Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
More than 41,000 women and children filled Sukru Saracoglu Stadium to watch Fenerbahce play against Manisapor in Turkish League soccer match in Istanbul, Turkey, Tuesday, Sept. 20. 2011. Turkey came up with a radical solution for tackling crowd violence at football matches _ ban the men and let only women and children in. Under new rules approved by Turkey's football association, only women and children under the age of 12 will be admitted to watch games _ for free _ involving teams which have been sanctioned for unruly behavior by their fans. Fenerbahce was ordered to play two home matches without any spectators after its fans invaded the pitch during a friendly against Ukrainian champion Shakhtar Donetsk.(AP Photo)

Damit soll Schluss sein: Türkinnen beim Lachen in der Öffentlichkeit. Bild: AP

Durchgeknallt

Fertig lustig: Vize-Regierungschef will Türkinnen das Lachen verbieten

Der türkische Vize-Regierungschef Bülent Arinc will nicht, dass Frauen in der Öffentlichkeit laut lachen. Das vertrage sich ebenso wenig mit dem Wert der Tugendhaftigkeit wie die Zurschaustellung weiblicher Reize.

Arinc, Regierungssprecher und einer der Stellvertreter von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, beklagte in Zeitungsartikeln vom Dienstag einen Verfall der Moral in der Türkei. Er sagte, Probleme wie wachsender Drogenkonsum schon bei jungen Menschen sowie Gewalt gegen Frauen seien Zeichen eines moralischen Niedergangs. Fernsehsendungen führten zudem zu einer «Sex-Abhängigkeit» junger Leute.

Als Gegenmittel empfahl Arinc den muslimischen Türken die Lektüre des Koran. Die Tugendhaftigkeit sei ein hoher Wert. Männer sollten ihren Frauen treu bleiben, und Frauen sollten in der Öffentlichkeit weder laut lachen noch ihre Attraktivität zeigen. 

Aufruf zu Lachkundgebungen

Der Vize-Regierungschef kritisierte auch einen angeblichen Hang von Frauen zu stundenlangen Gesprächen am Handy. Dabei würden Kochrezepte ausgetauscht und Klatschgeschichten erzählt. Frauen sollten sich solche Gespräche für persönliche Treffen aufsparen. 

Die Opposition kritisierte die Äusserungen des Politikers. Der Kandidat der grossen Oppositionsparteien für die Präsidentschaftswahl am 10. August, Ekmeleddin Ihsanoglu, wies Arincs Äusserungen zurück. Nichts brauche die Türkei so sehr wie das fröhliche Lachen von Frauen, erklärte er im Internetportal Twitter. Die Fernsehjournalistin Banu Güven rief zu wöchentlichen Lachkundgebungen von Frauen auf. (whr/sda/afp) 



Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen

Ständerat debattiert heute über den Uno-Migrationspakt – das musst du dazu wissen

Seit Wochen wird über den Uno-Migrationspakt gestritten. Heute Donnerstag ist dieser Thema im Ständerat.

Der Migrationspakt, der Grundsätze im Umgang mit Migranten festlegt, wird an einer Konferenz vom 10. und 11. Dezember in Marrakesch verabschiedet. Dass die Schweiz nicht teilnehmen wird, steht bereits fest: Der Bundesrat hat vergangene Woche entschieden, dem Pakt vorerst nicht zuzustimmen. Er befürwortet diesen zwar, will aber die Debatte im Parlament abwarten.

Dem Ständerat liegen drei Vorstösse vor. Die Aussenpolitische und die Staatspolitische Kommission fordern, dass nicht der Bundesrat, …

Artikel lesen
Link to Article