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Für ein Runde «Dungeons & Dragons» braucht es einiges an Ausrüstung.
Für ein Runde «Dungeons & Dragons» braucht es einiges an Ausrüstung.
Bild: zvg
Dungeons & Dragons wird 40

Wenn Erwachsene mit Stift und Papier in die Schlacht ziehen

1974 war ein historischer Moment für Rollenspieler: «Dungeons & Dragons» erblickte das Licht der Welt. Heute gibt es kaum ein Spiel, das nicht auf den Wurzeln des Pen&Paper-Klassikers beruht. Auch in der Schweiz wurde schon früh fleissig gewürfelt.
29.01.2014, 10:1029.01.2014, 15:35
Philipp Rüegg
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Die exakte Geburtsstunde ist umstritten. Vieles weist auf den 26. Januar 1974 hin. Dann sollen die Schöpfer Gary Gygax und Dave Ameson, Dungeons & Dragons (D&D) mit der eigens gegründeten Firma Tactical Studies Rules erstmals zum Verkauf angeboten haben.

D&D gilt als das erste Pen&Paper-Rollenspiel. Das Spielprinzip ist relativ simpel. Eine Person übernimmt den Dungeon Master, der als Spielleiter fungiert. Die anderen Teilnehmer wählen eine Spielfigur (Magier, Krieger etc.). Das Grundregelwerk besteht aus Spielerhandbuch, Spielleiterhandbuch und einem Monsterhandbuch. Der Dungeon Master mimt den Erzähler und bestimmt den Ablauf des Spiels. Die Spieler bewaffnen sich mit ihren Charaktertafeln, Papier, Würfeln und Stiften.

Im anschliessenden Spielablauf werden die Abenteurer regelmässig vor neue Herausforderungen und Entscheidungen gestellt, die es auszuwürfeln gilt. Dabei kommt das umfangreiche Regelwerk zum Zug. Anders als bei herkömmlichen Brettspielen benutzt man in D&D eine Reihe verschiedener Würfel, darunter einen 20-seitigen. 

Der Dungeon Master hält seine Pläne vor dem Rest der Spieler geheim.
Der Dungeon Master hält seine Pläne vor dem Rest der Spieler geheim.
Bild: zvg

Über die Jahre sind zahlreiche Ableger entstanden. Sogar eine «Star Wars»-Variante existiert. Besonders im deutschsprachigen Raum bekannt ist «Das Schwarze Auge».

Während alle Spiele auf den gleichen Wurzeln basieren, haben Gygax und Ameson das Regelwerk immer weiter entwickelt. Demnächst soll Version 5.0 erscheinen. Daneben gab es noch «Advance Dungeons & Dragons» (AD&D), das sich an fortgeschrittene Spieler richtete. Mit Version 3.0 wurde allerdings D&D und AD&D wieder zusammengeführt. 

Manchmal tauscht Alex Schröder Papier und Stift auch gegen ein «echtes» Schwert. 
Manchmal tauscht Alex Schröder Papier und Stift auch gegen ein «echtes» Schwert. 
Bild: zvg

Beginn einer Liebesgeschichte

Fast seit Anbeginn dabei ist der 40-jährige Alex Schröder. Rund zehn Mal im Monat trifft er sich mit Freunden, um in die Abenteuerwelt des D&D-Universums einzutauchen. Die Faszination für das Pen&Paper-Spiel begann schon früh. 

Als Kind wohnten Schröder und seine Familie in Portugal, wo es nur sehr wenig deutschsprachige Unterhaltung gab. Eines Tages erhielt seine Mutter von einem Bekannten eine Schachtel mit Spielen. Diese gab sie kurzerhand an den Sohn weiter, er solle sich mal einlesen und anschliessend den Rest der Familie instruieren. In der Schachtel befand sich «Das Schwarze Auge». Damit begann eine bis heute anhaltende Liebe für D&D. 

Die drei Handbücher mit den Grundregeln für die Spieler, den Spielleiter und die Monster.
Die drei Handbücher mit den Grundregeln für die Spieler, den Spielleiter und die Monster.

Zurück in der Schweiz nahm Schröder das Spiel mit zur Schule. Ein kanadischer Mitschüler kannte seinerseits «Dungeons & Dragons» und weil das Original «natürlich viel cooler» war, spielte man fortan die englische Fassung. «Wegen Gygax’ verschnörkeltem Stil, mussten wir ständig Wörter nachschlagen. Dabei haben wir aber gleichzeitig unglaublich viele neue Wörter gelernt», erzählt Schröder. Die angeeigneten Fachausdrücke erfüllten die Jungs mit Stolz.

«Wer nur immer sein Blatt vors Gesicht hält, ist asozial»

Die Faszination hat auch nach Jahrzehnten nicht nachgelassen. «Mit Menschen zu spielen, ist einfach am spannendsten. Man spürt sofort, wenn sich jemand langweilt oder betrügt. Das macht die Gesellschaft interessant», erklärt Schröder. «Man spricht als Charakter, daher ist jeder für die Unterhaltung mitverantwortlich. Wer immer nur sein Blatt vors Gesicht hält, ist asozial.» Anders als bei einer Online-Partie auf der Xbox müsse man keine «kleinen Motzer» ertragen. «Benimmt sich jemand daneben, kann er gehen».

Mittlerweile liegen die Rechte an D&D bei der US-Firma The Wizard of the Coast, die durch das Kartenspiel «Magic: The Gathering» (Im Bild ist das Videospiel zu sehen) berühmt geworden sind, welches wiederum auf D&D beruht. 
Mittlerweile liegen die Rechte an D&D bei der US-Firma The Wizard of the Coast, die durch das Kartenspiel «Magic: The Gathering» (Im Bild ist das Videospiel zu sehen) berühmt geworden sind, welches wiederum auf D&D beruht. 
Bild: Vamers
Einfluss auf Videospiele
Das Pen&Paper-Spiel hat viele andere Spiele beeinflusst: Von Brettspielen, zu Kartenspielen («Magic: The Gathering») bis zu Computer-Games finden sich überall Spuren von «Dungeons & Dragons». Besonders das Rollenspielgenre bedient sich gern und häufig beim 40-jährigen Urvater. «Ultima», «Baldur’s Gate» oder «Neverwinter Nights» basieren direkt auf dem klassischen Regelwerk. Aber auch die Heldenklassen, der Levelaufstieg, oder die Ausrüstung des Charakters in «Skyrim» gründen in D&D. Schröder findet sogar im Multiplayer-Shooter «Call of Duty» Hinweise auf D&D. Heutzutage besitzen die meisten Spiele Rollenspiel-Elemente.

«Dungeons & Dragons» wird in der Regel nicht an einem Abend durchgespielt. Schröders Spielfiguren überleben im Schnitt fast zwei Jahre lang. Das Spiel sei darauf ausgelegt, dass man nicht gleich in der ersten Runde ins Gras beisst. Ein frühzeitiges Dahinscheiden allzu wagemutiger Helden kann aber nie ausgeschlossen werden.

Wer den Zauber des Rollenspiels selbst erleben möchte, sollte die Oerli Con ins Auge fassen. Die Veranstaltung findet jährlich in Oerlikon statt. Ein Termin für dieses Jahr steht noch nicht fest. Eine weitere gute Anlaufstelle sind lokale Spielehandlungen oder die Spielerzentrale.

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