Mit dieser Wette hat Mark Zuckerberg 80 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt
Es war Mark Zuckerbergs grösste Wette. Eine Herzensangelegenheit – grösser noch als Facebook selbst. So gross, dass er 2019 gleich die ganze Firma danach umbenannte. Das Metaverse wurde zur Leitvision: ein begehbares Internet, in dem sich Menschen dank Computerbrillen treffen – fast wie in der Realität.
Nun ist das Metaverse tot, über tausend Mitarbeitende wurden entlassen, rund 80 Milliarden Dollar verbrannt. Meta richtet sich neu aus, setzt alles auf künstliche Intelligenz, auf die Vision einer Superintelligenz. Geblieben ist nur der Name – als Echo eines vergangenen Traums.
Zuckerberg war nicht allein. Auch Google, Apple und Samsung investierten in Virtual Reality. Doch keiner glaubte so sehr daran wie er. Für einen Science-Fiction-Nerd wie Zuckerberg schien die Entwicklung zwangsläufig: vom Telegraphen über das Telefon und das Kino bis zum Internet – Medien wurden immer immersiver, die Grenzen immer durchlässiger. Am Ende: ein Cyberspace, kaum mehr von der Realität zu unterscheiden.
Warum also ist das Metaverse gescheitert? Weil Zuckerberg zu linear dachte. «Wahre Innovation», schreibt der Tech-Investor Peter Thiel, «entsteht nicht horizontal, sondern sprunghaft». Es ist kein Zufall, dass Thiel – einst einer der ersten Facebook-Investoren – kaum in Virtual Reality investierte. Auf den Computer folgte zwar das Smartphone. Aber auf das Smartphone folgt nicht einfach die nächste Bildschirm-Iteration. Sondern etwas anderes. Die KI.
Das heisst nicht, dass das Metaverse für immer tot ist. Doch vorerst herrscht Winter. So wie einst bei der KI – nach den grossen Versprechen der 1980er-Jahre. Erst mit genügend Zeit, Daten und Rechenleistung kehrte der Frühling zurück. So könnte es auch dem Metaverse ergehen. (fwa)
