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Digital-News

Tesla produziert viel zu wenig Autos – und erhält mächtige Konkurrenz

03.10.2017, 06:5603.10.2017, 07:41

Die Digital-News im Überblick:

  • Tesla verfehlt Quartalsziel für Model 3 deutlich
  • General Motors bläst mit E-Auto-Offensive zum Angriff auf Tesla

Tesla verfehlt Quartalsziel für Model 3 deutlich

Der Elektroautokonzern Tesla hat die selbst gesteckten Produktionsziele für seinen ersten Mittelklassewagen Model 3 im dritten Quartal klar verfehlt. Von dem in der Grundausstattung rund 35'000 Dollar teuren E-Auto, für das es zahlreiche Vorbestellungen gibt, wurden lediglich 260 Stück gefertigt.

Das teilte Tesla am Montag nach US-Börsenschluss mit.

Das Model 3 von Tesla.
Das Model 3 von Tesla.Bild: AP/Tesla Motors

Im August hatte die Firma von Starunternehmer Elon Musk noch über 1500 Model 3 als Quartalsziel ausgegeben und erklärt, die Fertigung bis Ende des Jahres auf 5000 Stück pro Woche hochfahren zu wollen.

Dass das Quartalsergebnis nun erheblich geringer ausfiel, begründete Tesla lediglich mit «Produktionsengpässen» und betonte, es gebe keine grundsätzlichen Probleme mit der Fertigungs- und Lieferkette.

Insgesamt stellte Tesla im abgelaufenen Quartal 25'336 Fahrzeuge her und lieferte 26'150 aus. Beim Absatz entspricht das einem Anstieg von 4,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Mit 14'065 Wagen entfiel der Grossteil der Auslieferungen auf die Luxus-Limousine Model S.

Das Model S 70D.
Das Model S 70D.Bild: AP/AP

Von dem seit September 2015 erhältlichen E-SUV Model X brachte Tesla 11'865 Wagen an die Kundschaft.

Das Model X.
Das Model X.Bild: EPA/TESLA MOTORS / HANDOUT

Bei Anlegern überwog die Enttäuschung über die schwachen Zahlen beim Model 3. Die Tesla-Aktie fiel nachbörslich um 1,7 Prozent. Der sinkende Börsenkurs dürfte allerdings auch mit der folgenden Meldung zu General Motors zu tun haben ...

(dsc/sda)

General Motors kündigt Elektro-Auto-Offensive an

Der grösste US-Autobauer General Motors (GM) will sein Angebot an Elektroautos kräftig ausbauen. In den nächsten anderthalb Jahren würden zwei weitere vollelektrische Modelle vorgestellt, kündigte der Konzern am Montag in Detroit an.

Die Autos sollen auf GMs aktuellem E-Auto Chevrolet Bolt EV aufbauen (entspricht hierzulande dem Opel Ampera-E).

Es handle sich um die ersten zwei von mindestens 20 neuen E-Modellen, die der Hersteller bis 2023 auf den Markt bringen wolle. Dies illustriert auch das veröffentlichte Foto:

Ein Chevrolet Bolt, umgeben von verhüllten neuen E-Autos.
Ein Chevrolet Bolt, umgeben von verhüllten neuen E-Autos.Bild: AP/General Motors Co.
Der führende US-Autohersteller will auf dem Weg zur Elektrifizierung zweigleisig fahren und beim Antrieb neben Batterien auch auf Wasserstoff-Brennstoffzellen setzen.

Bei Anlegern kamen die Nachrichten gut an – die GM-Aktie legte im US-Handel um über vier Prozent zu. Bei Tesla sorgte die Ankündigung hingegen für Kursverluste – die Titel büssten im starken Gesamtmarkt zeitweise rund ein Prozent ein.

Angetrieben von den Versprechen ihres Chefs Elon Musk hatte die kalifornische Firma Tesla GM in diesem Jahr – trotz roter Zahlen und überschaubarer Produktion – zwischenzeitlich sogar den Rang an der Börse abgelaufen.

Der Chevrolet Bolt EV (im Januar 2017).
Der Chevrolet Bolt EV (im Januar 2017).Bild: EPA/CHEVROLET

Wirds eng für Tesla?

Zuletzt wendete sich das Blatt jedoch wieder. Mit einem Börsenwert von gut 61 Milliarden Dollar steht GM aktuell wieder deutlich vor Tesla. Anleger deuten die Offensive des Marktführers offenbar vor allem als Gefahr für das Model 3, Teslas ersten günstigeren Wagen, mit dem die Musk-Firma nach Erfolgen in der Luxus-Nische den Massenmarkt erobern will.

Sollte GM ernsthaft dagegenhalten, könnte es für Tesla eng werden – denn was Gewinne, Erlöse und Verkäufe angeht, liegen zwischen dem Urgestein der US-Autoindustrie und dem aufstrebenden Neuling aus dem Silicon Valley Welten.

Die Erwartungen an den ersten etwas günstigeren Mittelklasse-Stromer von Tesla, das Model 3, sind riesig. Einige Experten trauen Elon Musk zu, die E-Mobilität damit quasi im Alleingang in den Massenmarkt zu bringen. Doch wegen der hohen Kosten und des grossen Risikos, das die geplante Ausweitung der Produktion bedeutet, gibt es auch etliche Skeptiker.

(dsc/sda/dpa)

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