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Der Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbandes Ferdi Hodel steht heute wegen Tierquälerei vor Gericht.  bilf: facebook

Präsident des Bauernvervebandes

Mutmasslicher Springpferd-Quäler vor dem Bezirksgericht 

Der Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbandes Ferdi Hodel hat sich heute wegen Tierquälerei vor dem Bezirksgericht Affoltern zu verantworten. Er soll ein Pferd bei einem Spezialtraining derart misshandelt haben, dass es später eingeschläfert werden musste.



Am Dienstag steht der Pferdezüchter und Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbandes Ferdi Hodel wegen Tierquälerei vor Gericht. Ihm droht eine Busse von bis zu 6500 Franken. Der Beschuldigte soll gemäss Anklageschrift ein Pferd «vorsätzlich misshandelt, vernachlässigt und es unnötig überanstrengt» haben. 

Der Vorfall ereignete sich am 18. März 2012: Über vier Stunden lang sollen die Angeklagten Ferdi Hodel, seine Frau und eine Helferin mit dem Springpferd Saten ein sogenanntes Verladetraining durchgeführt haben. Dabei verletzte sich das Pferd so stark, dass es eingeschläfert werden musste. So sehen es zumindest die Ankläger. 

Hodel hatte das Springpferd zuvor verkauft. Die neuen Besitzerinnen beschwerten sich jedoch, dass das Pferd sich nicht zum Transport verladen liesse. Hodel wollte ihm mit einem Training die Angst nehmen.

Schwere Rückenverletzungen

Doch Saten wehrte sich heftig gegen den Einstieg in den Transporter. Um das Tier dennoch dazu zu bewegen, banden ihm Hodel und seine Helferinnen nach einiger Zeit die Hinterbeine mit Leinen fest und schlugen es mit Peitsche und Besen auf die Kruppe.

Als Saten schliesslich im Transporter war, hakten sie sofort die Verschlussstange hinter dem Pferd fest. Bei dem Versuch sich zu befreien, drückte Saten so heftig gegen die Querstange, dass schliesslich die Verankerung brach. Durch den grossen Druck auf die Metallstange erlitt das Pferd gemäss Anklageschrift mehrere Brüche an der Wirbelsäule. Trotz der Verletzungen führten Hodel und seine Helferinnen daraufhin das Training fort. 

Hodel streitet ab

Saten war nach diesem Vorfall nicht mehr dasselbe. «In der Zeit darauf verhielt sich zunehmend aggressiv», steht in der Anklageschrift. Aufgrund der schwerwiegenden Rückenverletzungen und der Wesensänderung – Saten entwickelte sich vom anhänglichen und liebeswürdigen zum aggressiven und nicht führbaren Tier – wurde Saten vier Monate später eingeschläfert. 

Die Besitzerinnen sind überzeugt, dass Hodel und seine Helferinnen schuld daran sind. Sie reichten Anzeige wegen Tierquälerei ein. 

Hodel streitet die Vorwürfe ab und fordert einen Freispruch. Der Pferdezüchter ist seit Mitte 2008 Geschäftsführer des Bauernverbandes. Sein Vorgänger war der heutige Bundesrat Ueli Maurer. Hodel sitzt zudem im Gemeinderat Volken, wo er für Forst, Landwirtschaft, Polizei und Umwelt verantwortlich ist.

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