Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epaselect epa04523073 Laureate Malala Yousafzai waves as she delivers a speech during the awarding ceremony of the 2014 Nobel Peace Prize at Oslo City Hall, Norway, 10 December 2014. Teen education activist Malala Yousafzai of Pakistan and children's rights activist Kailash Satyarthi of India received the Nobel Peace Prize to a standing ovation.  EPA/HEIKO JUNGE NORWAY OUT

Kinderrechtlerin Malala Yousafzai. Bild: EPA/NTB SCANPIX

Jüngste Friedenspreisträgerin

«Ich hatte zwei Optionen, die eine war, zu schweigen und darauf zu warten, getötet zu werden. Und die zweite ... »

Als jüngste Preisträgerin der Geschichte hat die pakistanische Kinderrechtlerin Malala Yousafzai den Friedensnobelpreis in Oslo entgegengenommen. Sie sei sehr stolz, die erste Pakistani und die erste Jugendliche zu sein, die den Nobelpreis bekomme, sagte die 17-Jährige bei der Verleihung im Rathaus der norwegischen Hauptstadt.

«Ich bin ziemlich sicher, dass ich auch die erste Empfängerin des Friedensnobelpreises bin, die immer noch mit ihren jüngeren Brüdern streitet.»

Malala Yousafzai

OSLO, NORWAY - DECEMBER 10: Malala Yousafzai and Kailash Satyarthi accept the Nobel Peace Prize Award during the Nobel Peace Prize ceremony at Oslo City Town Hall on December 10, 2014 in Oslo, Norway. (Photo by Nigel Waldron/Getty Images)

Die mit rund acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 1,2 Millionen Franken) dotierte Auszeichnung bekam der Teenager gemeinsam mit dem Inder Kailash Satyarthi. Bild: Getty Images Europe

«Ich bin ziemlich sicher, dass ich auch die erste Empfängerin des Friedensnobelpreises bin, die immer noch mit ihren jüngeren Brüdern streitet», scherzte Yousafzai. «Ich will, dass überall Frieden ist, aber meine Brüder und ich arbeiten noch daran.»

«Es gibt keine grössere Gewalt als unseren Kindern ihre Träume zu verwehren.»

Kailash Satyarthi

Die mit rund acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 1,2 Millionen Franken) dotierte Auszeichnung bekam der Teenager gemeinsam mit dem Inder Kailash Satyarthi. Er setzt sich in seiner Heimat gegen Kinderarbeit ein und hat laut der norwegischen Jury massgeblich zur Entwicklung von Kinderrechtskonventionen beigetragen.

Gestört wurde die Feier durch einen Mann, der die Bühne während der Preisübergabe mit einer Fahne stürmte, die norwegische Medien als die mexikanische Flagge identifiziert haben wollen. Sicherheitskräfte führten den Mann sofort ab.

«Ich will, dass überall Frieden ist, aber meine Brüder und ich arbeiten noch daran.»

Malala Yousafzai

epa04522955 Security guards grab a man holding a Mexican flag trying to approach laureates Kailash Satyarthi (unseen) and Malala Yousafzai (Back) during the awarding ceremony of the 2014 Nobel Peace Prize at Oslo City Hall, Norway, 10 December 2014. Teen education activist Malala Yousafzai of Pakistan and children's rights activist Kailash Satyarthi of India received the Nobel Peace Prize to a standing ovation.  EPA/HEIKO JUNGE NORWAY OUT

Kleines Intermezzo während der Feier. Bild: EPA



An eine Muslimin und an einen Hindu

Satyarthi und Yousafzai seien genau die Menschen, die Alfred Nobel in seinem Letzten Willen «Friedenschampions» nenne, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Thorbjørn Jagland. Bewusst gehe der diesjährige Preis an einen älteren Mann und ein junges Mädchen, einen Inder und eine Pakistani, einen Hindu und eine Muslimin. Über Yousafzai sagte Jagland: «Ihr Mut ist nahezu unbeschreiblich.»

«Ihr Mut ist nahezu unbeschreiblich.»

Thorbjørn Jagland, Vorsitzende des Nobelkomitees 

Joint-Nobel Peace prize winners Malala Yousafzai, arrives for a  press conference with Chair of the Norwegian Nobel Committee, Torbjorn Jagland. left, on Oslo, Norway, Tuesday, Dec. 9, 2014.  The Nobel Peace Prize will be presented to and shared between the youngest Nobel Prize winner ever, 17-year-old Taliban attack survivor Malala Yousafzai and Indian children's rights activist Kailash Satyarthi in a ceremony in Oslo on Wednesday. (AP Photo/Matt Dunham)

Thorbjørn Jagland (links) und Malala Yousafzai. Bild: Matt Dunham/AP/KEYSTONE

Die 17-Jährige selbst erklärte in ihrer berührenden Rede: «Mir ist aufgefallen, dass Menschen mich ganz unterschiedlich beschreiben.» Manche nennen sie «das Mädchen, das von den Taliban angeschossen wurde», andere nun Nobelpreisträgerin. «Soweit ich weiss, bin ich einfach nur eine engagierte und sture Person, die eine gute Ausbildung für alle Kinder, gleiche Rechte für Frauen und Frieden in jeder Ecke der Welt sehen will», sagte sie.

Soweit ich weiss, bin ich einfach nur eine engagierte und sture Person, die eine gute Ausbildung für alle Kinder, gleiche Rechte für Frauen und Frieden in jeder Ecke der Welt sehen will.»

Malala Yousafzai

Nobel Peace Prize laureates Kailash Satyarthi (C-R) and Malala Yousafzai (C-L) arrive for the Nobel Peace Prize awards ceremony at the City Hall in Oslo, Norway, on December 10, 2014. 17-year-old Pakistani girls' education activist Malala Yousafzai known as Malala shares the 2014 peace prize with the Indian campaigner Kailash Satyarthi, 60, who has fought for 35 years to free thousands of children from virtual slave labour.      AFP PHOTO / NTB SCANPIX / CORNELIUS POPPE +++ NORWAY OUT

Applaus für Malala Yousafzai. Bild: NTB SCANPIX

Yousafzai war insbesondere mit ihrem Kampf für die Rechte von Mädchen und Frauen auf Bildung weltberühmt geworden, nachdem ihr die Taliban vor zwei Jahren bei einem Anschlag ins Gesicht geschossen hatten.

«Ich hatte zwei Optionen, die eine war, zu schweigen und darauf zu warten, getötet zu werden. Und die zweite war, die Stimme zu erheben und dann getötet zu werden. Ich habe mich für die zweite entschieden.»

Malala Yousafzai

Zwei ihrer Freundinnen, die 2012 bei der Attacke der Taliban dabei waren, und einige andere Mädchen begleiteten Yousafzai zur Zeremonie. «Auch sie haben ein tragisches Trauma erlebt.» Durch den Preis fühle sie sich nun stärker, sagte die 17-Jährige. «Ich werde diesen Kampf weiterführen, bis jedes Kind zur Schule gehen kann.»

OSLO, NORWAY - DECEMBER 10: Nobel Peace Prize 2014 Laureate Malala Yousafzai attends the Save The Children's Peace Prize Festival on December 10, 2014 in Oslo, Norway. (Photo by Ragnar Singsaas/Getty Images)

Durch den Preis fühle sie sich nun stärker, sagte die 17-Jährige. Bild: Getty Images Europe

«Ich werde diesen Kampf weiterführen, bis jedes Kind zur Schule gehen kann.»

Malala Yousafzai

Für Malala ist die Verleihung in Oslo der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Anerkennungen, die ihr zuteil wurden. So wurde das Mädchen, das heute mit ihrer Familie in Grossbritannien lebt, bereits im Weissen Haus in Washington, im Londoner Buckingham Palace und als Rednerin auf der Haupttribüne der Vereinten Nationen in New York empfangen und veröffentlichte trotz ihres jugendlichen Alters bereits eine Biografie. (sza/sda/dpa/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Holi-Fest 

Aufgepasst! In Indien fliegen wieder die Farbtöpfe durch die Luft

Mit rotem, gelbem und grünem Farbpulver haben Hunderte Millionen Menschen in Indien den Frühling begrüsst. 

Die Menschen stürmten am Montag auf die Strassen und in die Gärten, um sich gegenseitig mit buntem Staub und gefärbtem Wasser zu bewerfen, zu tanzen und zusammen zu beten. 

Während des Festes fallen die sozialen Schranken. Egal ob jung oder alt, hohe oder niedrige Kaste, reich oder arm, das zählt an diesem Tag nicht, denn alle sehen gleich bunt aus.

Nach der wilden Feierlichkeit …

Artikel lesen
Link zum Artikel