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Beim beliebten Replay-TV kommt die Zwangswerbung

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bild: nein-zum-spulverbot

Beim beliebten Replay-TV kommt die Zwangswerbung

Bei den Verhandlungen ums Replay-TV zeichnet sich eine Lösung ab: Der TV-Nutzer hat wohl künftig die Wahl zwischen Zwangswerbung und einem teureren Abo. Immerhin könnte die Replay-Dauer verlängert werden.
06.05.2020, 14:0106.05.2020, 16:02

TV-Sender und TV-Verbreiter wie Swisscom, UPC oder Zattoo verhandeln seit Monaten über neue Bedingungen beim zeitversetzten Fernsehen. Es geht um Geld und Macht bzw. um die Frage, wie der Gewinn aus den teuren Replay-TV-Abos zwischen Sendern und TV-Verbreitern verteilt werden soll.

Die TV-Sender beklagen, dass ihnen durch das Überspulen der Werbung Millionen an Werbeeinnahmen entgingen. Die SRG verlangte daher von Swisscom, UPC und Co. eine massiv höhere Entschädigung als bislang für zeitversetztes Fernsehen.

Nun sind die Verhandlungen offenbar auf der Zielgerade: Denn zuletzt sei die SRG von ihrer Maximal-Forderung abgekommen, schreibt der «Tages-Anzeiger» (Paywall). Statt einem um den Faktor 7.5 erhöhten Tarif gebe man sich mit einer Erhöhung des Basistarifs, der kein Spulen ermöglicht, um 15 Prozent zufrieden. Das würde das Replay-TV-Abo statt um mehrere Franken nur um wenige Rappen pro Monat und Kunde verteuern.

Überspringen der Werbung wird eingeschränkt

Brisant ist der zweite vorgeschlagene Tarif, der das Spulen grundsätzlich erlaubt: Möchte man eine Sendung zeitversetzt sehen, müsste man jedes Mal zuerst einen kurzen Spot von 7 Sekunden ansehen. Diese Werbung kann nicht übersprungen werden. Auch während eines Films soll es einen Werbeblock von 100 Sekunden geben, den man nicht überspringen kann. Der Werbeblock besteht «aus 3 Spots von je 20 Sekunden Dauer sowie Programmhinweisen des jeweiligen Senders», schreibt der «Tages-Anzeiger».

Die privaten TV-Sender wollten die Unterbrecherspots, die SRG dränge auf den 7-Sekunden-Werbespot vor jeder Sendung.

Wer gar keine Werbung will, bezahlt mehr

Offenbar wird auch ein dritter Tarif diskutiert für all jene, die gar keine Werbung sehen wollen. Bei diesem Modell müssten die Senderverbreiter einen weiteren Zuschlag von 4.50 bis 7 Franken pro Monat und Kunde zahlen. Diese Kosten würden voraussichtlich teils auf die Kunden überwälzt. Immerhin: In diesem Fall könnten Kunden die Werbung bequem mit einem Knopfdruck überspringen, also ohne an die richtige Stelle spulen zu müssen.

14 statt 7 Tage Replay-Dauer?

Die TV-Verbreiter haben ebenfalls Forderungen: Sie argumentieren, die Zwangswerbung würde von den Kunden nur akzeptiert, wenn im Gegenzug das Angebot erweitert werde. Ihnen schwebt daher eine Verlängerung der Replay-Dauer auf 30 Tage vor. So wollen sie wohl ein weiteres Abwandern der Nutzer zu Netflix und Co. verhindern. Die SRG will laut Bericht auch von einer Verdoppelung auf 14 Tage nichts wissen.

Auch hier gilt: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

(oli)

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