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So viel kostet Olympia 2026 – in der Schweiz würde es 2038 wohl ähnlich

Spectators watch Switzerland’s Mathilde Gremaud perform her second run in the women’s freeski slopestyle final at the fan village next to Sforza Castle during the 2026 Winter Olympics Winter Games in  ...
Die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina kosten schätzungsweise über 5 Milliarden Euro.Bild: keystone
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So viel kosten die Spiele – und in der Schweiz würde es 2038 ähnlich teuer werden

Ein Dauerthema bei Olympischen Spielen: Was kostet das Spektakel? Die Spiele von 2026 in Mailand und Cortina eignen sich recht gut als Kosten-Blaupause für allfällige Spiele im Jahre 2038 in der Schweiz.
10.02.2026, 07:2610.02.2026, 07:26
klaus zaugg, mailand

Recht aussagekräftige Kosten-Zusammenstellungen gibt es in vielen Medien. Unter anderem auch im Deutschen «Manager Magazin». Das Organisationskomitee gibt die operativen Kosten der Spiele mit rund 1,7 Milliarden Euro an. Diese sollen durch Sponsoring, Ticketverkäufe und IOC-Beiträge gedeckt werden. Tönt nach einer schwarzen Null.

Die Kosten-Wirklichkeit ist eine andere: Hinzu kommt der Aufwand für Sicherheit und Infrastruktur in der Höhe von schätzungsweise 3,5 Milliarden Euro, der von der Regierung getragen wird. Also von den Steuerzahlenden. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass bei Spielen in der Schweiz der Sicherheitsaufwand zu Lasten der öffentlichen Hand ehrlich gerechnet auch mehr als eine Milliarde betragen dürfte.

Italian police offers speak in front of the Olympic Village at the 2026 Winter Olympics, in Milan, Italy, Friday, Jan. 30, 2026. (AP Photo/Luca Bruno)
Milan Cortina Olympics
Für die Sicherheit bezahlen die Steuerzahlenden.Bild: keystone

Insgesamt kosten die Spiele 2026 schätzungsweise rund 5,1 Milliarden Euro (5100 Millionen) und realistischerweise muss davon ausgegangen werden, dass dereinst das olympische Spektakel von 2038 mindestens so teuer sein wird. Unabhängig davon in welchem Land.

Zum Vergleich: Die bisher teuersten Spiele der Geschichte im russischen Sotschi 2014 sollen 50 Milliarden Dollar gekostet haben. Dort sind allerdings sämtliche Anlagen auf Staatskosten neu gebaut worden.

Das Olympia-Dauerthema in Italien war der Neubau der Bob- und Rodelbahn in Cortina. Das IOC empfahl, die Wettbewerbe aus Kostengründen an eine bereits existierende Bahn im Ausland zu vergeben. Eine Streichung der Bob-Wettbewerbe mangels einer Anlage wie 1960 im kalifornischen Squaw Valley kam nicht in Frage. Innsbruck und St. Moritz waren als Ersatzorte im Gespräch. Doch letztlich verweigerte die italienische Regierung die Verlegung ins Ausland und setzte einen Neubau durch. Es ging um den nationalen Stolz.

Italiens Verkehrs- und Infrastrukturminister Matteo Salvini zufolge habe allein dieser neue Eiskanal in Cortina, der in weniger als einem Jahr fertiggestellt wurde, 124,8 Millionen Euro gekostet. Im Zuge des Baus seien 850 Bäume gefällt, aber 10.000 gepflanzt worden. Immerhin wäre es bei Spielen in der Schweiz nicht nötig, so viel Geld in die bereits bestehende Bobbahn zu investieren und so viele Bäume zu fällen und anderorts neue zu pflanzen.

Germany's Anna Berreiter slides down the track during a women's single luge run at the 2026 Winter Olympics, in Cortina d'Ampezzo, Italy, Monday, Feb. 9, 2026. (AP Photo/Alessandra Tara ...
Die Eisbahn in Cortina musste für die Olympischen Spiele neu gebaut werden.Bild: keystone

Weitere Investitionen für die Spiele von 2026 waren für die Disziplin Freestyle-Ski (5,4 Millionen Euro), den Snowpark in Livigno (35,8 Millionen Euro) sowie in die Modernisierung der Langlaufanlagen am Tesero-See in Trentino (17,7 Millionen Euro) erforderlich.

Bei diesen Winterspielen teilen sich erstmals zwei Orte offiziell die Gastgeberrolle. Um Gold geht es aber nicht nur in Mailand und Cortina, sondern in ganz Norditalien. Die Wettkämpfe finden verstreut auf einem Gelände in der Grösse von etwa 22'000 Quadratkilometer statt. Es sind die ersten dezentralen Winterspiele der Geschichte. Mit teilweise mehrstündigen Fahrstrecken zwischen den Wettkampfstätten. Von Mailand nach Cortina dauert die Reise länger als von Mailand nach Zürich.

Die alpinen Frauen tragen ihre Wettkämpfe in Cortina aus, die Männer dagegen in Bormio. 300 Kilometer weiter westlich. Für Eröffnungs- und Schlussfeier werden ungewöhnliche Sportstätten fernab der Berge genutzt. Die Eröffnungsfeier fand im San Siro in Mailand statt, beendet werden die Spiele in der antiken Arena von Verona.

In der Dezentralisierung und den Distanzen sind Mailand und Cortina durchaus den erträumten Spielen von 2038 in der Schweiz ähnlich. Allerdings ist das Netz des öffentlichen Verkehrs – insbesondere die Eisenbahn – zwischen den Austragungsorten in der Schweiz im Quadrat besser. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus mehr als 90 Nationen treten 2026 an. Es sind die grössten Winterspiele der Geschichte. Bis 2038 dürften neue Rekordwerte erreicht werden.

Zum Ritual jedes globalen Sportspektakels gehört die Berechnung, welchen Nutzen die gesamte Wirtschaft eines Landes ziehen wird. Solche Berechnungen sind ideal. Weil sie nie verifiziert aber als politische «Allzweckwaffe» genutzt werden können, um den Unmut der Gegner zu besänftigen.

Gemäss einer Prognose der Universitäten Venedig und Mailand beträgt der volkswirtschaftliche Nutzen der Spiele etwas mehr als 5 Milliarden Euro. Insgesamt waren laut Minister Salvini 340 italienische Unternehmen an der Vorbereitung der Spiele beteiligt. 51 Verkehrsprojekte und 47 Sportanlagen sollen auch nach den Spielen erhalten bleiben.

In der Schweiz dürfte – wenn es denn 2038 zu den Spielen in unserem Land kommt – in Studien ein ähnlicher oder bei Bedarf auch höherer volkswirtschaftlicher Nutzen errechnet werden. Und es wird dann sicherlich erwähnt, wie wichtig das Spektakel für den Wintertourismus, den Zusammenhalt des Landes, unsere Wirkung auf die Welt und allenthalben sei.

KEYPIX - Ruth Metzler-Arnold, Praesidentin Swiss Olympic, Ruth Wipfli Steinegger, Co-Praesidentin Switzerland 2038, Lenka Koelliker, Co-Praesidentin Switzerland 2038, und Frederic Favre, CEO Switzerla ...
Swiss-Olympic-Präsidentin Ruth Metzler-Arnold (l.) will die Olympischen Spiele 2038 in die Schweiz holen.Bild: keystone

Allerdings dürfte der tatsächliche volkswirtschaftliche Nutzen in der Schweiz geringer sein als bei den aktuellen Spielen. Erstens boomt der Wintertourismus bei uns auch ohne Olympische Spiele recht ordentlich und zweitens verstehen sich in kaum einem anderen Land die Unternehmen so gut im Melken der Staatskassen wie in Italien. Erst recht bei einem globalen Sportspektakel, das zu einer Frage des nationalen Stolzes verklärt wird. Und natürlich wird im Zusammenhang mit Mailand und Cortina 2026 auch auf die Prestige- und Werbewirkung auf weltweit über drei Milliarden TV-Zuschauerinnen und Zuschauer verwiesen. 2038 dürften es noch wesentlich mehr sein.

Alles in allem taugen die Spiele von 2026 ziemlich gut als Kosten-Blaupause für allfällige Spiele im Jahr 2038 in der Schweiz. Mit rund 5 Milliarden (5000 Millionen) sollten wir – schon wegen der Teuerung – ehrlicherweise auch bei uns rechnen.

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Die besten Bilder der Olympischen Spiele Mailand-Cortina 2026
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Die besten Bilder der Olympischen Spiele Mailand-Cortina 2026

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quelle: keystone / stephanie scarbrough
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50 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rechner
10.02.2026 09:13registriert August 2022
"Ähnlich teuer" ? Wohl kaum: bei uns ist praktisch alles 2-3 mal teurer als sonstwo. Auch da würde das so genau so sein, eher noch teurer.
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Eric-Cheval
10.02.2026 09:16registriert Februar 2026
Dieser Vergleich hinkt doch hinten und vorne: Nirgendwo sind die Kosten so hoch wie in der Schweiz. Kosten für Sicherheit, Bauten, Verpflegung der Promis, Neubauten, Ausgleichsbauten und und und.

Schon rein die Lohnkosten sind in der Schweiz fast doppelt so hoch wie in Italien. Vom Schweizer Zuschlag auf Materalien wollen wir schon gar nicht sprechen.

Nein, die Kosten für die Schweiz werden massiv höher sein! Olympia dient nur einem: Umverteilung von Steuergeldern!
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N. Y. P.
10.02.2026 08:17registriert August 2018
Hinzu kommt der Aufwand für Sicherheit und Infrastruktur in der Höhe von schätzungsweise 3,5 Milliarden Euro, der von der Regierung getragen wird.

Oh, es fallen also nochmals 4 satte Millarden Franken an.

Das IOC soll sämtliche Kosten mit einer Blanko Garantie übernehmen. Dafür wird ein Depot über 6 Milliarden Franken eingerichtet. Sollte auch nur eine WC Rolle über Budget verbraucht werden: Das IOC übernimmt die 95 Rappen. Auf den letzten Heller und Pfennig. Das IOC profitiert von der Schweiz, ergo bezahlt sie.

Danke.
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