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Die Ukraine bietet den USA militärische Hilfe an – ein perfekter Konter

Der ukrainische Präsident hat sich am 4. März 2026 erneut per Videokonferenz an das ukrainische Volk gewendet
Wolodymyr Selenskyj ist plötzlich begehrter Verhandlungspartner.Bild: gov.ua
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Selenskyjs perfekter Konter: Die Ukraine helfe den USA gerne militärisch, aber...

Das selbst ernannte «Kriegsministerium» der Vereinigten Staaten und seine arabischen Verbündeten sind bei der Abwehr iranischer Drohnen überfordert. Damit schlägt die Stunde der Ukraine.
05.03.2026, 18:1106.03.2026, 10:33
«Wir helfen denen, die uns – der Ukraine – helfen, sich vor dem Krieg zu schützen.»
Wolodymyr Selenskyj

Von Russland abgefeuerte Kamikaze-Drohnen haben in der Ukraine viel Leid und immense Schäden angerichtet. Und nun sind die unbemannten, mit Sprengstoff bestückten Flugkörper auch eine Bedrohung für die US-Streitkräfte und ihre Verbündeten. Und zwar auf der arabischen Halbinsel und darum herum.

Damit schlägt die Stunde für die Ukraine – und ihren Anführer Wolodymyr Selenskyj. In einer Videobotschaft stellte er am Mittwochabend klar, dass man gerne bei der Drohnen-Abwehr helfe, sofern dadurch die eigene Verteidigung nicht geschwächt werde.

Zur Erinnerung: Noch diese Woche hatte US-Präsident Trump den ukrainischen Präsidenten öffentlich verspottet und warf ihm vor, amerikanische High-End-Waffen im Wert von Milliarden gratis eingesackt zu haben.

Selenskyj lassen solche Provokationen kalt. Aus ukrainischer Perspektive ist die militärische Lage weiterhin viel zu bedrohlich, um sich verbale Ausrutscher zu leisten und wichtige Unterstützerländer zu verprellen.

Der perfekte Konter

Der ukrainische Präsident brachte das Thema in seiner TV-Ansprache an die eigene Bevölkerung auf den Punkt. Und er tat dies in gewohnt unaufgeregtem Ton:

«Unsere Partner wenden sich an uns, an die Ukraine, um Hilfe beim Schutz vor ‹Shaheds› zu erhalten – um Fachwissen und praktische Unterstützung. Auch von amerikanischer Seite sind diesbezügliche Anfragen eingegangen. In den letzten Tagen habe ich mit den Staatschefs der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars, Bahrains, Jordaniens und Kuwaits gesprochen. Weitere Gespräche mit anderen regionalen Staatschefs sind geplant. Wir stimmen uns auch mit unseren europäischen Partnern ab.

Selbstverständlich leisten wir jede Hilfe nur unter der Voraussetzung, dass sie unsere eigene Verteidigung in der Ukraine nicht schwächt und als Investition in unsere diplomatischen Fähigkeiten dient: Wir helfen denen, die uns – der Ukraine – helfen, den Krieg zu einem würdigen Ende zu bringen, sich vor dem Krieg zu schützen. Wir arbeiten für Frieden und echte Sicherheit.»

Und weiter sagte er:

«Das iranische Regime darf in keiner Weise davon profitieren und, noch wichtiger, darf keine Menschenleben zerstören – weder dort, noch in der Region, noch weltweit – und das betrifft auch uns. Es ist unser gemeinsames Interesse, den Menschen bei ihrer Selbstverteidigung zu helfen und gleichzeitig zur raschen Wiederherstellung der Stabilität von kritischen Lieferketten beizutragen.»

Zur Erinnerung: Weil die militärische Unterstützung aus Europa und den USA nach dem russischen Grossangriff 2022 immer wieder stockte, griff die Ukraine in ihrer Not zur Selbsthilfe. Die Fachleute im Land entwickelten wirksame Abfang-Drohnen gegen iranische Shaheds. Und die ukrainischen Streitkräfte sammelten einzigartige Erfahrungen im «ersten Drohnen-Krieg», wobei sie diese mit einem hohen Blutzoll bezahlten.

Ukrainische Einheiten beherrschen inzwischen nicht nur die Drohnenabwehr, sondern haben mit ihren offensiven Drohnen-Taktiken das Schlachtfeld, respektive die moderne Kriegsführung, grundlegend verändert, wie das Nachrichtenmagazin «Politico» konstatierte.

Und nun schliesst sich der Kreis. Unter Selenskyj fliesst wertvolles ukrainisches Know-how an das transatlantische Verteidigungsbündnis NATO und dessen einflussreichsten Mitgliedsstaat, die USA, zurück.

Bereits am Montag hatte der ukrainische Präsident gesagt:

«Es ist nun jedem klar, dass unsere Verteidigungserfahrung in vielerlei Hinsicht unersetzlich ist. Wir sind bereit, diese Erfahrung weiterzugeben und jenen Nationen zu helfen, die der Ukraine in diesem Winter und während des gesamten Krieges beigestanden haben.»

Die Nachfrage nach dem entsprechenden Know-how ist weltweit gross, wie diese Woche bestätigt wurde.

Das amerikanische Nachrichtenmagazin «Politico» erklärt den Grund für die diplomatischen Bemühungen um Selenskyj wie folgt: Die US-Regierung habe erkannt, dass es wenig Sinn mache, eine 4 Millionen Dollar teure Abfangrakete, die von einer Patriot-Batterie abgefeuert wird, zum Abschuss einer iranischen Shahed-Drohne im Wert von etwa 30'000 Dollar einzusetzen.

Fragt sich nur, ob die Erkenntnis auch beim Kriegspräsidenten im Weissen Haus ankommt.

Sicher ist: Das Internet hat bereits reagiert. Das folgende Meme ruft das Zögern der NATO nach Putins Überfall auf die Ukraine in Erinnerung

Ukraine-Meme 2026
meme: bsky.app
Selenskyj empfiehlt Tauschgeschäft
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben die USA angesichts des Iran-Kriegs um Unterstützung beim Schutz gegen feindliche Shahed-Drohnen gebeten. «Wir haben eine Anfrage der USA für spezifische Unterstützung zum Schutz gegen »Shaheds« in der Nahost-Region bekommen», bestätigte Selenskyj am Donnerstag auf der Plattform X. Er habe Anweisungen gegeben, die notwendigen Mittel bereitzustellen und die Präsenz ukrainischer Spezialisten zu gewährleisten.

Selenskyj bringt nun einen Tausch ukrainischer Abfangdrohnen gegen Raketen des US-Flugabwehrsystems Patriot ins Spiel. Im Iran-Krieg seien angeblich in drei Tagen mehr als 800 Patriot-Raketen verschossen worden, sagte er. So viele habe die Ukraine in mehr als vier Jahren des russischen Angriffskrieges nicht zur Verfügung gehabt. Er sprach von einem zukünftigen Dialog über zusätzlich zu produzierende Mengen an Abfangdrohnen, die dann gegen Patriot-Raketen eingetauscht werden sollen.​
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Selenskyj neben einem Patriot-System.Bild: keystone

Quellen

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