Nach dem Ende des Euro-Mindestkurses haben über ein Dutzend Firmen Massnahmen aufgegleist, um Löhne zu senken oder diese in Euro auszuzahlen. Dreist agierte eine Bündner Transportfirma, die ihre Mitarbeiter via SMS informierte, dass Löhne künftig in Euro bezahlt werden.
Illegal und völlig unverständlich ist das Vorgehen der Della Santa Transporte AG in Landquart GR. Die Transportfirma hat, wie die Gewerkschaft Syna belegen kann, ihren Beschäftigten via SMS mitgeteilt, dass sie umgehend die IBAN-Nr. für ein Eurokonto melden sollen, damit ihnen der Monatslohn überwiesen werden kann.
Della Santa Transporte wurde 1978 gegründet und beschäftigt rund 100 Mitarbeitende, davon nach eigenen Angaben eine grössere Anzahl italienischer Grenzgänger. Da die Grenzgänger bei gleicher Lohnzahlung eine Lohnerhöhung um 20 Prozent hätten, würden nun neue Verträge mit einem Umrechnungskurs von 1,22 abgeschlossen, erklärte Geschäftsführer und Inhaber Romano Della Santa auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Beschäftigten würden immer noch davon profitieren, dass die Kinderzulagen in Franken ausbezahlt würden.
Das Unternehmen erzielt rund die Hälfte des Umsatzes in Euro. Der derzeitige Wechselkurs ist nach Angaben des Geschäftsführers für die Firma existenzbedrohend. Della Santa stellte fest, dass voraussichtlich Stellen abgebaut werden müssten.
Im Südtessin gibt es nach Gewerkschaftsangaben über ein Dutzend Firmen, die nach dem Ende des Euro-Mindestkurses Massnahmen aufgegleist haben, Löhne zu senken oder diese in Euro auszuzahlen. (whr/sda)