Trump motzt über Bad-Bunny-Show am Super Bowl: «Widerlich»
Latin-Superstar Bad Bunny hat die Halbzeitpause des Super Bowls in eine riesige Tanzparty verwandelt. Politische Botschaften platzierte der 31-Jährige aus Puerto Rico dezent. Er fokussierte auf die Vermittlung von positiven Gefühlen wie Harmonie, Solidarität oder Einigkeit bei seiner Show. So liess er während des Finales der nordamerikanischen Footballliga NFL zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots im kalifornischen Santa Clara Fahnenträger auftreten, die neben der Flagge der USA auch die von vielen anderen Ländern des Doppelkontinents Amerika präsentierten.
Ausserdem hielt Bad Bunny einen Football mit der Aufschrift «Gemeinsam sind wir Amerika» in die Kamera, sagte «God bless America» (Gott segne Amerika) und zählte neben den USA zahlreiche lateinamerikanische Länder auf. Im Hintergrund leuchtete auf einer Leinwand der Schriftzug:
Nicht unerwartet konnte der US-Präsident mit Bad Bunnys Botschaft wenig anfangen. Der Künstler kritisiert die Politik der aktuellen US-Regierung, insbesondere die umstrittenen Abschiebungen durch die ICE-Behörde, regelmässig. Trump bezeichnete die Show auf seiner Plattform Truth Social umgehend als «absolut schrecklich». Überhaupt werde die Show der «Grossartigkeit Amerikas» nicht gerecht, schrieb der Republikaner.
«Niemand versteht ein Wort von dem, was dieser Typ sagt, und die Tänze sind widerlich, insbesondere für kleine Kinder, die in den gesamten USA und auf der ganzen Welt zuschauen. Diese »Show« ist einfach ein »Schlag ins Gesicht« unseres Landes, das jeden Tag neue Massstäbe und Rekorde setzt», so der US-Präsident.
Ein ganzer Cast mit Migrationshintergrund
Bad Bunny hatte eine der aufwendigsten Halbzeitshows der Footballgeschichte zusammengestellt, die starke Bilder lieferte. Dazu hatte er ein Staraufgebot auf die Bühne geholt. Lady Gaga und Ricky Martin waren Teil der Show. Unter anderem waren auch der Schauspieler Pedro Pascal, Cardi B und Jessica Alba in Cameo-Auzftritten zu sehen. Auch die Boxer Emiliano Vargas und Xander Zayas traten auf.
Daneben waren fast ausschliesslich Statisten mit hispanischem Migrationshintergrund zu sehen. Feldarbeiter beim Schneiden von Mais oder Zuckerrohr, einfache Berufe, von Friseuren über Imbissbetreiber bis zu kleinen Gemischtwarenläden, wurden szenisch dargestellt.
Trump sah darin eine «Beleidigung für die Grösse Amerikas». «Diese chaotische Halbzeitshow hat nichts Inspirierendes an sich und wird von den Fake-News-Medien grossartig bewertet werden, weil sie keine Ahnung haben, was in der REALEN WELT vor sich geht», so der 79-Jährige bei Truth Social.
Bad Bunny: «Für mein Volk, für meine Kultur»
Bad Bunny sang ausschliesslich auf Spanisch – ein Novum für die traditionsreiche Halbzeitshow. Trump kam anders als beim vergangenen Mal nicht zum Super Bowl und hatte Bad Bunny bereits vor dem Finale beleidigt.
Der Künstler, dessen Musik Reggaeton mit afrokaribischen und puerto-ricanischen Musikstilen verbindet, hatte im Vorfeld betont, sein Auftritt sei «für mein Volk, meine Kultur und unsere Geschichte». Unter anderem sang er eines der politischsten Lieder seines aktuellen Albums: «Lo que paso con Hawaii» (Was mit Hawaii geschehen ist). Darin kritisiert er die kulturelle Übernahme der Inselkette Hawaii durch die USA, die 1898 – zur gleichen Zeit wie Puerto Rico – unter die Herrschaft der Vereinigten Staaten geriet.
Der Auftritt beim Super Bowl gilt als grösste Showbühne des Jahres. Mit mehr als 100 Millionen Zuschauern allein in den USA sind die Halbzeitshows oft ebenso populär wie das eigentliche Spiel und längst zu einem eigenen Kulturphänomen geworden.
Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- espn.com: Bad Bunny's Super Bowl LX halftime show makes waves on social media
- Trump on Truth Social

