Gesellschaft & Politik
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Syrien-Konferenz in Montreux

Das fängt ja gut an: Syrischer Aussenminister und UNO-Chef zanken sich vor laufender Kamera

Walid Muallem verlas an der Syrien-Friedenskonferenz eine längliche Erklärung – zu lang, wie Ban Ki-moon fand. Das wiederum verärgerte den syrischen Aussenminister. Ein Streitgespräch entwickelte sich.

Walid Muallem hat eine lange Nacht hinter sich: Das Flugzeug des syrischen Aussenministers war auf dem Weg von Damaskus nach Genf in Athen zum Auftanken zwischengelandet. Doch genau dieser Dienst wurde ihm zunächst verwehrt – ein Fehler, entschuldigten sich die griechischen Behörden später. 

Dann an der Syrien-Konferenz in Montreux der nächste Affront: Muallem verlas seine Erklärung, als er von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon unterbrochen wurde: «Herr Aussenminister, können Sie bitte zu einem Ende kommen? Sie haben schon über 20 Minuten gesprochen.»

«Herr Generalsekretär, Sie haben 25 Minuten gesprochen», erwiderte Muallem. Die Anreise habe ihn 12 Stunden gekostet und er benötige nur noch wenige Minuten.

Walid Muallem und Ban Ki-moon geraten aneinander

Video: Youtube/Breaking News

Ban wollte es genauer wissen: «Wie lange brauchen Sie?» Fünf bis zehn Minuten, antwortete Muallem. Ausgeschlossen, fand der UNO-Chef und bot dem syrischen Regierungsvertreter an, seine Rede bei einer anderen Gelegenheit zu beenden. Das wollte Muallem aber partout nicht. «Schaffen Sie es in ein oder zwei Minuten», fragte Ban. Die Antwort war nein.

Dann versuchte es Ban mit einer versteckten Drohung: «Dann muss ich dem Oppositionsvertreter gleichviel Zeit einräumen.» Das kam bei Muallem gar nicht gut an: «Sie leben in New York, ich in Syrien. Die syrische Version muss in diesem Forum gehört werden.» Solche Aussagen seien einem «konstruktiven und harmonischen Dialog» nicht förderlich, erwiderte Ban.

Am Schluss einigte man sich auf «zwei bis drei Minuten» mehr Redezeit für den syrischen Aussenminister.



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 23.01.2014 11:39
    Highlight Highlight Glaubt man tatsächlich, es wird in Montreux um ernsthafte Friedenslösungen gehen?
    Es geht hier um Machtspiele und um Gesichterwahrung, ein Hahnenkampf um Prestige und Deutungshoheit!
    Allen Beteiligten ist längst klar, dass es keine politische Lösung geben wird, weil keiner bereit ist, zurückzustecken, weil besonders auch der Westen viel zu stolz ist, sein Scheitern zuzugeben.
    Kerry und Muallem sind nur einige der beteiligten Gestalten, über die Menschen mit Verstand eigentlich nur mitleidig lächeln können.

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