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epa04749126 A handout image relased by the German Bundeswehr armed forces on 15 May 2015 of migrants on a dinghy spotted by German Navy's frigate 'Hessen' at sea in the Mediterranea off the Libya coast, 14 May 2015. More than 100 migrants in distress spotted on a rubber dinghy in the open waters were saved and brought aboard frigate Hessen. They shall be handed in to Italian authorities in a Sicilian harbour.  EPA/CHRISTIAN KRUSE / HANDOUT MANDATORY CREDIT: BUNDESWEHR/PAO MITTELMEER  - SOURCE DOES NOT PERMIT ANY ALTERATIONS TO THE IMAGE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Das Flüchtlingsproblem im Mittelmeer ist weiterhin nicht gelöst. Italien fühlt sich von zahlreichen EU-Ländern im Stich gelassen. Bild: EPA/DPA/GERMAN ARMED FORCES

Renzi will ertrunkene Bootsflüchtlinge vom Meeresgrund holen, um zu beweisen, was geschehen ist



Angesichts des Widerstands in der EU gegen eine Quote zur gerechten Verteilung von Flüchtlingen hat Italiens Regierungschef Matteo Renzi eine drastische Massnahme angekündigt: Italien werde die Leichen von hunderten Flüchtlingen bergen.

Diese waren im April nach dem Kentern eines einzelnen Boots im Mittelmeer ums Leben gekommen. Renzi kündigte den Schritt am Dienstag in einem Fernsehinterview an. «Wir werden an den Meeresgrund gehen und dieses Boot bergen», sagte er. 

epa04756979 Italian Prime Minister Matteo Renzi during the registration of the Rai Tv program 'Porta a porta,' hosted by journalist Bruno Vespa, in Rome, Italy, 19 May 2015.  The European Commission said 19 May 2015 that it has not changed its positive assessment of Italy's budget plans after Premier on 18 May 2015 announced one-off payments to 3.7 million pensioners in response to a Constitutional Court ruling against a 2011 freeze in index-linked increases in higher pensions.  EPA/ANGELO CARCONI

Matteo Renzi, Regierungschef von Italien. Bild: EPA/ANSA

«Dort unten sind 500 bis 600 Leichen. Die ganze Welt soll sehen, was geschehen ist», fügte der Ministerpräsident hinzu. Damit wolle er bewirken, «dass diejenigen, die vorgeben, nichts gesehen zu haben, damit aufhören». Renzi wandte sich damit gegen die vielen EU-Länder, die eine Quote zur Verteilung der vielen Flüchtlinge ablehnen.

Bergungsaktion kostet bis zu 20 Millionen

Renzi führte aus, die Bergungsaktion werde voraussichtlich «zwischen 15 und 20 Millionen Euro» kosten. «Ich hoffe, die Europäische Union bezahlt, wenn nicht, machen wir das», fügte der italienische Regierungschef hinzu.

An Bord des Flüchtlingsboots waren mehr als 700 Menschen gewesen, darunter auch Kinder. Sein Untergang vor der libyschen Küste hatte den dringenden Handlungsbedarf angesichts der Flüchtlingskrise im Mittelmeer deutlich gemacht, die EU setzte einen Sondergipfel an.

Vorige Woche stellte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sein Vorhaben vor, die Flüchtlinge künftig mit einer Quote gerechter auf die EU-Mitgliedstaaten zu verteilen, um die Mittelmeer-Anrainer wie Italien und Griechenland zu entlasten. Etwa ein Dutzend Mitgliedstaaten, darunter Grossbritannien, Frankreich, Spanien und Ungarn, lehnen das Vorhaben jedoch ab. (feb/sda/afp)

Zivile Schiffe als Retter im Mittelmeer

Die Flucht übers Mittelmeer

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 20.05.2015 11:13
    Highlight Highlight Das Dubliner Übereinkommen verpflichtet die Mitgliedsstaaten, dass ein Asylverfahren in dem Mitgliedsland durchzuführen ist, in dem der Asylbewerber erstmals den Boden der EU betritt. Offenbar kümmert dies weder die Mitgliedsstaaten noch die Flüchtlinge.Tatsächlich läuft es in etwa so: "Der Flüchtling Achmed hat mit seiner Grossfamilie einen anstrengenden Weg hinter sich.Er floh vor einem halben Jahr aus Nahost nach Bulgarien,von dort aus weiter nach Rumänien, schlug sich dann nach Ungarn durch, kam von da nach Österreich,bis die ganze Grossfamilie endlich in der CH auf sicherem Boden landete"
    • zombie1969 20.05.2015 11:42
      Highlight Highlight 2)
      Damit hat Achmed mit seiner Grossfamilie vier Mitgliedsstaaten der EU durchquert, die anscheinend alle froh waren, dass Achmed jedes Mal weiterreiste.
  • 足利 義明 Oyumi Kubo 20.05.2015 06:40
    Highlight Highlight Die Tragödie tut mir leid, aber warum wird immer nach der Pflicht Europas geschrien? Verursacher sind doch afrikanische Staaten.

    Es kommt mir vor wie jene bärtigen alten hirnverbrannten Meinungsmacher, welche behaupten, dass vergewaltigte Frauen selber schuld seien, wenn sie vergewaltigt werden, wenn sie sich fraugerecht anziehen.
    • Joey Madulaina 20.05.2015 11:01
      Highlight Highlight Verursacher sind westliche Länder, deren Grosskonzerne Afrika ausbeuten und ihre Verantwortung nicht wahrnehmen. Wir sind Mitschuldig am Leid in Afrika mit unserer Wirtschaft(spolitik) - also müssen wir das Leid auch mindern.
    • 足利 義明 Oyumi Kubo 20.05.2015 13:31
      Highlight Highlight Immer die gleiche Leier!!!

      Afrika profitiert u.a. auch von den Grosskonzernen. Wenn Sie den Fortschritt nicht umsetzen können, ist das nicht unser Problem.

      Wenn wir uns verbessern können, dann höchstens in der Art wie wir hirnlos "Entwicklungshilfe" leisten.
    • Joey Madulaina 20.05.2015 16:15
      Highlight Highlight Na klar profitieren sie, wenn sie in Minen zu einem tiefen Lohn ausgenutzt werden und bei Streiks erschossen werden. Die billigen, hochsubventionierten Weizenimporte (der EU) helfen auch grandios, die inländische Produktion zu zerstören. Entwicklungshilfe ist nicht immer optimal, aber hilft doch vielen Menschen. Nur: die Probleme liegen im Wirtschaftssystem und solange wir das nicht ändern wird es auch nicht besser. Und dann werden auch Flüchtlings zu uns kommen, die wir aufnehmen müssen.

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