehr bei Amazon. Ich will nicht behaupten, dass die Bedingungen überall besser sind. Aber dieser Typ ist mir dermassen unsympathisch!
  • Beat Galli 31.07.2018 20:32
    Highlight Highlight Kein schlechtes Gewissen.
    Nicht ein einziges Mal bewusst etwas von Amazon oder Schwesterfirmen gekauft.
    Aber es wird immer schwieriger.
    • Roadrunn_er 31.07.2018 21:51
      Highlight Highlight Leider wird’s immer schwieriger um Amazon einen Bogen zu machen😒. Aber sobald du Dropbox, Google Photos, Google Drive, einen Virenscanner nutzt, bringst du Amazon schon indirekt 💰. Blöderweise sind die Amazon Cloud Angebote in sovielen anderen Cloud Produkten extrem verbreitet dass du fast nicht vorbei kommst.. leider😑
  • Ivo Zen 31.07.2018 20:12
    Highlight Highlight Man weiss es schon seit Jahren, wie es um die Arbeitsbedingungen bei Amazon steht. Konsumzwang, Geiz und Gleichgültigkeit scheinen aber stärker zu sein als die Fähigkeit zum Verzicht.
  • Schwester Miriam Godwinson 31.07.2018 19:43
    Highlight Highlight Die Dystopien verschiedensten Autoren, von Philipp K. Dick über Kim Stanley Robinson bis zu Ian M. Banks , bei denen Multinationale-Konzerne die "Weltherrschaft" übernehmen werden zur Wirklichkeit. Gleichzeitig tun alle so, als wäre dies nicht voraussehbar gewesen und völlig überraschend.
    • Sebastian Wendelspiess 31.07.2018 23:19
      Highlight Highlight Sogar die ETH hat dazu eine Studie gebracht. 148 Komzerne kontrollieren 50% der Weltwirtschaft.
  • Devilduck 31.07.2018 19:41
    Highlight Highlight Genau das sind die Jobs, die unter Trumps Jobwunder geschaffen werden. Ein Gehalt reicht längst nicht mehr, um sich selber, geschweige denn eine Familie zu ernähren. Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert. Genau so entsteht dann perverser Reichtum und letztlich blutige Revolutionen. Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich!
  • Mova 31.07.2018 19:32
    Highlight Highlight Bei Apple und Alphabet ist es hopp zu arbeiten. Amazon scheint das Erfolgsmodell nicht zu beherzigen. Nicht nur zufriedene Kunden, auch MAs sind wichtig für die Wertschöpfung. Es wird sich rächen. Amazon hat noch viele Konkurrenten, Wish, AliExpress/Alibaba. Koreaner und Inder kommen bald auch, es wird heiss.
    • Paddiesli 01.08.2018 15:32
      Highlight Highlight Diese Konkurrenten wirtschaften aber nach demselben Geschäftsmodell. Das wird die Lage noch weiter verschärfen. Denkst, Ali-irgendwas bieten bessere Arbeits- oder Umweltbedingungen?
      Wohl kaum.
  • D(r)ummer 31.07.2018 19:21
    Highlight Highlight Nicht bei Amazon bestellen ist zu einfach finde ich.

    Bezos' Netzwerk ist zu gross (sehr viele Firmen nutzen seine Cloud-Services).

    Zumindest hält die Kritik daran an...

    • Sebastian Wendelspiess 31.07.2018 23:20
      Highlight Highlight Richtih, man müsste auch die Washington Post boykottieren.
  • saja 31.07.2018 19:17
    Highlight Highlight Amazon ist ein extremer Auswuchs, aber seien wir ehrlich, die meisten Produzenten und Verteiler haben massiv Dreck am Stecken und beuten Mensch und Umwelt aus.
    Es braucht einen Wertewandel; gesamtgesellschaftlich. Weg von fast und billig, hin zu fair und nachhaltig. Für uns, für unsere Kinder, für die Umwelt.
  • derEchteElch 31.07.2018 19:13
    Highlight Highlight Ich habe noch nie bei Amazon bestellt oder Amazon-Dienstleistungen in Anspruch genommen. Genau aus dem Grund. Eigentlich bin ich gerade etwa stolz auf mich
    • Firefly 31.07.2018 21:22
      Highlight Highlight Bist du dir da ganz sicher?
    • Pbel 31.07.2018 23:38
      Highlight Highlight Naja. Glaub ich nicht. Extrem viel IT Infrastruktur läuft bei Amazon... Fast unmöglich falls man das Internet nutzt darum herum zu kommen.
    • niklausb 31.07.2018 23:47
      Highlight Highlight Dito
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Rückbauer 31.07.2018 19:10
    Highlight Highlight Ja, Erinnerungen an die Zukunft: Der Feudalismus des Mittelalters. Die gesellschaftlichen Strukturen, welche uns soviel Wohlstand gebracht haben, ändern sich drastisch. Augenfällig wurde das in der Finanzindustrie, bei den Banken, mit der unsäglichen "Bonus-(Un)Kultur". Aus der Larve des Neokapitalismus (Maggie/TINA/Ronald) schlüpft der Schmetterling des Feudalismus. Eigentlich logisch, diese Entwicklung.
  • swisskiss 31.07.2018 19:07
    Highlight Highlight Bezos ist doch nur das menschgewordene Symbol des globalen Handels multinationaler Konzerne. Man sollte sich doch nicht täuschen lassen, dass der Einsatz neuster Technologien NICHT der eigentliche Grund tieferer Preise ist, sondern die systematische Ausbeutung der Arbeitskaft von Produktion über Logistik bis Verkauf.

    Dazu noch die erzielten Gewinne den einzelnen Länder entziehen, in Briefkastenfirmen in Steueroasen parkieren und die Kosten für die "Kollateralschäden an den humanen Ressourcen" den Staaten überlassen. So funktionieren Amazon, uber und co! Ausbeutung 2.0
    • FrancoL 31.07.2018 20:25
      Highlight Highlight Ja das ist richtig, aber wie alles was funktioniert muss es einen Grund dafür geben und das ist unser Konsumverhalten. Ich habe noch nie bei Amazone eingekauft und gönne mir doch einiges zu vernünftigen Preisen und stütze damit mein Umfeld, das Unfeld das mir wiederum einen guten Verdienst ermöglicht. Klar ich könne einiges sparen aber es könnte dann auch sein dass man übermorgen mich einspart.
    • swisskiss 31.07.2018 21:19
      Highlight Highlight FrancoL: Natürlich ist schlussendlich der Konsument verantwortlich für den Erfolg solcher Firmen.

      Es geht mir auch um den grösseren Zusammenhang.

      Darum fokussiere ich meine Kritik nicht auf amazon, oder unser Konsumverhalten, sondern auf das System, das solches Handeln zulässt und die Firmen die dieses System bis zur Perversion ausnutzen.

      Wieso sollte ich Bezos kritisieren, der nur von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen ausnutzt? Wer gibt denn solchen Firmen die Mölichkeit so zu handeln? Mal die Politik in die Verantwortung nehmen!
    • FrancoL 01.08.2018 10:08
      Highlight Highlight @swisskiss; Eigenartig dass Du die Politik ins Spiel bringst und somit den Konsumenten schützen magst.
      Ist die Politik denn nicht auch der Konsument? Ich habe noch nie die Politik angetroffen und deren Verhalten studieren können.
      Was ich Abers ehr wohl negeroffen habe sind Bürger die keine Gesetze zur Eindämmung der Missstände wollen.
      Für mich sind die Konsumenten gleich doppelt schuld, 1 x als Bürger und Wähler, 1 x als Konsumenten.
      Zudem wer wie Bezos alles ausnutzt um Erfolg zu haben, den kann man gut umgehen oder ächten. Es ist in unserer Hand Missstände einzudämmen.
  • Sloping 31.07.2018 18:52
    Highlight Highlight Noch vor einigen Jahren dachte man, dass die Verlierer der Globalisierung in den Drittweltländern beheimatet sind. Heute muss man diese Aussage relativieren. Vor unseren Haustüren gibt es solche. Wer keine entsprechende Ausbildung hat und/oder aus gesundheitlichen Gründen einen Job in einem Verteilzentrum eines aggressiven Onlinehändlers (Amazon, Zalando etc.) annehmen muss, gehört ebenfalls zu den Globalisierungsverlierern. Das sind Zustände wie zu Zeiten der Industriellen Revolution.
  • Paddiesli 31.07.2018 18:48
    Highlight Highlight Checkliste für mich:
    Brauche ich "dieses Ding" wirklich?
    Wenn ja, wo kriege ich es her?
    Kann ich das Geschäftsmodell und -Ethik des Händlers/Produzenten vertreten und noch selbst in den Spiegel schauen können?

    Das ist universell einsetzbar.
  • Raphael Stein 31.07.2018 18:38
    Highlight Highlight Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.
  • loquito 31.07.2018 18:32
    Highlight Highlight Und mein Umfeld hat mor immer gesagt ich solle nicht bei Alibaba bestellen, wegen den Arbeitsbedingungen, sondern besser bei Amazon... Soviel dazu...
    • saja 31.07.2018 20:24
      Highlight Highlight @dein Umfeld ist schlecht informiert. Das sind hier nicht die ersten Schilderungen prekärer Bedingungen bei Amazon. Es sollte öfters darüber berichtet werden,dass es auch noch der hinterste und letzte mitkriegt. 1000e Trumpartikel liegen ja auch drin.
    • FrancoL 31.07.2018 20:26
      Highlight Highlight Mann bei beiden nicht! Uebermorgen kann auch Dein AP wegrationalisiert werden.
    • KXXY 31.07.2018 23:15
      Highlight Highlight Ich bestelle nie bei Amazon. Und nein, mein Arbeitsplatz kann nicht wegrationalisiert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 31.07.2018 18:25
    Highlight Highlight Geiz ist Geil, also bestellen viele bei Amazon, Whish und Ali. Dann wird gewundert, dass die 'Erfinder' dieser Onlineverkäufe reich werden. Die Masse machts. Und jetzt nieder mit den geizigen Reichen. Sind die Bestellenden nicht ein ganz klein wenig selbst schuld?
    • FrancoL 31.07.2018 19:33
      Highlight Highlight "ganz klein wenig"?
      Sie tragen eine grosse Mitschuld!
  • Sebastian Wendelspiess 31.07.2018 18:19
    Highlight Highlight Einfach nur krank...
  • Mutzli 31.07.2018 18:16
    Highlight Highlight Gab auch einen weltweiten Streikaufruf zum Prime-Day, bei dem die Angestellten die Kundschaft gebeten haben, doch bitte auf Bestellungen bei Amazon zu verzichten. War ein bisschen schade, dass es hier eigentlich nicht in den Medien kam. Auch Watson hat, glaube ich, leider nichts dazu gebracht.

    Link zu Artikel-> https://www.vox.com/2018/7/16/17577614/amazon-prime-day-strike-boycotts
  • Vladimir Putin 31.07.2018 18:14
    Highlight Highlight Naja hat ja seinen Grund, dass der Typ so reich ist. Echt unter aller Sau sowas.
  • Alles Schwachsinn 31.07.2018 18:10
    Highlight Highlight Wenn ihr nicht bestellen würdet, wäre das nicht der Zustand. Leider seht ihr das nicht ein, bis es euch auch trifft. Das ist leider die moderne Gesellschafft. Lieber lokal und regional Einkaufen, da wo man arbeitet, da es auch mich treffen könnte.
  • Paddiesli 31.07.2018 18:04
    Highlight Highlight Da gehören auch die Waltons (Walmart) dazu, eine der reichsten Familien der USA, verursachen aber die grössten Sozialkosten, weil niemand von dem mickrigen Lohn leben kann und zusätzliche Sozialhilfe benötigt.
    • loquito 31.07.2018 18:28
      Highlight Highlight Warum blitzen die Leute? Ist so und eine Schande!
    • Paddiesli 31.07.2018 20:38
      Highlight Highlight @Ioquito
      Das kann ich echt auch nicht verstehen. Das ist ja ein Fakt. Harte Zahlen, über die Verursacher der US-Sozialkosten. Mehr nicht.
      Danke, dass du fragst. Vielleicht traut sich ja jemand eine Antwort zu seinem Blitz.
      @Blitzer, mit Bitte um Erklärung.
    • loquito 01.08.2018 11:52
      Highlight Highlight Nö, die Blitzer können wohl nicht schreiben...
  • N. Y. P. D. 31.07.2018 17:54
    Highlight Highlight Vor einem Monat noch, dachte ich, dieser Jeff Bezos ist ein geiler Siech.

    Mit Amazon hat er sich ein Imperium aufgebaut. Über 100 Milliarden Vermögen hat er sich mit harter Arbeit verdient.

    Und jetzt ? Nach diversen Berichten über seine Mitarbeiter :

    Er kümmert sich einen Dreck um seine Mitarbeiter. Wer nicht mehr 100% zu leisten vermag, wird brutal aussortiert. Die Schlechtesten werden laufend aussortiert. So wird es immer schlimmer für alle.

    Ja Leute, das ist die Zukunft.

    Damit dieses A.........h Milliarden anhäufen kann, hat er die Sklaverei wieder eingeführt..
    • Armend Shala 31.07.2018 18:08
      Highlight Highlight Kein Milliardär wird reich aufgrund eigener „harter“ Arbeit, sorry aber du bist schon ein wenig naiv so etwas zu glauben. Solch ein Reichtum basiert immer aufgrund der Arbeit von anderen. Aufgrund des Konsums anderer. Wer so hoch oben ist, der hat alle anderen unter sich gef*ckt. Und ich bin der letzte den man Kommunist nennen kann, aber das ist einfach die Realität.
    • Paddiesli 31.07.2018 18:16
      Highlight Highlight @N.Y.P.
      Ich mag eigentlich deine Kommentare, aber wenn du gedacht hast, irgendjemand könne in einer derart kurzen Zeit auf redliche, menschenwürdige Art ein 140 Milliarden Imperium aufbauen, ist das etwas naiv gedacht, so von wegen "geile Siech" .
      Gut, hast du es gemerkt, und das ist nicht ironisch gemeint. 👍
    • bokl 31.07.2018 18:21
      Highlight Highlight "Über 100 Milliarden Vermögen hat er sich mit harter Arbeit verdient."

      Ich hoffe das ist ironisch. Es ist nicht möglich, sich Milliarden zu erarbeiten ohne Ausbeutung. Selbst wenige Millionen sind nicht erarbeitbar. Dafür muss auch das Geld - sprich andere Menschen - für einen arbeiten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • djangobits 31.07.2018 17:47
    Highlight Highlight Einfach nichts mehr bei Amazon bestellen. Ganz einfach. Der Konsument entscheidet.
    • FrancoL 31.07.2018 19:32
      Highlight Highlight Das hiesse Verantwortung übernehmen, damit übermorgen mitunter Dir nicht das gleiche passieren könnte, doch das mit der Verantwortung sehen doch ein guter Drittel nicht so, LEIDER.
    • bebby 31.07.2018 20:35
      Highlight Highlight Ich bin Amazonkunde, weil der Kundendienst viel besser ist als bei vielen Schweizer Läden...wäre es nicht möglich, dass die Schweizer Verkäufer im Schnitt freundlicher und kundenorientierter werden und dafür Amazon ihre Leute besser behandelt?
      In der Schweiz habe ich leider immer wieder das Gefühl, dass der Kunde stört oder nach dem Kauf Garantie nur unwillig eingehalten wird. Erst digitec hat da etwas Besserung gebracht.
      Gut möglich, dass es etwas kulturelles ist. In den usa ist der Kunde König und der Arbeiter Sklave und bei uns?
    • Firefly 31.07.2018 21:20
      Highlight Highlight Wo ist denn heute überall Amazon drin?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mahagoni 31.07.2018 17:47
    Highlight Highlight Schande, wer jetzt noch bei Amazon bestellt.
    • The Writer Formerly Known as Peter 31.07.2018 23:52
      Highlight Highlight Was n'Quatsch! Für vieles ist Amazon einzige Quelle.
  • Amadeus 31.07.2018 17:46
    Highlight Highlight Wie man selbst was tun kann dagegen?

    Nichts bei Amazon bestellen und diese Arbeitsbedingungen nicht unterstützen.
    • Scaros_2 31.07.2018 19:32
      Highlight Highlight und wo ist es besser? ^^
    • saja 31.07.2018 20:19
      Highlight Highlight @Scaros- in welchem Bereich? Es gibt zahlreiche Alternativen. Faire Elektronik wie das Fairphone, faire Kleidung wie bei Armedangels, im lokalen Reformhaus für die Kosmetik einkaufen...wer 'amazon' googeln kann, kann auch 'fair + irgendwas googeln
    • Scaros_2 31.07.2018 20:52
      Highlight Highlight Und warum nochmal soll ich dafür mehr bezahlen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • bcZcity 31.07.2018 17:42
    Highlight Highlight Die Arbeitsbedingungen in den USA sind allgemein sehr schlecht, vor allem wenn man einfach nur ein stinknormaler Arbeitnehmer ist ohne irgendwelche Benefits.

    Dass man AMAZON nun als den Teufel hinstellt ist eher lächerlich, aber durch den grossen Namen kommt man eben auf die grosse Bühne. Mindestlöhne, Betriebs-Unfallversicherung, Arbeitnehmer Schutz, das sind in vielen Firmen dort Fremdwörter.

    Amazon zeigt einfach auf was in vielen Firmen in den USA schief läuft wenn man nicht gerade zur Chefetage gehört und auch dort ist nicht alles Gold was glänzt!
    • Paddiesli 31.07.2018 18:06
      Highlight Highlight Nicht als Teufel hinstellen? Ich glaub, der Teufel kann sich von Bezos noch eine Scheibe abschneiden.
    • dr.nonsens 31.07.2018 18:08
      Highlight Highlight Öhöm, räusper... ist bei amazon deutschland imfall nicht wirklich besser. Und ausserdem: weshalb in schutz nehmen was schlecht ist, statt von einem grossunternehmen die gewünschte vorbildfunktion zu verlangen?
    • Liselote Meier 31.07.2018 20:11
      Highlight Highlight @bc; Vollste Zustimmung.

      Ist aber eine "neuere Tendenz". Mit dem New Deal wurde in den USA die soziale Marktwirtschaft eingeführt. Damals waren die Arbeiter in den USA auch organisert (60% Gewerkschaftlich organisiert).

      In den 80er noch 10% heute 6%. In den 80er wurde die soziale Marktwirtschaft in den USA beerdigt (Regonomics).
      Deutschland hat sich seit den 80er auch ziemlich von der sozialen Marktwirtschaft entfernt.

      Je niedriger der organiserungsgrad der Lohnarbeiter, je höher ist Druck.
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