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Chrome, Edge, Opera: Google-Panne macht Millionen User angreifbar

Chrome, Edge, Opera: Google-Panne macht Millionen Internetnutzer angreifbar

Eine Schwachstelle in Browsern wie Chrome und Microsoft Edge wird zur Gefahr für die User. Google hat versehentlich einen «Exploit» veröffentlicht, mit dem Hacker die Lücke ausnutzen können.
26.05.2026, 08:0326.05.2026, 08:04
Steve Haak / t-online
Ein Artikel von
t-online

Google hat unbeabsichtigt Programmcode veröffentlicht, mit dem sich eine seit Ende 2022 bekannte Sicherheitslücke in zahlreichen Webbrowsern ausnutzen lässt. Der Angriffs-Code kursiert demnach weiterhin im Internet, obwohl Google ihn inzwischen von seinen Webseiten entfernt hat.

Betroffen sind alle Browser, die auf der Codebasis von Googles Chromium-Projekt aufbauen. Dazu gehören:

  • Google Chrome,
  • Microsoft Edge,
  • Brave,
  • Opera,
  • Vivaldi
  • Arc.

Wann Google die laut Entwicklern «schwerwiegende» Lücke schliessen wird, ist nicht bekannt.

Wo ist das Problem?

Frau vor Laptop mit Google Chrome (Logo). Symbolbild.
Die von Google entwickelte Browser-Software ist von einer Sicherheitslücke betroffen, die längst geschlossen sein müsste.Bild: imago-images.de

Der sogenannte Exploit-Code für die noch nicht behobene Sicherheitslücke wurde am Mittwoch, 20. Mai 2026, von Google veröffentlicht, wie Ars Technica berichtete.

Die Sicherheitslücke steckt gemäss Bericht in einem Programmteil der Browser, der dazu dient, grosse Dateien im Hintergrund herunterzuladen. Angreifer könnten die Lücke verwenden, um über eine manipulierte Webseite eine Software auf fremden Rechnern zu installieren. Diese Software laufe im Hintergrund weiter, auch wenn der Browser geschlossen werde. Auf manchen Systemen bleibe das Programm sogar nach einem vollständigen Geräteneustart aktiv.

Infizierte Browser liessen sich in anonyme Netzwerke einbinden, für koordinierte DDoS-Angriffe einsetzen oder zur Überwachung des Surfverhaltens nutzen, heisst es.

Das eigentliche Risiko liege darin, dass sich aus vielen infizierten Geräten ein Botnetz aufbauen lasse, das später mit weiteren Sicherheitslücken kombiniert werden könnte.

Was ist ein Botnetz?
Ein Botnetz ist ein Zusammenschluss vieler mit Schadsoftware infizierter PCs oder anderer internetfähiger Geräte. Cyberkriminelle können diese Geräte aus der Ferne steuern, oft ohne Wissen der Besitzer. Botnetze werden unter anderem genutzt, um Spam zu verschicken, Webseiten lahmzulegen oder Schadsoftware weiterzuverbreiten.

Die Sicherheitsforscherin Lyra Rebane, die die Browser-Sicherheitslücke ursprünglich entdeckt und im Dezember 2022 vertraulich an Google gemeldet hatte, sagte Ars Technica, die Ausnutzung des veröffentlichten Codes sei «ziemlich einfach». Den Aufbau eines grossen Botnetzes bezeichnete sie als aufwendiger, aber nicht unmöglich.

Rebane hat auch die Google-Panne letzte Woche zuerst bemerkt. Sie sei zunächst davon ausgegangen, dass die Lücke endlich geschlossen sei. Kurz darauf habe sie festgestellt, dass der Fehler weiterhin aktiv ausnutzbar sei.

«Im Thread zu Rebanes Meldung an Google bezeichneten zwei Entwickler die Sicherheitslücke in unabhängigen Antworten als ‹schwerwiegend›. Ihre Priorität wurde mit P1, der zweithöchsten Klassifizierung, und ihr Schweregrad mit S2, der dritthöchsten, eingestuft.»
quelle: arstechnica.com

Was hilft dagegen?

Besonders heikel sei die Lage für Nutzerinnen und Nutzer des Microsoft-Browsers Edge. In der aktuellen Version erscheine beim Ausnutzen der Lücke kein sichtbarer Hinweis wie ein Download-Pop-up oder eine Fehlermeldung. Der Angriff laufe vollständig im Verborgenen, heisst es.

Anwender sollten beim Surfen im Internet auf Fehlermeldungen oder Pop-ups achten. Nutzer des Edge-Browsers sollten vorerst ganz auf die Verwendung des Browsers verzichten, bis die Sicherheitslücke geschlossen ist.

Das Unternehmen reagiert laut Bericht zunächst nicht auf Anfragen, warum die Sicherheitslücke veröffentlicht wurde. Ein Sprecher erklärte, man sei sich der Veröffentlichung des Quellcodes bewusst und arbeite an einer Lösung.

Quellen

(dsc/t-online)

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