Frankreich
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Screenshot der gekaperten TV5Monde-Seite auf Google Plus mit dem Schriftzug (Je suIS IS). Quelle: https://plus.google.com/u/0/+TV5MONDE/posts

Die Angreifer haben unter anderem das Profilbild auf der Google-Plus-Seite der französischen Senderkette TV5Monde ausgewechselt. In Anspielung auf den Solidaritätsslogan zum Attentat auf Charlie Hebdo in Paris heisst es nun «Je suIS IS» («Ich bin IS»).  Bild: Screenshot tv5monde/Google Plus 

Französischer TV-Sender TV5Monde mehrere Stunden down: Angriff von IS-Hackern vermutet

Mutmassliche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben am Mittwochabend mit einer Hacker-Attacke den Sendebetrieb des französischen Senders TV5Monde stundenlang unterbrochen und dessen Social Media-Kanäle gekapert. Gegen 1 Uhr am Donnerstag war der Spuk vorbei.



Der Hackerangriff habe am Mittwochabend gegen 22 Uhr begonnen. «Wir sind nicht mehr imstande, irgendeinen unserer Kanäle auszustrahlen», sagte Senderchef Yves Bigot der Nachrichtenagentur AFP. Seitdem hätten die Kanäle von TV5Monde nicht mehr ausgestrahlt werden können.

Auch über ihre Website und ihre Konten in sozialen Netzwerken habe die Sendergruppe keine Kontrolle mehr. Auf der Facebook-Seite des Senders prangerten die Hacker Frankreichs Militäreinsatz gegen den IS an. 

Gegen 1 Uhr konnte TV5Monde seinen Sendebetrieb wieder aufnehmen. Über ihre Facebook-, Twitter- und Google-Plus-Seiten erlangte die Sendergruppe schon gegen Mitternacht die Kontrolle zurück, die Senderwebsite funktionierte jedoch vorerst nicht und wurde mit einem Wartungshinweis versehen.

abspielen

Senderchef Yves Bigot äussert sich zum Angriff (französisch)

Dokumente zu französischen Soldaten

Auf der Facebook-Seite von TV5Monde hatten die Hacker zuvor Dokumente veröffentlicht. Dabei handelte es sich nach ihren Angaben um Ausweise und Lebensläufe von Familienmitgliedern von französischen Militärangehörigen, die an Einsätzen gegen den IS beteiligt seien.

«Soldaten Frankreichs, haltet Euch vom Islamischen Staat fern!», warnten die Hacker auf Facebook. «Ihr habt die Chance, das Leben Eurer Familie zu retten, nutzt sie.» Weiter hiess es: «Im Namen Allahs, des Allergütigsten, des sehr Barmherzigen, führt das CyberKalifat weiter seinen Cyber-Dschihad gegen die Feinde des Islamischen Staates.» Das CyberKalifat suche derzeit nach den «Familien der Militärs, die sich an die Amerikaner verkauft haben».

Bezug auf Charlie Hebdo

Die Hacker warfen Frankreichs Staatschef François Hollande vor, mit der Beteiligung an dem Militäreinsatz der US-geführten Koalition gegen den IS im Irak und in Syrien einen «unverzeihlichen Fehler» gemacht zu haben. «Darum haben die Franzosen die Geschenke bei ‹Charlie Hebdo› und Hyper Cacher erhalten», hiess es.

Im Januar hatten islamistische Attentäter bei einer Anschlagsserie in Paris 17 Menschen getötet. Die Brüder Chérif und Said Kouachi erschossen im Zuge ihres Angriffs auf die Satirezeitung «Charlie Hebdo» zwölf Menschen, der Islamist Amédy Coulibaly wird für die tödlichen Schüsse auf eine Polizistin in Montrouge südlich der Hauptstadt und die blutige Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt mit vier Toten verantwortlich gemacht. 

Weder al-Kaida noch der Islamische Staat bekannten sich zu der Anschlagsserie von Paris. Coulibaly bezeichnete sich jedoch als Mitglied des IS. 

Frankreich schliesst Internetseiten

Mitte März wurde in Frankreich erstmals nach der Verabschiedung eines neuen Anti-Terror-Gesetzes der Zugang zu Internetseiten wegen terrorverherrlichender Inhalte blockiert. Gesperrt wurde der Zugang zu fünf Websites, darunter der Internetauftritt des al-Hayat Media Center, das Propaganda für den IS gemacht hatte. 

Die in Paris ansässige TV5Monde ist eine französischsprachige Sendergruppe, die weltweit in mehr als 200 Länder sendet. Am Tag des Hackerangriffs hatte sie einen neuen Themenkanal gestartet, in dem es um die französische Lebensart geht und der unter anderem im Nahen Osten und in Nordafrika ausgestrahlt wird. An der Zeremonie zum Sendestart hatte sich auch Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius beteiligt. (trs/sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Attacke auf die Pressefreiheit

Woher kommt der Hass auf «Charlie Hebdo»?

Der tödliche Feuerüberfall auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» war nicht der erste Anschlag gegen das französische Satiremagazin, das mit seinem prononcierten Eintreten für die Pressefreiheit immer wieder Islamisten und andere religiöse Eiferer erzürnte. 

Noch weiss niemand, wer am 7. Januar 2015 auf der Redaktion der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» die Schüsse abfeuerte, die nach vorläufigen Berichten mindestens zwölf Menschen töteten. Das Motiv aber dürfte nach allem Ermessen klar sein: Hier fand eine tödliche Strafaktion statt, die zugleich als Warnung gemeint war.

Spätestens im März 2006 geriet das Blatt, das noch vehementer als beispielsweise das deutsche Satiremagazin «Titanic» die Grenzen der Pressefreiheit auslotete, …

Artikel lesen
Link zum Artikel