Digital
Google

So will Google gegen Terror-Videos bei YouTube und Co. vorgehen

So will Google gegen Terror-Videos vorgehen

18.06.2017, 19:5418.06.2017, 21:43

Nach Facebook hat auch Google angekündigt, den Kampf gegen terroristische Inhalte im Netz mit künstlicher Intelligenz zu verstärken. Der Internet-Konzern werde dafür mehr Entwickler und seine modernste Technologie bei selbstlernenden Maschinen einsetzen, kündigte Google-Chefjurist Kent Walker am Sonntag an. Gleichzeitig will Google aber auch verstärkt auf Hilfe von Experten setzen.

Damit sollen unter anderem bei der Videoplattform YouTube automatisch mehr Clips mit Terrorpropaganda aufgespürt werden. Auch die Zahl der Experten, die über als verdächtig markierte Videos entscheiden, werde stark erhöht, schrieb Walker in einem Beitrag in der Londoner Zeitung «Financial Times».

Google setzt dabei auf «Trusted Flagger», das sind Einzelpersonen oder Organisationen, denen Google vertraut, wenn sie anstössige oder rechtswidrige Inhalte anzeigen. Das können auch Strafverfolgungsbehörden sein.

Walker betonte, Google, YouTube und andere Internet-Firmen arbeiteten zwar schon seit Jahren daran, solche Inhalte zu finden und zu löschen – aber «die unbequeme Wahrheit ist, dass wir als Industrie eingestehen müssen, dass noch mehr getan werden muss. Jetzt.»

Google setze bereits auf die Analyse von Videobildern, um Terror-Propaganda auch ohne Hinweisen von Nutzern zu entdecken, betonte Walker.

Selbstlernende Maschinen

Mehr als die Hälfte der gelöschten Inhalte in den vergangenen sechs Monaten sei so gefunden worden. Entwickler des Internet-Konzerns hätten auch Technologie entwickelt, die ein erneutes Hochladen bereits bekannter terroristischer Videos verhindere.

Auch Facebook gab vor wenigen Tagen bekannt, dass selbstlernende Maschinen stärker dafür eingesetzt werden, solche Inhalte gar nicht erst wieder auf die Plattform durchzulassen. Zudem werde an einem Algorithmus gearbeitet, der durch Textanalyse terroristische Propaganda erkennen solle.

Internet-Unternehmen stehen in Europa unter wachsendem Druck aus der Politik, härter gegen Terror-Inhalte vorzugehen. So erklärte die britische Premierministerin Theresa May nach dem jüngsten Attentat auf der London Bridge, Extremismus finde im Netz eine sichere Brutstätte - und die grossen Internetunternehmen liessen dies zu.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Neue Notbremsassistenten übersehen Kinder in Warnkleidung
Der ADAC hat Notbremsassistenten von sechs Fahrzeugen getestet. Dabei zeigten sich teils gefährliche Schwächen bei der Erkennung von Fussgängern und insbesondere Kindern.
Sie sollen Leben schützen – doch offensichtlich hat der Schutz Grenzen: Der ADAC hat in einer Studie Sicherheitslücken bei Notbremsassistenten von Autos aufgedeckt. Die Systeme von sechs getesteten Fahrzeugen erkannten Fussgänger und Kinder unter bestimmten Umständen bei Dunkelheit nicht zuverlässig und konnten Kollisionen in diesen Fällen nicht verhindern.
Zur Story