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Uganda

Wegen Diskriminierung Homosexueller: Weltbank streicht Uganda Millionenkredit

28.02.2014, 08:2328.02.2014, 10:33
Bild: EPA/EPA

Als Reaktion auf das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda hat die Weltbank am Donnerstag einen Kredit von 90 Millionen Dollar für das zentralafrikanische Land auf Eis gelegt. Das Geld sollte dabei helfen, das Gesundheitssystem in Uganda zu stärken. «Wir haben das Projekt zurückgestellt, um sicherzustellen, dass das Gesetz die Entwicklungsziele nicht beeinträchtigt», sagte ein Sprecher der Weltbank in Washington.

«Der Westen kann seine Hilfe für Uganda wegen der Homos behalten, wir werden uns auch ohne sie entwickeln.»
Präsident Yoweri Museveni
Bild: AP/POOL

Präsident Yoweri Museveni hatte das Gesetz am Montag mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Es sieht hohe Gefängnisstrafen für Homosexuelle vor. «Wiederholte homosexuelle Taten» können mit lebenslanger Haft bestraft werden. Menschenrechtler und westliche Regierungen üben harte Kritik an dem Kurs der ugandischen Staatsführung. Vor der Weltbank hatten bereits Dänemark und Norwegen Hilfsprogramme eingefroren oder zusammengestrichen.

US-Aussenminister John Kerry hatte das Gesetz am Mittwoch mit den anti-jüdischen Rassengesetzen im Dritten Reich und der gegen Schwarze gerichteten Gesetzgebung während der Apartheid in Südafrika verglichen. Ugandas Regierungssprecher wies die Kritik am Donnerstag zurück: «Der Westen kann seine Hilfe für Uganda wegen der Homos behalten, wir werden uns auch ohne sie entwickeln», twitterte er.

Die Story in Bildern

Im August 2012 fand in Entebbe die erste Gay Pride Ugandas statt. Eine Demonstration für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben.Bild: EPA/EPA FILE
Der Anti-Gay-Pastor Martin Ssempa hetzt auf allen Kanälen gegen Homosexuelle. Bild: KEYSTONE
Die Situation schwuler Männer und lesbischer Frauen ist in Uganda schon seit 2005 sehr dramatisch. Laut dem ugandischen Strafgesetzbuches können sexuelle Akte, die «gegen die Natur verstossen», mit einer Geldstrafe oder einer bis zu 14-jährigen Haft bestraft werden. Bild: EPA/EPA FILE
In einer Presseerklärung in Nairobi ermahnte Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu 2007 die anglikanischen Kirchenführer aus Afrika um die innerkirchliche Anerkennung homosexueller Paare.Bild: AP/AP
Im Februar 2014 unterzeichnete der Präsident Yoweri Museveni die «Anti-Homosexuality Bill». Am darauf folgenden Tag veröffentlichte das Boulevardblatt Red Pepper eine Liste mit 200 bekannten, mutmasslichen Homosexuellen.Bild: EPA
Der kenianische Journalist und Schriftsteller Binyavanga Wainaina hat sich erst kürzlich geoutet: Er schrieb in einem autobiografischen Text, den er im Internet veröffentlichte, dass er homosexuell sei. Mit seinem Coming-out will er gegen die schärfere Gesetzgebung in Nigeria und Uganda protestieren. Bild: AP/AP
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