Abfahrts-Olympiasiegerin Johnson macht die Goldmedaille kaputt
Breezy Johnson ist die neue Speed-Queen. Ein Jahr nach ihrem WM-Titel gewinnt die Amerikanerin in Cortina d'Ampezzo auch Olympia-Gold in der Abfahrt. Und das, obwohl sie im Weltcup noch kein einziges Rennen gewinnen konnte.
In den Jubel mischte sich bei der 30-Jährigen auch Trauer, wurde das Rennen doch vom schweren Sturz ihrer Kollegin Lindsey Vonn überschattet. Die erfolgreiche und schillernde Karriere der 41-Jährigen endet womöglich mit einem Beinbruch statt einer Olympiamedaille.
«Ich sprang vor Freude herum …»
Nur Materialschaden erlitt Johnson – und auch das erst nach dem Wettkampf. Denn beim Feiern fehlte plötzlich die goldene Medaille am blauen Band.
Breezy Johnson war dafür selber verantwortlich. «Ich sprang vor Freude herum und da fiel die Medaille plötzlich runter», schilderte sie bei TNT Sports.
Breezy Johnson has already broken her medal after taking gold in the Women's Downhill 😂👏🏆 pic.twitter.com/nefnE6Xllz
— TNT Sports (@tntsports) February 8, 2026
Johnson war am Mittag als erste der meistgenannten Favoritinnen ins Rennen gegangen. Sie legte eine Zeit vor, an der sich alle anderen die Zähne ausbissen. Am nächsten kam ihr, bis auf vier Hundertstel, die Deutsche Emma Aicher.
Ein surreales Gefühl
«Ich wusste, dass der Sieg mit einem guten Lauf möglich war», sagte Johnson. «Ich war mir nicht ganz sicher, ob meine Fahrt für Gold reichen würde, aber als ich unten ankam, dachte ich, dass es für eine Medaille reichen würde.»
Eine Medaille zu gewinnen, sei ein surreales Gefühl, erzählte sie weiter. «Man arbeitet so hart, und dann hängen sie dir innerhalb von zehn Sekunden eine Goldmedaille um und die Leute sind für immer neidisch auf dich. Aber niemand sieht dann, was alles dahinter steckt.»
Erfolge nach Dopingsperre
2024 war Johnson für 14 Monate gesperrt worden, weil sie drei Dopingtests verpasst hatte. Darauf nahm sie am Tag ihres grossen Triumphs Bezug, als sie sagte: «Ich denke nicht, dass irgendjemand neidisch auf meine vergangenen vier Jahre wäre. Aber heute, heute sind sie es vielleicht. Es ist ein verrückter Moment. Vor vier Jahren hätte ich das wohl nicht für möglich gehalten.»
In Cortina bieten sich Breezy Johnson zwei weitere Chancen auf Edelmetall. Sie dürfte am Dienstag in der Team-Kombination wohl die Partnerin von Slalom-Königin Mikaela Shiffrin sein. Und am Donnerstag steht mit dem Super-G das letzte Speedrennen an. (ram)
