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Vor der Europawahl gabs ernsthafte Manipulations-Versuche bei Facebook, Twitter und Co.

Die EU-Kommission will sich vertieft mit dem Problem befassen.



Im Vorfeld der Europawahl hat es laut EU-Kommission in mehreren Mitgliedsländern ernsthafte Versuche gegeben, den Ausgang der Abstimmung zu manipulieren.

«Wir können sagen, dass es keine grossen Hackerangriffe oder Enthüllungen gab, aber zahlreiche Berichte über Desinformationskampagnen vor allem durch Bots und Fake-Profile», sagte der zuständige EU-Sicherheitskommissar Julian King der «Welt am Sonntag».

Commissioner for Security Union Julian King arrives to a College of Commissioners meeting at the European Commission headquarters in Brussels, Tuesday, May 7, 2019. (AP Photo/Francisco Seco)

Julian King. Bild: AP

Die Tendenz gehe zunehmend dahin, «subtilere, massgeschneiderte und genau gezielte Methoden der Desinformation» anzuwenden, um bereits bestehende Entwicklungen zu beschleunigen und zu verstärken und somit eine grössere lokale Wirkung zu erzielen, sagte King. Diese Entwicklung dürfe nicht als neue Normalität akzeptiert werden.

Koordiniertes Netz von Twitter-Konten

In Spanien sei zum Beispiel ein koordiniertes Netz von Twitter-Konten entdeckt worden, «das mithilfe einer Kombination aus Bots und Fake-Profilen antiislamische Hashtags nach oben trieb, um die Unterstützung für die rechtspopulistische Partei Vox zu verstärken». Ähnliche Vorfälle habe es in Österreich, Polen, Rumänien, Lettland, Italien, Frankreich und Grossbritannien gegeben.

Die Manipulationsversuche zeigten, dass weitere Massnahmen erforderlich seien, «seitens der Mitgliedstaaten, vor allem aber seitens der Plattformen Facebook, Google und Twitter».

Verhaltenskodex überprüfen

Zum weiteren Handlungsbedarf sagte der EU-Kommissar: «Wir müssen deshalb weiterhin für mehr Transparenz bei der Wahlwerbung im Internet und für einen besseren Zugang für Faktenprüfer und unabhängige Forscher sorgen.» Dabei gehe es jedoch nicht um Zensur oder um eine Einschränkung der freien Meinungsäusserung.

Konkret will die EU-Kommission laut King überprüfen, ob der bisherige Verhaltenskodex über Desinformation ausreicht, den Internetunternehmen wie Google, Twitter und Facebook erst im Oktober 2018 unterzeichnet hatten.

King zufolge werden die Staats- und Regierungschefs sich in knapp zwei Wochen beim EU-Gipfel mit der Problematik von Manipulationen im Internet befassen.

(dsc/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • pascalsee 10.06.2019 10:18
    Highlight Highlight In Deutschland wurden mit bezahlten Videos von sorros zB rezo auch Wahlmanipulation für die grünen betrieben!
  • Stema 08.06.2019 21:17
    Highlight Highlight Die Wirkung solcher „Desinformation“ ist in der heutigen Zeit noch sehr wenig erforscht. Einzelne Untersuchungen zu von Bots abgesetzten Fake News Tweets deuten eher darauf hin, dass sie eine relativ beschränkte Reichweite haben. Viele Leute kommen damit erst in Berührung, wenn sie davon wie hier in den Medien lesen. Oder wann hast DU zuletzt Fake News (ausserhalb der Medien) erhalten?

    Prinzipiell sind die vorgeschlagenen „Gegenmassnahmen“ aber begrüssenswert: mehr Transparenz, bessere Faktenchecks, und vor allem mehr unabhängige Forschung zu dem Thema.
  • *sharky* 08.06.2019 16:01
    Highlight Highlight Der rechte Scum... wie er leibt und lebt!

    Politisch und technisch sollten alle Register gezogen werden, um Solches so effektiv wie nur möglich, zukünftig zu verhindern!
    • The Destiny // Team Telegram 08.06.2019 19:45
      Highlight Highlight Weißt du wie einfach es ist, es so aussehen zu lassen wie wenn es Partei x ist oder aus Land Y, welches für die Desinformation verantwortlich sei?
  • Paddiesli 08.06.2019 14:36
    Highlight Highlight Bots müssen endlich als solche gekennzeichnet sein.
    • NotWhatYouExpect 08.06.2019 20:21
      Highlight Highlight Meinst du das jetzt Sarkastisch oder ernst?
  • Gipfeligeist 08.06.2019 13:31
    Highlight Highlight Es wäre doch ein erster Schritt, alle Werbe Anzeigen samt zugehörigem Auftraggeber in einem Register zu veröffentlichen. Falschinformation & Hetze darf nicht unterstützt werden!
  • rodolofo 08.06.2019 13:06
    Highlight Highlight Auch gegen diese Manipulation- und Verwirrungsversuche werden wir mit der Zeit resistent werden!
    Unkraut vergeht nun mal nicht, und die Monokulturen der Militärköpfe scheitern an ihrer langweiligen Uniformität und an ihrer Humorlosigkeit (siehe China).
    Darum versuchen neuerdings Desinformations-Portale, hinter denen RT steckt, locker und lustig zu sein!
    Wie gut das gelingt, zeigt aber Ober-Mafiaboss Putin persönlich:
    Wenn der Reporter nicht künstlich bis dreckig mitlacht, gefriert das Gesicht von Putin, und die gefühlte Raumtemperatur sinkt weit unter Null, wie in Sibirien im Winter...
  • Olmabrotwurst 08.06.2019 12:59
    Highlight Highlight Politik gehört für mich definitiv nicht mehr ins Internet, meiner Meinung nach.
  • Rezeptilop20 08.06.2019 11:57
    Highlight Highlight Man kann Symptome bekämpfen oder man kann in Bildung investieren. Medienkompetenz müsste eines der wichtigsten Fächern an unseren Schulen werden. Aber stattdessen spart man, verbietet die Handy Nutzung und setzt im Jahr 2019 immer noch auf auswendig lernen was man im Web eh findet. Siehe auch die anti 5G Diskussion. Ich hab noch keinen 5G Skeptiker getroffen der nur ansatzweise versteht worum es da technisch geht, aber man plappert gerne irgendwelche Panik nach von Esoterik Webseiten.

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