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ÖV an Pfingsten: SBB lassen Velofahrer auf dem Perron stehen

A man steps out of an InterCity train of the Swiss Federal Railways SBB in Biel, Switzerland, with his bike, on November 27, 2009. (KEYSTONE/Gaetan Bally) 

Ein Mann verlaesst am 27. November 2009 im  ...
Ausweichen auf Nebenstrecken ist am Pfingstwochenende üblich (Symbolbild).Bild: KEYSTONE

Pfingst-Chaos: SBB lassen Velofahrer auf dem Perron stehen

Wer an einem schönen Wochenende sein Velo mit dem Zug zum Startpunkt befördern möchte, hat keine Garantie, dass dies auch gelingen wird. Sogar Reisende ohne Velo mussten wieder aussteigen.
25.05.2026, 16:3225.05.2026, 16:32
Sabine Kuster / ch media

Velofahren im Mittelland ist schön. Und beliebt, da flacher als anderswo. Doch an sonnigen Wochenenden kann die SBB den Transport nicht mehr garantieren. Das ist die Bilanz dieser Pfingsten.

Die Veloplätze auf den ICN-Zügen waren schon zwei Wochen davor auf der Strecke Zürich-Solothurn am Pfingstsamstagmorgen ausgebucht. So beschloss ein Pärchen, auf den Interregio auszuweichen, in dem keine Reservationspflicht besteht – aber auch keine Reservationsmöglichkeit.

Doch diese Idee hatten viele andere auch: Die acht Veloplätze pro Zugkomposition waren sofort voll, mehr als ein Dutzend weitere Passagiere mit Velos wurden am Einsteigen gehindert. Dazu werden die Zugbegleiter angehalten, denn laut der SBB sind Velos ausserhalb der vorgesehenen Plätze ein Sicherheitsrisiko. Ausnahmen werden nicht gemacht.

Eine Stunde später dürfte sich das Szenario wiederholt haben: Noch mehr Passagiere mit Velos, viel zu wenige Plätze und keine Möglichkeit, auf eine langsamere Verbindung auszuweichen. Denn an diesem Wochenende kam hinzu, dass die S-Bahnen wegen der Bauarbeiten in Lenzburg nicht nach Aarau fuhren. Zwischen Othmarsingen und Aarau verkehrten Ersatzbusse – Velos dürfen da nicht verladen werden.

Improvisationstalent war gefragt

Während einige wohl ihre Pfingstpläne beerdigten oder erst Stunden später Platz in einem Zug Richtung Biel gefunden haben dürften, nahm das Pärchen die S-Bahn nach Othmarsingen, fand zweimal einen Buschauffeur, der ein Auge zudrückte, fuhr anschliessend mit einem Regio von Rupperswil nach Olten und von da nach Burgdorf – statt wie geplant nach Solothurn.

«Wir können nachvollziehen, dass es für die Reisenden ärgerlich war, dass sie ihr Velo nicht wie geplant mit auf die Reise nehmen konnten», sagt SBB-Mediensprecherin Fabienne Thommen. Man stelle fest, dass immer mehr Kundinnen und Kunden ihr Velo auf Zugreisen mitnähmen. Doch bei vielen Passagieren könne die Velomitnahme nicht garantiert werden. So schreibt das die SBB auch online zum Velotransport im Zug.

In diesem Fall war das Passagieraufkommen aber nur mit einem einzigen «Männchen» im Fahrplan prognostiziert gewesen. Oft funktionieren Belegungsangaben der Züge auch im KI-Zeitalter nicht verlässlich. Besser wurden die Fahrgäste am Pfingstsonntag-Abend bezüglich eines Zuges ab Olten informiert: In der Fahrplanabfrage wurde gewarnt, dass möglicherweise nicht einmal alle Passagiere Platz finden werden.

Auch Passagiere hatten nicht alle Platz gefunden

Dies war ein Lernfortschritt der SBB nach komplett überfüllten Zügen schon am Freitag vor Pfingsten: Wie der Blick schrieb, fuhr der Zug abends in Zürich erst ab, nachdem die Zugbegleiterin einige der überzähligen Passagiere aus dem Zug spediert hatte. Das wiederholte sich in Olten – der Zug verspätete sich dadurch um eine Viertelstunde.

«Rauswürfe» von Passagieren hat auch CH Media wiederholt beobachtet, so vor den letzten Sommerferien. Laut SBB sind solche Manöver selten, aber grundsätzlich dürfe ein Fernverkehrszug nur zu 160 Prozent belegt sein, einer, der den Gotthardtunnel passiere, nur zu 140 Prozent.

Dabei pries die SBB im Vorfeld die staufreie Fahrt an Pfingsten an: «Mit dem Zug statt im Schritttempo in den Süden», schrieben die SBB auf ihrer Website. Und man rüste sich für den erwarteten Ansturm mit vier Zusatzzügen und zusätzlichen Wagen an anderen Zügen. So würden 12'700 zusätzliche Sitzplätze geschaffen, diese «garantieren den Kundinnen und Kunden eine staufreie und entspannte Reise über die Pfingsttage».

Pfingsten und schönes Wetter bringen die Bahninfrastruktur an ihre Grenzen. Bezüglich der knappen Veloplätzen sagt Fabienne Thommen, man arbeite daran, mehr Kapazitäten zu schaffen. Allerdings könne man in den modernen Zugkompositionen keinen Gepäckwagen mehr anhängen.

Punktuelle Verbesserungen werden den Stau in den Zügen an Pfingstwochenenden daher nie lösen können. Für solche Tage müssen die Reisenden sich darauf einstellen: Mitnahme nicht garantiert, ob mit oder ohne Velo.

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stronghelga
25.05.2026 17:21registriert März 2021
Ein Zug bleibt ein Transportmittel für Menschen, nicht die mobile Erweiterung der heimischen Velogarage. Wenn an Feiertagen halb die Schweiz unterwegs ist, trifft der Anspruch halt manchmal auf die Realität.
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marcog
25.05.2026 18:02registriert Februar 2016
Ich transportiere vereinzelt auch mein Velo im Zug. Aber nicht an Pfingsten, Ostern o.ä. sondern an Tagen und auf Routen wo es genügend Platz hat. Ein Velo im Zug transportieren zu können ist kein Menschenrecht, sondern eine nette Geste der SBB, welche halt manchmal an ihre Grenzen stösst.
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dan2016
25.05.2026 16:50registriert April 2016
als Velofahrer fände ich Velowege geeigneter.....
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