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FILE- In this Jan. 15, 2004, file photo Google co-founders Larry Page, bottom, and Sergey Brin are seen at company headquarters in Mountain View, Calif. Twenty years after Page and Brin set out to organize all of the internet’s information, the search engine they named Google has morphed into a dominating force in smartphones, online video, email, maps and much more. (AP Photo/Ben Margot, File)

Damals, 2004, hatten die Google-Gründer noch Freude an Medienauftritten: Larry Page (unten) und Sergey Brin. archivBild: AP

Paukenschlag bei Google: Die Gründer Larry Page und Sergey Brin ziehen sich zurück

Die beiden Google-Gründer und Multimilliardäre ziehen sich zurück. Ihr langjähriger Lieutenant, Sundar Pichai, übernimmt beim Alphabet-Konzern die Führung.



Das Wichtigste in Kürze:

Schon seit Jahren war von Google-Mitgründer Larry Page kaum etwas zu hören, obwohl er an der Spitze des Dachkonzerns Alphabet stand. Jetzt bekommt Google-Chef Sundar Pichai auch die Führung bei der Mutter – in einer schwierigen Zeit für den Internet-Riesen.

Google-Chef Sundar Pichai übernimmt nach dem Rückzug der beiden Gründer aus dem Tagesgeschäft nun auch die Führung beim Mutterkonzern Alphabet. Larry Page und Sergey Brin, die den Internet-Konzern vor mehr als 20 Jahren gegründet hatten, behalten aber Sitze im Verwaltungsrat, der dem Vorstand übergeordnet ist. Sie haben zudem auf Dauer starken Einfluss durch besondere Aktien mit mehr Stimmrechten.

Page war zuletzt Alphabet-Chef, Brin hielt im Management einen Posten als «President» mit einem nicht näher beschriebenen Aufgabenbereich.

Der neu mächtigste Mann im Alphabet-Konzern

FILE - In this May 7, 2019 file photo, Google CEO Sundar Pichai speaks during the keynote address of the Google I/O conference in Mountain View, Calif. Google co-founders Larry Page and Sergey Brin are stepping down from their roles within the parent company, Alphabet. Pichai will stay in his role and also become CEO of Alphabet. (AP Photo/Jeff Chiu, File)
Sundar Pichai

Sundar Pichai tritt in Pages Fussstapfen. Bild: AP

Sundar Pichai wurde 1972 in Indien geboren. In die USA kam er 1993 mit einem Stipendium für die kalifornische Elite-Universität Stanford, um Halbleiter-Physik zu studieren. Sein erstes Job-Interview bei Google hatte am 1. April 2004, dem Tag, an dem das Unternehmen Gmail einführte, wie Reuters schreibt. Vorher hatte er für die Unternehmensberatungsfirma McKinsey gearbeitet.

Bei Google übernahm Pichai das Android-Geschäft von Andy Rubin, dem Gründer der Gruppe, und machte es zum weltweit dominierenden Handy-Betriebssystem. Er zeichnete auch für die Entwicklung des Chrome-Browser verantwortlich, dem heute dominierenden Web-Browser.

Im November 2015 wurde er Google-CEO.

Ein Abschied auf Raten

Branchenbeobachter spekulierten bereits seit einiger Zeit über die Zukunft von Google-Gründer Page: Der 46-jährige liess sich kaum in der Öffentlichkeit blicken. Er überliess Pichai bereits zum Beispiel auch die Telefonkonferenzen mit Analysten nach Vorlage der Quartalszahlen.

FILE - In this May 15, 2013 file photo, Google co-founder and CEO Larry Page speaks during the keynote presentation at Google I/O 2013 in San Francisco. Google may have to pay more than half a billion dollars for an unorthodox stock split aimed at ensuring co-founders Page and Sergey Brin retain control over the Internet’s most profitable company.  (AP Photo/Jeff Chiu, File)

Larry Page zog sich bereits vor längerer Zeit weitgehend zurück. Bild: AP/AP

«Wir waren nie welche, die sich an Management-Positionen klammern, wenn wir denken, dass es einen besseren Weg gibt, das Unternehmen zu leiten», verkündeten Page und Brin in einem gemeinsamen Beitrag im Firmen-Blog. Titel: A letter from Larry and Sergey.

Darin heisst es zum Abschied der beiden Gründer:

«Wir sind zutiefst demütig, dass sich ein kleines Forschungsprojekt zu einer Quelle des Wissens und der Befähigung für Milliarden entwickelt hat. Eine Wette, die wir als Stanford-Studenten gemacht haben, hat zu einer Vielzahl anderer Technik-Wetten geführt. Wir hätten uns nicht ausmalen können, als wir damals, 1998, unsere Server von einem Studentenzimmer in eine Garage übersiedelt haben, welche Reise folgen würde.»

MENLO PARK, CA - OCTOBER 02:  The home where Google co-founders Larry Page and Sergey Brin rented the garage 8 years ago to set up Google is seen October 2, 2006 in Menlo Park, California. Reportedly, Google purchased the 1,900 square foot house where they used to rent out the garage from Susan Wojcicki for $1,700 a month.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Das Haus mit Garage, die die Google-Gründer mieteten, um ihren Server einzurichten. Bild: Getty Images

Massive interne Probleme

Durch den Rückzug vermeiden die beiden, sich dem wachsenden Konflikt mit der Google-Belegschaft stellen zu müssen, kommentiert heise.de. In dem Vorzeigekonzern gäre es. Anstoss gäben unter anderem Sexismus, die Beschäftigung ehemaliger Spitzenbeamter und umstrittene Regierungsaufträge.

Auch die Zwei-Klassen-Gesellschaft mit «echten» Googlern mit berühmt guten Arbeitgeberleistungen und über Zeitarbeitsfirmen herangezogene Kräfte mit geringer Entlohnung und Extras sorgten für wachsenden Unmut.

«Die internen Probleme Googles lassen sich nicht mehr unter den Teppich kehren. Mehrere Kundgebungen und kurzfristige Arbeitsniederlegungen, das Durchsickern interner Rundschreiben an die Öffentlichkeit, umstrittene Entlassungen und Anläufe zur gewerkschaftlichen Organisation zeichnen ein deutliches Bild.»

quelle: heise.de

Kürzlich habe Sundar Pichai sogar die freitäglichen Mitarbeiter-Treffen abgeschafft, bei denen offen über alles gesprochen werden konnte. Dabei dürfe nur noch über Business und Strategie gesprochen werden.

Im Visier der Wettbewerbshüter

Alphabet war 2015 als Konzerndach über Google gesetzt worden. Die Idee war, diverse neue Bereiche als eigenständige Schwesterfirmen neben Google zu führen. Page wechselte damals von der Google-Spitze in den Chefposten bei Alphabet. Pichai übernahm die Führung bei Google. Diesen Job wird er behalten.

Zu Alphabet gehören heute zum Beispiel die Roboterauto-Firma Waymo und der Lieferdrohnen-Entwickler Wing. Die Einnahmen kommen allerdings nach wie vor fast ausschliesslich aus dem Werbegeschäft von Google. Die anderen Alphabet-Firmen mit ihren neuen Technologien erzeugen hohe Kosten bei überschaubaren Umsätzen. Die Stärke des Google-Geschäfts liess aber die Aktie in diesem Jahr bisher um rund ein Viertel zulegen.

Der Konzern steht jedoch – genauso wie andere amerikanische Tech-Schwergewichte unter verstärktem politischen Druck. Inzwischen nehmen auch die lange wohlwollenden US-Wettbewerbshüter Google ins Visier. In Europa verhängte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager bereits Strafen von mehr als acht Milliarden Euro gegen Google. Der Internet-Konzern steckte sie locker weg.

Page war in der Anfangszeit Chef von Google, räumte dann den Platz für den erfahrenen Software-Manager Eric Schmidt und kehrte 2011 wieder an die Google-Spitze zurück. Die Alphabet-Mitteilung machte nun deutlich, dass die beiden Gründer keine Ambitionen haben, irgendwann noch einmal wieder ins Management zurückzukommen.

(dsc/sda/dpa)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tabula23 04.12.2019 17:12
    Highlight Highlight Brave.com befreit uns von der Datenkrake 🤗 🤩
  • Freebee 04.12.2019 08:23
    Highlight Highlight Kudos an die zwei. Was sie geschaffen haben ist einzigartig, ob man nun Google mag oder nicht. Sie sind immer cool geblieben, haben sich nie gross profiliert. Hoffentlich gehen sie jetzt den Weg von Bill Gates und finden eine neue, grosse Aufgabe. Die Welt braucht solche Leute mehr denn je.
    • @schurt3r 04.12.2019 08:47
      Highlight Highlight Hoffentlich nicht!
      Die Welt braucht keine Milliardäre, die sich undemokratisch verhalten. Die Welt braucht Steuergerechtigkeit 👍🏻
    • Der Tom 04.12.2019 09:21
      Highlight Highlight @schurter Ja finde ich auch aber wieso sollte das ohne diese beiden besser werden? Ich bin sicher, dass Google und Facebook ihre Macht erst recht ausspielen werden sobald die Patrons weg sind. Die Nachfolger nehmen es nicht mehr persönlich...
    • p4trick 04.12.2019 09:26
      Highlight Highlight @schurt3r: Wie darf man das verstehen? Bill Gates z.B. hilft mit seinen Milliardären vielen Menschen, z.B. das Projekt mit WC Anlagen in Afrika? Schon gelesen?
      "Steuergerechtigkeit" wäre toll. Toll wäre aber dann auch, dass das Geld von den Staaten sinnvoll ausgegeben wird, das ist NICHT der Fall!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno S.1988 04.12.2019 07:56
    Highlight Highlight Stadia war der letzte Fail vor dem Abgang 😅
    Ohne die Suchmaschine und Android wäre es Google so ergangen wie Yahoo.
    • geisit 04.12.2019 09:23
      Highlight Highlight Stadia als Fail abzutun, ist noch ein wenig zu früh.
    • rburri38 04.12.2019 09:29
      Highlight Highlight Wow, das kann man über die meisten Firmen sagen... Ohne das iPod/iPhone wäre Apple es so ergangen wie HTC und sie würden kaum noch existieren.
  • ravendark 04.12.2019 07:27
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • imposselbee 04.12.2019 05:52
    Highlight Highlight Ich versteh die Beiden. Bei so einer Firma, wo es praktisch nur noch Top-Shots als Mitarbeiter hat, muss es für die Beiden nur noch frustrierend sein, bei den Management-Meetings zu sehen, dass jeder besser ist. Zudem können sich die beiden jetzt auf philanthropische Projekte oder sich auf die ethischen Aspekte von Google konzentrieren.
    • p4trick 04.12.2019 09:28
      Highlight Highlight In einer Firma zu arbeiten, wo jeder besser ist als Du, hat einen entscheidenen Vorteil: Es bringt dich weiter!
    • so war es doch nicht gemeint 04.12.2019 11:56
      Highlight Highlight @p4tricky
      Hast du schon in einem solchen Unternehmen gearbeitet, wo alle besser sind als du?
      Häufig ist es gerade umgekehrt.
  • Scaros_2 03.12.2019 23:24
    Highlight Highlight Grund?
    • Peperouny 04.12.2019 00:06
      Highlight Highlight Mit einem Vermögen von ca. 60 Mrd. USD darf man die Füsse doch mal hochlegen. 😉
    • PeteZahad 04.12.2019 07:21
      Highlight Highlight Don't be evil
    • @schurt3r 04.12.2019 07:26
      Highlight Highlight Guckst du Artikel ;-)

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