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Der brutale Überfall ereignete sich in einer Luxuswohnung in der Nähe des Prato-Museums in Madrid. Die unbekannten Täter nahmen auch Laptops mit.
Der brutale Überfall ereignete sich in einer Luxuswohnung in der Nähe des Prato-Museums in Madrid. Die unbekannten Täter nahmen auch Laptops mit.Bild: keystone

Räuber foltern Bitcoin-Besitzer wegen Passwort und erbeuten Millionen

Ein in Spanien reich gewordener Internet-Unternehmer wurde misshandelt und gezwungen, die privaten Schlüssel herauszurücken.
03.11.2021, 16:44

Was ist passiert?

Ungewöhnliche Beute beim Überfall auf die Wohnung eines bekannten Internet-Unternehmers in Spanien: Die Täter seien nach Angaben des Opfers unter anderem mit «mehreren Dutzend Millionen Euro in Bitcoin» entkommen, berichteten Medien am Mittwoch unter Berufung auf die Polizei.

Nach eigenen Aussagen wurde der Mann von den Räubern vier Stunden lang gefoltert, damit er die Passwörter für sein digitales Vermögen verriet.

Die vier bis fünf vermummten Personen hätten an der Tür geklingelt und seien eingedrungen, als er nichts Böses ahnend aufgemacht habe. Bitcoins und andere Kryptowährungen werden sonst zumeist von Hackern gestohlen.

Die spanische Polizei bestätigte auf Anfrage die Medienberichte. Wegen der Vorgehensweise vermute man, dass es sich um eine Bande aus Osteuropa handeln könnte.

Wer ist das Opfer?

Der Überfall habe sich am Dienstagnachmittag in einem luxuriösen Wohnhaus nahe dem Prado-Museum im Zentrum der spanischen Hauptstadt ereignet. Bei dem Opfer handle es sich um einen seit Ende der 90er-Jahre in Spanien wohnenden US-Amerikaner.

Gemäss spanischen Medien ist es Zaryn Dentzel, der Gründer der früheren spanischsprachigen Social-Media-Plattform Tuenti. Er sei damit im Land berühmt und zum Millionär geworden. Nach dem Verkauf der Plattform an Telefónica und der Schliessung von Tuenti im Jahr 2016 sei Dentzel mit Spanien verbunden geblieben, heisst es.

Zum Zeitpunkt des Überfalls hielten sich in der Wohnung des 38-Jährigen aus Santa Barbara in Kalifornien nach dessen Angaben zwei weitere Männer auf – ein Freund und ein Handwerker. Beide seien ebenfalls gefesselt und geknebelt worden. Die Täter hätten ihn mit einem Taser attackiert, mit einem Messer in die Brust geritzt und mit einem Spray in die Augen gesprüht. Sie hätten Laptops, Tablets und Handys mitgenommen.

Es gibt laut Medienberichten auch Zeugen: Ein Nachbar des Amerikaners habe etwa ausgesagt, er habe gesehen, wie eine Gruppe vermummter Männer das Haus mit mehreren grossen Tüten verlassen habe, hiess es.

Was schützt vor solchen Attacken?

Sicherheitsexperten betonen, es sei wichtig, niemals mit eigenen Kryptowährungs-Beständen zu prahlen und diese nicht (online) zur Schau zu stellen. Niemand sollte genau wissen, wie viele Bitcoins jemand besitzt oder ob man überhaupt welche hat. Dann gerate man auch nicht ins Visier.

Das Newsportal Cryptopotato ruft den «berüchtigten 5-Dollar-Schraubenschlüssel-Angriff» in Erinnerung. Mehr brauche es für Kriminelle nicht, um ans Ziel zu kommen. Denn sie könnten mit einem solchen Werkzeug einem Opfer körperliche Gewalt androhen und es zur Herausgabe der privaten Schlüssel (bzw. Passwörtern zu Krypto-Konten) zwingen.

Gegen dieses Bedrohungsszenario könnten sich Krypto-Eigentümer allenfalls wappnen, indem sie ihr digitales Vermögen nicht nur mit Hardware-Wallets vor Hackerangriffen schützen, sondern Multi-Signatur-Adressen einrichten.

Bei sogenannten Multisig-Wallets lassen sich zwei oder mehr private Schlüssel hinzufügen, die dann auch erforderlich sind, um eine Transaktion zu autorisieren und Geld abzuheben. Ganz ähnlich wie bei einem Tresor, der sich nur mit zwei Schlüsseln öffnen lässt. Und natürlich sollten die Schlüssel zu den Krypto-Konten dann auch sicher an verschiedenen geografischen Standorten aufbewahrt werden.

(dsc/sda/dpa)

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