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ChatGPT-Stimme: Scarlett Johansson schaltet ihre Anwälte gegen OpenAI ein

FILE - In this Nov. 10, 2013 file photo, actress Scarlett Johansson arrives for the screening of the film 'Her' at the 8th edition of the Rome International Film Festival in Rome. Oxfam Inte ...
2013 verlieh Scarlett Johansson im Science-Fiction-Film «Her» ihre Stimme einer KI. Bild: AP

«Unheimlich ähnlich»: Darum schaltet Scarlett Johansson ihre Anwälte gegen ChatGPT ein

Die Anwälte von Scarlett Johansson fordern, dass OpenAI offenlegt, warum eine künstliche Stimme des KI-Chatbots so wie die Hollywood-Schauspielerin klingt.
21.05.2024, 15:18
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Hollywood-Star Scarlett Johansson verlangt vom ChatGPT-Erfinder OpenAI Aufklärung darüber, weshalb eine von der Firma präsentierte KI-Stimme ihrer eigenen sehr ähnelt. Ihre Anwälte hätten zwei Briefe an OpenAI und Firmenchef Sam Altman geschrieben, teilte Johansson in einer vom Sender NPR veröffentlichten Stellungnahme mit.

Die jüngst bei einer Vorführung zu hörende Stimme von ChatGPT sei ihrer so «unheimlich ähnlich» gewesen, dass selbst ihre engsten Freunde und auch Journalisten keinen Unterschied festgestellt hätten, betonte die Schauspielerin. OpenAI konterte, dass die Basis für die KI-Stimme von einer anderen Schauspielerin eingesprochene Sätze gewesen seien – und sie auch nie wie Johansson habe klingen sollen.

Der nun öffentlich gewordene Streit erklärt, warum OpenAI in der Nacht zum Montag angekündigt hatte, die Stimme mit dem Namen «Sky» vorläufig auszumustern.

Johansson schilderte, dass Altman bereits im September vergangenen Jahres auf sie zugekommen sei mit dem Angebot, ihre charakteristische Stimme als Basis für die KI-Stimme von ChatGPT zu nutzen. Nach reiflicher Überlegung habe sie aber aus persönlichen Gründen abgelehnt.

Sprechrolle in KI-Film «Her»

Das Angebot hat eine Vorgeschichte: Johansson hatte vor gut einem Jahrzehnt im Film «Her» die Sprechrolle einer KI-Software übernommen, in die sich der von Joaquin Phoenix gespielte Protagonist verliebt. Nach einer Demonstration am Montag vergangener Woche, bei der die aufsehenerregende Fähigkeit von ChatGPT, eine Unterhaltung zu führen, im Mittelpunkt stand, suchte Altman selbst den Vergleich: Er schrieb auf der Online-Plattform X, die Software sei wie KI aus Kinofilmen – und versah seine Botschaft mit dem Wort «her».

Johansson schrieb am Montag, sie sei «schockiert und wütend» gewesen, als sie die KI-Stimme aus der OpenAI-Vorführung gehört habe. Eine Klärung der Umstände sei wichtig. Gerade in Zeiten, in denen die Gesellschaft mit täuschend echten Deepfakes konfrontiert sei, brauche es Transparenz und wirksame Gesetze, um das Persönlichkeitsrecht des Einzelnen zu schützen. Es gehe «um den Schutz unseres Ebenbilds, unserer eigenen Arbeit, unserer eigenen Identitäten».

Fünf neue ChatGPT-Stimmen

«Sky» war zusammen mit vier anderen Stimmen – «Breeze», «Cove», «Ember» und «Juniper» – bereits im September 2023 bei ChatGPT eingeführt worden. Erst mit dem neuen KI-Modell GPT-4o soll der Chatbot aber eine wirklich fliessende Unterhaltung führen können.

Die fünf Stimmen basieren auf Sätzen, die Menschen für OpenAI eingesprochen haben. Sie seien aus mehr als 400 Bewerbungen von Film- und Bühnenschauspielern ausgesucht worden, hiess es in einem Blogeintrag der Firma. Ihre Namen nennt OpenAI nicht – «um ihre Privatsphäre zu schützen», wie es zur Begründung heisst.

Quellen

(dsc/sda/awp/dpa)

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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future--?
21.05.2024 08:43registriert November 2023
Tja, was soll ich sagen, dieses KI-Zeugs ist eine Katastrophe. Wenn eine Stimme kommt, die so klingt wie ich, wenn ein Bild generiert wird, das so aussieht wie ich, kann ich nichts dagegen machen, ich bin kein Hollywoodstar.
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Frank Kraschinsky-Rickenbacker
21.05.2024 09:22registriert Mai 2024
Ich kenne fünf Personen, die fast die identische Stimme haben, und ich kenne nicht einmal 0.05% aller Personen in der Schweiz.
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