Samsung-Handy hat nach Update Totalschaden: «Reparatur wurde trotz Garantie verweigert»
Es ist der Albtraum jedes Handy-Besitzers. Nach einem Software-Update sind alle Daten weg. Genau dies ist Markus Meyer (Name geändert) am vergangenen Donnerstag passiert. «Mein Handy ist nach einem automatischen Update komplett unbenutzbar», sagt Meyer.
Nach der jüngsten System-Aktualisierung hing sein Samsung-Smartphone zunächst in einer Neustart-Schleife fest. Das nicht mal zwei Jahre alte Galaxy S24 startete wiederholt neu, ohne das Betriebssystem zu laden.
«Jetzt startet es wieder, aber alle Apps sind komplett zurückgesetzt. Der Einstellungs-Bildschirm ist komplett leer», sagt Meyer. Beim Aufstarten erscheine die Nachricht «severe software issue detected». Das sei ein «Totalschaden, weil alle meine Daten nicht mehr vorhanden sind», klagt der frustrierte Kunde. Das Smartphone könne auch nicht mehr mit einem PC verbunden werden, um allenfalls noch vorhandene Daten zu retten.
Kundendienst räumt Probleme ein
Meyer ist ein versierter User. Aber auch Notfalllösungen wie ein Soft-Reset oder das Leeren der System-Cache-Partition brachten keinen Erfolg. Daher wandte er sich via Chat an den Kundendienst (der entsprechende Chat-Verlauf liegt watson vor).
Da sein Smartphone nach dem Update einen Totalschaden habe und er es für die Arbeit benötige, brauche er «schleunigst ein wieder funktionierendes Gerät», zumal er noch eine Herstellergarantie habe.
Ein Support-Mitarbeiter antwortete: «Der Fehler ist schon bekannt. Samsung arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung.» Der Fehler betreffe «momentan komplett die Schweiz».
Aus dem Chatverlauf wird ersichtlich, dass der Kundendienstangestellte nicht auf den Wunsch einer schnellen Reparatur oder eines Ersatzgerätes eingeht. Stattdessen bittet er den Kunden wiederholt um Geduld. Man warte «auch auf Informationen». Der Chat endet mit der Bemerkung des Support-Mitarbeiters: «Momentan gibt es in allen Hinsichten Probleme. Wir arbeiten daran.» Darauf wird der Chat beendet.
Meyer ist empört. «Der Reparaturservice wurde mir verweigert, trotz Herstellergarantie». In einem Swisscom-Shop in Bern habe man ihm am Samstag bestätigt, «dass viele Kunden mit einem Samsung-Handy derzeit wegen des gleichen Problems vorbeikämen». Andere Nutzer sollten daher wegen des «schlechten Service von Samsung» vorgewarnt werden.
watson hat Samsung um eine Stellungnahme gebeten. Das Unternehmen liess über eine PR-Agentur ausrichten, dass man sich dazu aktuell noch nicht äussern könne, aber das Gespräch mit dem betroffenen Kunden suche.
Update-Ärger auch bei älteren Galaxy-Modellen
Samsungs Sicherheits-Update für den Monat Februar scheint auch vereinzelt Galaxy-S22-Modelle in eine endlose Neustart-Schleife zu schicken. Dies berichtete das Android-Portal Android Authority am Montag. Manche Geräte starten laut User-Berichten zwar, frieren danach aber komplett ein.
Mögliche Notfalllösungen werden in diesem Artikel geschildert. Eine Garantie, dass das Gerät danach wieder funktioniert, gibt es aber nicht.
Eine offizielle Fehlerbehebung seitens Samsung liege derzeit nicht vor. Immerhin würde das Update-Problem nur eine kleine Minderheit aller Galaxy-S22-Nutzenden betreffen, schreibt Android Authority. Wer das Februar-Update noch nicht installiert habe, solle aber abwarten, rät das Fachportal (automatische System-Updates temporär deaktivieren). Zudem ist es nie eine schlechte Idee, wichtige Daten extern zu sichern.
Die Vorfälle wecken unschöne Erinnerungen an das Jahr 2024. «Damals sorgte das Update auf Samsungs One UI 6.1.1 für ein beinahe identisches Fehlerbild, was in den USA sogar in einer Sammelklage mündete», ruft das deutsche Techportal Winfuture in Erinnerung. Demnach beschuldigten die Kläger Samsung, eine Software verteilt zu haben, die bei den Betroffenen zu einem Datenverlust führen konnte.
Fairerweise sei erwähnt, dass andere Smartphone-Hersteller auch nicht vor Update-Pannen gefeit sind. Die aktuelle Situation verdeutliche, «wie komplex der Update-Prozess bei globalen Smartphone-Marken ist» hält das Techportal «Chip» fest. «Unterschiedliche Hardware-Varianten, regionale Anpassungen und Provider-Abhängigkeiten» machten eine fehlerfreie Software-Einführung «zu einer logistischen und technischen Herausforderung».
Für die Betroffenen ist das kein Trost.
