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Drohnenflieger in Reinach

So steuert Gino Oggier seine Drohne.  Bild:zvg

Neuer Trend Drohnen-Rennen kommt in die Schweiz – die Athleten sehen dabei aber irgendwie doof aus

FPV Racing erobert die Schweiz: Drohnen, gesteuert aus der Ich-Perspektive heizen dabei mit bis zu 160 Stundenkilometern um die Wette. 

Benjamin Rosch
Benjamin Rosch



Stell Dir vor, du sitzt im Cockpit und donnerst mit bis zu 160 Sachen durch die Landschaft – und das alles ohne Flieger-Brevet. Gut, das «Donnern» ist eher ein Surren und statt des Steuerknüppels hältst Du nur eine Fernbedienung in der Hand. Es wirken auch keine 3G auf Dich, denn Du sitzt dabei im Gartenstuhl. Aber dennoch kommst Du dem Gefühl eines echten Piloten kaum näher als beim FPV-Racing.

FPV, das steht für First Person View und erklärt das Phänomen rund um einen neuen Trend in der Tech-Szene. Meist sind es Quadrocopter, die mit einer Kamera vorne am Bug ausgerüstet werden. Die 450 bis 600 Gramm leichten Drohnen senden dann ein analoges Bild an eine Brille, die der «Pilot» trägt. Dieser steuert das Fluggerät anhand jener Bilder intuitiv, als sässe er selbst darin. Das braucht vor allem zwei Dinge: Einen guten Orientierungssinn und einen starken Magen. «Man sollte sich dabei setzen, ich habe schon Leute gesehen, die umgefallen sind», sagt Gino Oggier.

Der Automechaniker hat sein Hobby zum Nebenjob gemacht und betreibt in Basel unter simple-fpv.com einen Internet-Shop für Drohnen Racer. Inzwischen ist in einigen Ländern FPV-Racing nämlich zum Sport geworden, besonders in Deutschland, Frankreich und den USA boomen Drohnen-Rennen. «Auch in der Schweiz ist ein Trend zu beobachten», sagt Oggier. Bislang beschränke sich die Szene auf ein paar hundert Flieger, es würden aber stetig mehr. 

Drohnen Racing in der Tiefgarage, Simon Oggier beim FPV Racing

Auch eine leere Tiefgarage kann zum Fluggelände werden. zvg

Nur kurze Rennen möglich

Von offiziellen Rennen ist man noch weit entfernt, dafür müssen Drohnen-Racer ins Ausland fahren. «Grümpeli» gibt es aber auch hierzulande, vor rund einer Woche fand ein solches beispielsweise im Baselbieter Reinach statt. Die Regeln sind simpel: Mit Fahnen wird ein Parcours abgesteckt. Dieser führt üblicherweise um natürliche Hindernisse wie Bäume oder Sträucher. Zusätzlich vereinbaren die Teilnehmer die Rundenzahl – fertig. Besonders lange dauern diese Wettkämpfe sowieso nicht. Das hat zwei Gründe: Zum einen halten die Akkus für die kleinen Flitzer nur einige Minuten, zum anderen wird die Konzentration der Piloten stark beansprucht.

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Bilder vom «Grümpeli» in Reinach. YouTube/Sascha Müller

Auch wenn das sportliche Reglement keine Bibel ist: Eingeschränkt wird die Freizeitbeschäftigung vor allem durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). In der «Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien» steht beispielsweise:

«Wer eine Drohne oder ein Flugmodell mit mehr als 500 Gramm Gewicht betreibt, muss für allfällige Schäden eine Haftpflichtdeckung im Umfang von mindestens 1 Million Franken gewährleisten.»

Auch dürfen Drohnen nie über Menschenansammlungen gesteuert werden und für Videobrillen brauchts eine Bewilligung. Gefährlich findet Oggier sein Hobby nicht: «Die Drohnen richten kaum Schaden an. Die Propeller können aber schon schneiden.»

Es ist ein aufwendiges und zumindest am Anfang auch ein ziemlich teures Hobby. Die Grundausstattung kostet schnell einmal rund tausend Franken, auch muss immer wieder etwas ersetzt werden, da «schon schnell etwas kaputt geht.»

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So sehen offizielle Rennen in Deutschland aus. YouTube/Rolf Venz

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