Digital
Games

PUBG verboten: Taliban bezeichnen es als «zu brutales» Videospiel

Male hand holding a smartphone with Player's Unknown Battleground, PUBG online shooting gaming mobile game app on the screen. Wooden Background. Rio de Janeiro, RJ, Brazil. August 2021.
«PlayerUnknown's Battlegrounds», kurz PUBG, zählt zu den erfolgreichsten Games weltweit.Bild: Shutterstock

Taliban beschweren sich über «zu brutales» Videospiel – und verbieten auch Tiktok

Die Taliban sind nicht dafür bekannt, vor übermässiger Gewaltanwendung zurückzuschrecken. Doch nun geht die islamistische Terrororganisation gegen ein vermeintlich «zu brutales» Videospiel vor.
22.09.2022, 15:40
Mehr «Digital»
Ein Artikel von
t-online

Seit die Taliban vergangenes Jahr im August die Macht in Afghanistan übernommen haben, krempeln sie das Land ihren Vorstellungen nach um. Dieser kulturellen Säuberung fällt jetzt auch das Spiel «PlayerUnknown's Battlegrounds» (PUBG) zum Opfer. Innerhalb der nächsten 90 Tage soll der Mehrspieler-Shooter im ganzen Land verboten werden.

Bereits im April kündigte Inamullah Samangani, ein Sprecher der islamistischen Terrorgruppe, auf Twitter die Bestrebungen zur Sperrung des Spiels an, ein genauer Zeitraum bis zum Verbot stand jedoch noch nicht fest:

In der Mitteilung auf der öffentlich zugänglichen Social-Media-Plattform heisst es, dass «das Telekommunikations- und Informationsministerium angewiesen wurde, das Spiel PUBG und die App namens TikTok zu blockieren», weil diese nach Ansicht der Taliban die Jugend vom rechten Weg abbringen und letztendlich Zeitverschwendung sind.

Das Spiel weise auch «unnötige Brutalität» auf und sei «zu gewaltvoll». Durch die Sperrung soll auch die Verbreitung «unmoralischer Inhalte und Programme» so gut wie möglich verhindert werden.

Weltweit extrem populär und erfolgreich

«PlayerUnknown's Battlegrounds» wurde vom südkoreanischen Entwicklerstudio Bluehole entwickelt und ist bereits Ende 2017 für den PC und die Xbox One erschienen. 2018 folgten auch eine Version für die Playstation 4 sowie ein mobiler Ableger für iPhones und Android-Smartphones.

Bei dem Spiel handelt es sich um einen Vertreter des «Battle Royale»-Genres, bei dem viele Spieler in einer Arena gegeneinander antreten, mit dem Ziel, dass am Ende nur eine Person – der Gewinner oder die Gewinnerin – übrigbleibt.

Spieltechnisch gesehen ist PUBG ein sogenannter Shooter, bei dem durch den Einsatz unterschiedlicher Waffen, unter anderem Pistolen und Gewehren, Gegner nach und nach ausgeschaltet werden sollen.

Bereits kurz nach Veröffentlichung erreichte das Spiel eine enorme Popularität und kommerziellen sowie kritischen Erfolg. Heute zählt «PlayerUnknown's Battlegrounds» zu den erfolgreichsten Videospielen aller Zeiten, konnte sich bis Ende 2021 über 75 Millionen Mal verkaufen und einen weltweiten Umsatz von über 13 Milliarden US-Dollar generieren.

Quellen

(dsc/t-online)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Vom Minirock zur Burka – Frauen in Afghanistan
1 / 13
Vom Minirock zur Burka – Frauen in Afghanistan
Kabul 1972: Studentinnen in Miniröcken sind im Neubauviertel Shar-e-Naü unterwegs. Eine dünne städtische Oberschicht in Afghanistan übernahm westlichen Lebensstil und westliche Kleidung.
quelle: laurence brun /gamma-rapho via getty images
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Vergesst Afghanistan nicht» – die Situation junger Frauen in Afghanistan
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Maranothar
22.09.2022 16:28registriert Juni 2016
"Das Spiel weise auch «unnötige Brutalität» auf und sei «zu gewaltvoll»."

Das von den Taliban? Genau mein Humor.
330
Melden
Zum Kommentar
8
KI soll in Zukunft Bestellungen bei McDonald's annehmen

McDonald's will Bestellungen in Restaurants mit der Zeit auch von Künstlicher Intelligenz (KI) annehmen lassen. Der US-Konzern sieht in Chatbots die Zukunft.

Zur Story