Schweiz
Banken

In der Schweiz wird Bauland gehortet – das verschärft die Wohnungsnot

Junge Menschen müssen 28 Jahre sparen, um ein Einfamilienhaus zu kaufen

In der Schweiz wird Bauland in erheblichem Umfang gehortet statt bebaut. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Raiffeisen Schweiz.
19.02.2026, 07:5519.02.2026, 11:19

Demnach wären die bestehenden unbebauten Wohnbauzonen ausreichend, um Wohnraum für bis zu 1,5 Millionen Personen zu schaffen.

Viele Baukraene von verschiedenen Baustellen ueberragen den Himmel ueber Zuerich Albsirieden, fotografiert am Donnerstag, 24. April 2025. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Nicht die Norm: Viel Bauland in der Schweiz wird nicht genutzt.Bild: KEYSTONE

Dennoch entsteht weniger als ein Drittel der neu erstellten Wohnungen auf unbebautem Land. Als Hauptgrund nennt Raiffeisen am Donnerstag die hohe Attraktivität der Baulandhortung.

In den vergangenen 25 Jahren hätte mit Horten von Bauland eine Rendite von 592 Prozent erzielt werden können und damit deutlich mehr als der Bau und die Vermietung eines Mehrfamilienhauses mit 400 Prozent. Und das bei einem tieferen Risiko, stellt Raiffeisen fest.

Das geltende Raumplanungsregime setze damit falsche Anreize und führe zu einer künstlichen Verknappung von Bauland, was die Bodenpreise zusätzlich in die Höhe treibe. Raiffeisen fordert grundlegende Reformen in der Raumplanung, bei der Baulandmobilisierung sowie im Mietrecht, um den strukturellen Wohnungsmangel zu entschärfen.

Zwar habe sich der Anstieg der Angebotsmieten 2025 infolge tieferer Zuwanderung und einer leicht rückläufigen Nachfrage abgeschwächt. Das in den vergangenen Jahren aufgelaufene Wohnungsdefizit bleibe jedoch bestehen. Mittel- bis langfristig sei aufgrund strukturell zu geringer Bautätigkeit erneut mit Engpässen und weiterem Aufwärtsdruck auf die Mieten zu rechnen.

Auch am Eigenheimmarkt verschärft sich laut Raiffeisen die Situation. 2025 verteuerten sich Eigentumswohnungen im Schnitt um 36'000 Franken, Einfamilienhäuser um 55'000 Franken.

Die notwendigen Eigenmittel wüchsen damit schneller als die Sparleistungen vieler Haushalte. Nachdem 2010 noch rund zehn Jahre Sparen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ausgereicht hätten, seien es heute 28 Jahre. (sda/awp)

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220 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Luusoner
19.02.2026 08:12registriert Juni 2024
Die Politik muss reagieren, macht sie aber nicht weil die Politiker selber davon profitieren...
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001328.9cb45ed3@apple
19.02.2026 09:34registriert Februar 2025
Die Schlussfolgerung ist falsch. Heute muss man 28 Jahre gespart haben um ein Haus zu kaufen, jung ist man daher nicht mehr. Wer heute anfängt als junger Mensch zu sparen, wird bei gleicher Preisentwicklung nicht in 28 Jahren ein Haus kaufen können, sondern in…. Dann wenn die Eltern das Haus vererben.
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Katerchen
19.02.2026 12:36registriert März 2023
Das EFH das der Büezer dich in den 1960er Jahren bauen konnte war sehr schlicht. Wohnfläche oft um die 100qm, wenig gedämmt mit einem Badezimmer mit Badewanne.
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