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FILE - In this March 16, 2010 file photo, Spotify CEO Daniel Ek is interviewed by Wired's Eliot Van Buskirk, unseen, at the Austin Convention Center during SXSW in Austin, Texas. Ek on Tuesday, Nov. 11, 2014 voiced disappointment that Taylor Swift pulled her music off the popular music streaming service, denying claims it's making money

Daniel Ek ist CEO von Spotify. Bild: AP/Austin American-Statesman

Spotify wirft Apple unfairen Wettbewerb vor – und legt Beschwerde bei der EU ein

Spotify-Chef Daniel Ek kritisiert Apple. Der iPhone-Konzern mache Spotify das Leben absichtlich schwer, um seinen eigenen Produkten Vorteile zu verschaffen. Nun legt der Streaming-Marktführer Beschwerde bei der EU-Kommission ein.



Streaming-Anbieter wie Spotify und Netflix kritisieren schon länger, dass sie bei Abo-Abschlüssen auf dem iPhone einen Teil der Erlöse an Apple abgeben müssten. Jetzt hat der Marktführer Spotify genug und legt Beschwerde bei der EU-Kommission ein.

Apple habe in seinem App Store Regeln eingeführt, die die Auswahl für Konsumenten einschränkten und Innovationen bremsten, erklärte Spotify-Chef Daniel Ek am Mittwoch.

In Apples App Store - und auch auf anderen Download-Plattformen wie etwa Googles Play Store für Android-Geräte - ist es üblich, dass App-Anbieter 70 Prozent der Erlöse bekommen, während 30 Prozent beim Betreiber bleiben. Das gilt auch für Käufe innerhalb von Apps. Bei Abo-Erlösen senkt Apple die Abgabe vom zweiten Jahr an auf 15 Prozent.

Apple macht das Leben schwer

Musikstreaming-Anbieter zeigten sich schon lange unzufrieden damit, dass sie einen Teil der Abo-Erlöse an Apple abgeben müssen, während der Konzern bei seinem eigenen, konkurrierenden Dienst den gesamten Betrag bekommt. «Wenn wir diese Steuer bezahlen, würde uns das zwingen, unsere Premium-Mitgliedschaft künstlich deutlich teurer zu machen als Apple Music», kritisierte Ek.

Spotify bot die Abos in der iPhone-App eine Zeit lang teurer an als im Web. Inzwischen kann man das Premium-Abo auf dem iPhone gar nicht mehr abschliessen. Auch der Videostreaming-Dienst Netflix bietet seit Ende vergangenen Jahres Neukunden keine Möglichkeit mehr an, ein Abo direkt in der App zu erwerben.

Apple mache Spotify das Leben schwieriger, weil der Musikdienst nicht das Bezahlsystem des iPhone-Konzerns nutze, schrieb Ek. So habe Apple regelmässig App-Updates blockiert und Spotify von firmeneigenen Produkten wie der Assistenzsoftware Siri, dem vernetzten Lautsprecher HomePod und der Computer-Uhr Apple Watch ferngehalten. Ausserdem würden die Möglichkeiten, mit Nutzern zu kommunizieren, eingeschränkt.

«Wir wollen keine Sonderbehandlung», schrieb Ek und verwies darauf, dass etwa der Fahrdienst-Vermittler Uber oder der Essenlieferdienst Deliveroo auch keine Abgaben für die einzelnen Transaktionen in ihren jeweiligen Apps zahlen müssten.

96 Millionen zahlende Kunden

Spotify schloss das vergangene Quartal mit 96 Millionen zahlenden Abo-Kunden ab, 9 Millionen mehr als drei Monate zuvor. Zusammen mit der Gratis-Version kam Spotify auf 207 Millionen Nutzer. Apple Music als Nummer zwei im Markt hat nach jüngsten Angaben mehr als 50 Millionen zahlende Nutzer - eine kostenlose Version hat der iPhone-Konzern nicht. (sda/awp/dpa)

Darum löscht Spotify Musik von R. Kelly aus Playlisten

Video: srf

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 13.03.2019 14:45
    Highlight Highlight Jaja, der "Freie" Markt. Sowohl Apple als auch Google kassieren 70% bei den App Käufen. Keiner kommt auf die Idee, seinen Anteil etwas zurückzuschrauben, damit die selben Apps auf der eigenen Plattform günstiger sind, als bei der Konkurrenz... Riecht ein bisschen nach Preisabsprachen...
    • Musikuss 13.03.2019 15:43
      Highlight Highlight 30%, nicht 70%. Lies den Artikel noch mal 🧐
    • bancswiss 13.03.2019 17:49
      Highlight Highlight Ja bei den Apps verdienen beide, Apple legt einfach immer noch ganz kräftig obendrauf bei anderen Diensten. So bei den Abos, prioritären Anschlüssen, bei Apple Pay usw. Alles nicht der Fall bei Google bzw. Android.
      Und doch kaufen es die Leute. Wirklich besser ist es ja nicht, zumindest technisch schon lange nicht mehr.
    • TanookiStormtrooper 13.03.2019 17:55
      Highlight Highlight Richtig... Zahlendreher... Sorry...
      Trotzdem seltsam, kassieren beide exakt die Selbe "Provision"... Android hätte ja eine grössere Nutzerbasis, da könnte man mit den Anteilen um 5% runter und würde vermutlich immer noch sehr viel Kohle verdienen, die beide Konzerne ja sowieso nicht versteuern. 😜

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