DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Naked walker Stephen Gough makes his way to  at John O' Groats, Scotland, Thursday Jan. 22,  2004, after completing his 900-mile walk - the length of Britain - which he began about six or seven months ago from Lands End.  Over the course of his journey Gough has been arrested numerous times, has made several court appearances and has served two jail sentences. (AP Photo/Andrew Milligan, PA)  ** UNITED KINGDOM OUT: MAGAZINES OUT: :  **

Stephen Peter Gough hatte im Jahr 2003 beschlossen, nackt von Land's End im äussersten Südwesten Englands bis ins gut 1340 Kilometer entfernte John O'Groats an der nordwestlichen Spitze von Schottland zu marschieren. Bild: AP PA

Nach Urteil gegen schottischen Nacktwanderer

Auch ein Schweizer will sich sein Recht auf Nacktwandern in Strassburg erstreiten – obwohl es seit 2011 keine einzige Busse mehr gab

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird noch dieses Jahr über das Urteil gegen einen Schweizer Nacktwanderer entscheiden. Der teure Rechtsstreit ist überflüssig. Seit 2011 hat es keine einzige Nacktwanderer-Busse mehr gegeben. 



30 Mal wurde er bereits wegen seiner nackten Auftritte verurteilt: Jetzt wurde eine Klage des 55-Jährigen Schotten gegen die Haftstrafen abgewiesen. Damit ist in Schottland das Nacktwandern auch letztinstanzlich verboten worden.

Noch dieses Jahr dürfte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte über einen Schweizer Nacktwanderer-Fall entscheiden: 2011 verurteilte das Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden einen damals 47-jährigen Nacktwanderer wegen «unanständigen Benehmens» zu einer Busse von 100 Franken. Der Appenzeller zog das Urteil weiter. In der Folge entschied das Bundesgericht, dass die Busse rechtens sei – obwohl es in Sachen Nacktwandern keine Strafbestimmung gibt.

Jetzt ist der Fall am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte hängig. Dabei ist der Rechtsstreit um das Nacktwandern völlig überflüssig geworden: «Die letzten Verfahren wurden Ende November 2011 abgeschlossen, als zwei Nacktwanderer ihre Einsprache gegen die Strafbefehle zurückzogen und die ihnen auferlegten Bussen bezahlten», sagt Herbert Brogli, Staatsanwalt des Kantons Appenzell Innerrhoden. Abgesehen davon ist es aber seit drei Jahren ruhig im Alpstein. Von Nackedei keine Spur. Auch die Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell Ausserrhoden musste sich seit 2011 mit keiner Verzeigung mehr beschäftigen.

«Man hört eigentlich nichts mehr von Nacktwanderern», sagt Herbert Brogli. «Das scheint vorbei zu sein.» Ausserdem sei es im konkreten Fall auch schwierig, Anzeige zu erstatten. Wenn jemand anruft, weil er einen Nacktwanderer gesehen hat, ist der ja meistens schon wieder weg, bis die Polizei vor Ort eintrifft, so Brogli.

Den Kantonen steht es frei, das Nacktwandern unter Strafe zu stellen. Als einziger Kanton erklärte Appenzell Innerrhoden im Jahr 2009 Nacktwandern zum Offizialdelikt. (dwi)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

WhatsApp statt Marschbefehl: So will die Armee die Generation Z ködern

Die Jugendlichen von heute sind sehr anspruchsvoll. Nun sollen Experten die obligatorischen Orientierungstage der Armee aufmotzen. Das Ziel: Mehr «Gschpürsch mi», um die Generation Z schon beim Erstkontakt zu begeistern.

Ganz ordnungsgemäss tritt die Armee ins Leben der jungen Schweizer: mit einem Marschbefehl. Wenn die Pflicht ruft, gibt es kein Pardon.

Der sogenannte Orientierungstag ist der erste obligatorische Termin für Stellungspflichtige. Der Anlass bereitet sie auf ihre Rekrutierung vor, so will es das Gesetz. Längst spricht man, ganz im Marketingjargon, auch vom «Erstkontakt mit der Armee». Schweizer Männer müssen den Orientierungstag in ihrem 18. Altersjahr besuchen.

Durchgeführt werden die …

Artikel lesen
Link zum Artikel