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Samus Aran muss sich im neusten «Metroid»-Abenteuer mit aufsässigen Robotern auseinandersetzen.
Samus Aran muss sich im neusten «Metroid»-Abenteuer mit aufsässigen Robotern auseinandersetzen.
bild: zvg
Review

Warum Nintendo-Fans «Metroid Dread» lieben, aber auch ein bisschen hassen

Die langjährige und erfolgreiche Nintendo-Marke «Metroid» löst bei vielen positive Gefühle aus. Mit «Metroid Dread» kehren die Machenden nun zu den Gameplay-Wurzeln zurück, wagen gleichzeitig aber auch etwas Neues, das aber nicht allen gefallen wird.
12.10.2021, 20:0913.10.2021, 16:00

Sieht das fantastisch aus! «Metroid Dread» ist ein Videospiel, das jederzeit mit sehr viel Ambiance und mit einer Prise Oldschool die Augen erfreut. Die klassische 2D-Ansicht geht bei den Puristen direkt ins Herz. Sofort erinnern wir uns an das erste NES-Spiel (1986) oder das grandiose Abenteuer für Super Nintendo (1994), das uns gezeigt hat, wie eine intelligente Levelstruktur aussehen muss.

Der Kreis schliesst sich

Die «Metroid»-Reihe darf heute auf zahlreiche Ableger zurückblicken, die sich grob in zwei Lager aufteilen: Auf der einen Seite haben wir die klassischen 2D-Abenteuer, auf der anderen die 3D-Titel, wo vor allem die «Metroid Prime»-Reihe eine grosse Fangemeinde besitzt, die schon seit Jahren auf den vierten Teil wartet.

Da es wohl noch etwas länger dauern wird, bis wir den nächsten grossen Ableger spielen dürfen, gibt es halt in der Zwischenzeit Nachschub für die 2D-Fans. «Dread» ist der vorerst letzte Teil der 2D-Reihe und soll den grossen Handlungsbogen abschliessen.

Der Titel ist übrigens eigentlich kein reines 2D-Spiel. Denn in bestimmten Abschnitten kann auf Knopfdruck in eine 2.5-Ansicht gewechselt werden. Dabei betrachtet man die Titelheldin Samus Aran mit gewisser Distanz von schräg hinten. Diese Ansicht wird aber nicht überstrapaziert und kommt meistens zum Einsatz, wenn mittels Spezialwaffe auf die grossen, bösen Roboter gezielt werden muss. Doch dazu gleich mehr.

Die klassische 2D-Optik lässt Puristen-Herzen höher schlagen.
Die klassische 2D-Optik lässt Puristen-Herzen höher schlagen.
bild: zvg

Auf der Suche nach dem X

Im neusten Streich dreht sich alles um das X, ein gefährlicher Parasit, der bereits Samus Aran in der Vergangenheit heimgesucht hat. Dank eines Impfstoffs überlebte die Kopfgeldjägerin und konnte sogar das X auslöschen. Oder etwa doch nicht? Denn eines Tages erhält die sogenannte Galaktische Föderation eine Videobotschaft, die darauf hindeutet, dass das X immer noch lebt.

Eine Spezialeinheit, die aus sieben grossen sogenannten E.M.M.I.-Robotern (Extraplanetar-Mobil-Multiform-Identifizierer!) besteht, wurde daraufhin zum abgelegenen Planeten ZDR geschickt, um die Quelle ausfindig zu machen. Doch die Einheit verschwindet und hinterlässt ein grosses Fragezeichen. Nun wird Samus höchstpersönlich losgeschickt, um aufzuklären, was genau dort passiert ist und ob das X wirklich noch am Leben ist.

Auf dem Planeten ZDR warten kleine aber auch grössere Gegner.
Auf dem Planeten ZDR warten kleine aber auch grössere Gegner.
bild: zvg

Doch kaum auf dem Planeten angekommen, wird sie von einem Alien-Wesen ihrer Kräfte und Fähigkeiten beraubt und landet ohnmächtig in einer fremden Umgebung. Ohne grosse Bewaffnung muss sich die Dame nun orientieren und den Ausgang finden. Dabei wird wie schon bei den Vorgängern ein labyrinthartiges Gebiet erkundet und Waffen- und Fähigkeits-Upgrades genutzt, um verschlossene Bereiche zu öffnen.

Dank einer sehr detaillierten Karte haben die Spielenden in «Metroid Dread» stets den Überblick. Nur ein konkreter Hinweis auf das nächste Missionsziel wird vermisst. Dafür ist das Erfolgsgefühl umso grösser, wenn richtig kombiniert und endlich der Raum entdeckt wird, wo die Geschichte weitergeht.

Wer sich im «Metroid»-Universum übrigens bestens auskennt, hat natürlich einen Vorteil gegenüber den Neulingen. Wer mit «Metroid Dread» seine Jungfräulichkeit verliert, hinkt background-technisch natürlich etwas hinterher, kommt aber schnell in die Geschichte rein, da sie verständlich präsentiert wird und ehrlich gesagt auch ziemlich simpel ist.

Roboter als Stimmungskiller

Die verschwundenen E.M.M.I.-Roboter wurden ursprünglich dafür gemacht, um ein fremdes Terrain zu erforschen. Diese hünenhaften Wesen sind in der Regel harmlos, doch nach ihrem Verschwinden werden sie zur Gefahr, da sie infiziert wurden und nun Jagd auf die Kopfgeldjägerin machen.

Ihre Hüllen sind so stark, dass Samus vorerst nicht viel machen kann. Ihr bleibt also nur die regelmässige Flucht und muss sich in Geduld üben, um im richtigen Zeitpunkt eine Waffe sprich ein Upgrade zu erhalten, um die Roboter einen nach dem anderen auszuschalten.

Die E.M.M.I.-Roboter sind zäh und ohne Spezialwaffe nicht zu besiegen.
Die E.M.M.I.-Roboter sind zäh und ohne Spezialwaffe nicht zu besiegen.
bild: zvg

Gar nicht mal so einfach

Sind wir ehrlich: Diese Flucht-Passagen sind ein fieser Stimmungskiller und machen hässig. Bevor die Waffe zum Angriff vorhanden ist, muss Reissaus genommen werden. Diese Flucht endet öfters in einer Sackgasse und mit dem Bildschirmtod. Immerhin sind die Rücksetzpunkte immer fair. Doch wer diese nervigen Momente überleben möchte, muss üben, üben, üben und den Abschnitt fast schon auswendig lernen, um mit heiler Haut davon zu kommen.

«Metroid Dread» ist generell kein leichtes Videospiel. Die ersten Spielstunden sind zwar angenehm, aber je grösser der Fortschritt, desto mehr zieht der Schwierigkeitsgrad an. Gerade die Bossgegner verlangen viel Geduld und Können, um sie endlich zu bodigen. Doch auch hier gibt es dann viele Glücksmomente, wenn eine Aufgabe endlich gemeistert wurde.

Manchmal ist es besser einfach in Richtung Ausgang davon zu rennen.
Manchmal ist es besser einfach in Richtung Ausgang davon zu rennen.
bild: zvg

Geschmeidig und überladen

Samus steuert sich butterweich. Die Kopfgeldjägerin rennt und bewegt sich geschmeidig durch die Levels, rutscht in bestimmten Momenten graziös durch Spalten, ballert sich im Laufschritt durch Monsterhorden und hüpft elegant auf die nächste Plattform hoch. Die Spielenden haben dabei stets die volle Kontrolle und dürfen sich über coole neue Fähigkeiten freuen, um im Areal weiterzukommen.

Will man jedoch im späteren Verlauf von den diversen Schusswaffen und sonstigen Fähigkeiten rege Gebrauch machen, braucht es ein bisschen Fingerakrobatik und Zeit, bis die Griffe sitzen. Die Steuerung wirkt gerade in den späteren Spielstunden überladen. Schuld daran ist nicht die Anzahl Waffen und Möglichkeiten, um sich zu verteidigen, sondern weil sich die Aktions-Platzierungen auf dem Controller manchmal einfach falsch anfühlen.

Bodenständigkeit, die wir lieben

Fazit: Wenn der Startbildschirm erscheint und sanfte Klänge ertönen, wie sie uns «Metroid»-typisch schon seit Jahrzehnten immer wieder begegnen, werden wir sofort mit einer bestimmten Erwartungshaltung überschüttet. Verschachtelte Levelstruktur, Sackgassen, die uns zur Verzweiflung bringen aber auch mit Glücksgefühlen versorgen sobald wir mit dem richtigen Upgrade weiterkommen, das lieben wir einfach.

Klar bietet das Metroidvania-Genre mittlerweile sehr gute Alternativen, die auch mit diversen Gameplay-Neuerungen an den Bildschirm fesseln, aber die Bodenständigkeit ohne grosse Experimente des spanischen Entwickler-Teams Mercury Steam lieben wir halt ebenso.

«Metroid Dread» wird in der Game-Historie keine riesigen Fussstapfen hinterlassen, versorgt aber Fans der Reihe mit Nachschub, der beste Genre-Unterhaltung bietet und wieder einmal mit einer sehr starken Atmosphäre überzeugt.

Denn auch dieses «Metroid» hat uns wieder einen sagenhaften Soundtrack spendiert, der sofort die Nostalgie-Nerven kitzelt. Mit simplen Beats, die mal unheimlich, mal treibend durch die Levels huschen, wird viel Atmosphäre aufgebaut, die uns ebenso wie die puristische Optik an die Klassiker erinnert und uns für viele Spielstunden wunderschön einlullt.

«Metroid Dread» ist erhältlich für Nintendo Switch. Freigegeben ab 12 Jahren.

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