Gesellschaft & Politik
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Uganda

Wegen Diskriminierung Homosexueller: Weltbank streicht Uganda Millionenkredit



epa04100002 An Ugandan man reads a daily newspaper on 25 February 2014 with headlines and images of Ugandan President Yoweri Museveni signing the anti-gay legislation in Kampala, Uganda, 24 February 2014.  A controversial bill that introduces lengthy prison sentences for people who engage in homosexual acts was signed into law by Ugandan President Yoweri Museveni yesterday. The law, which has been strongly criticized by Western governments and human rights groups, punishes first-time offenders with up to 14 years in jail. People convicted of same-sex intercourse with a disabled person or a minor, as well as HIV-positive people caught engaging in homosexual acts, face life imprisonment. The law also makes it a crime not to report gay people. For the first time, lesbians are also targeted by legislation.  EPA/RONALD KABUUBI

Bild: EPA/EPA

Als Reaktion auf das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda hat die Weltbank am Donnerstag einen Kredit von 90 Millionen Dollar für das zentralafrikanische Land auf Eis gelegt. Das Geld sollte dabei helfen, das Gesundheitssystem in Uganda zu stärken. «Wir haben das Projekt zurückgestellt, um sicherzustellen, dass das Gesetz die Entwicklungsziele nicht beeinträchtigt», sagte ein Sprecher der Weltbank in Washington.

«Der Westen kann seine Hilfe für Uganda wegen der Homos behalten, wir werden uns auch ohne sie entwickeln.»

Präsident Yoweri Museveni

FILE - In this July 11, 2012 file photo, Ugandan President Yoweri Museveni speaks during the London Summit on Family Planning organized by the UK Government and the Bill & Melinda Gates Foundation with the United Nations Population Fund, in central London. Uganda's President Museveni is expected to sign Monday, Feb. 24, 2014 a controversial anti-gay bill that allows harsh penalties for homosexual offenses, a bill which rights groups have condemned as draconian in a country where homosexuality is already illegal. (AP Photo/Carl Court, File)

Bild: AP/POOL

Präsident Yoweri Museveni hatte das Gesetz am Montag mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Es sieht hohe Gefängnisstrafen für Homosexuelle vor. «Wiederholte homosexuelle Taten» können mit lebenslanger Haft bestraft werden. Menschenrechtler und westliche Regierungen üben harte Kritik an dem Kurs der ugandischen Staatsführung. Vor der Weltbank hatten bereits Dänemark und Norwegen Hilfsprogramme eingefroren oder zusammengestrichen.

US-Aussenminister John Kerry hatte das Gesetz am Mittwoch mit den anti-jüdischen Rassengesetzen im Dritten Reich und der gegen Schwarze gerichteten Gesetzgebung während der Apartheid in Südafrika verglichen. Ugandas Regierungssprecher wies die Kritik am Donnerstag zurück: «Der Westen kann seine Hilfe für Uganda wegen der Homos behalten, wir werden uns auch ohne sie entwickeln», twitterte er.

Die Story in Bildern

Im August 2012 fand in Entebbe die erste Gay Pride Ugandas statt. Eine Demonstration für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben. Bild: EPA/EPA FILE

Der Anti-Gay-Pastor Martin Ssempa hetzt auf allen Kanälen gegen Homosexuelle.  Bild: KEYSTONE

Die Situation schwuler Männer und lesbischer Frauen ist in Uganda schon seit 2005 sehr dramatisch. Laut dem ugandischen Strafgesetzbuches können sexuelle Akte, die «gegen die Natur verstossen», mit einer Geldstrafe oder einer bis zu 14-jährigen Haft bestraft werden.  Bild: EPA/EPA FILE

In einer Presseerklärung in Nairobi ermahnte Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu 2007 die anglikanischen Kirchenführer aus Afrika um die innerkirchliche Anerkennung homosexueller Paare. Bild: AP/AP

Im Februar 2014 unterzeichnete der Präsident Yoweri Museveni die «Anti-Homosexuality Bill». Am darauf folgenden Tag veröffentlichte das Boulevardblatt Red Pepper eine Liste mit 200 bekannten, mutmasslichen Homosexuellen. Bild: EPA

Der kenianische Journalist und Schriftsteller Binyavanga Wainaina hat sich erst kürzlich geoutet: Er schrieb in einem autobiografischen Text, den er im Internet veröffentlichte, dass er homosexuell sei. Mit seinem Coming-out will er gegen die schärfere Gesetzgebung in Nigeria und Uganda protestieren.  Bild: AP/AP

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