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Kobane trotzt seit 100 Tagen der Belagerung durch den IS
quelle: ap/ap / jake simkin
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Nach dem Sieg der Kurden

Tote, Flüchtlinge, Luftschläge: Die Schlacht um Kobane in Zahlen



133 Tage

Die Schlacht um Kobane dauerte mehr als vier Monate: Am 15. September 2014 begannen Einheiten des Islamischen Staates (IS) ihre Offensive gegen die strategisch wichtige kurdische Stadt in Syrien. Am 26. Januar 2015 verkündigten die Kurden, Kobane aus den Händen der Dschihadisten befreit zu haben. Nur am Rande der Stadt würden noch einige Extremisten kämpfen.

90 Prozent

Die USA bestätigen inzwischen, dass die Kurden die Überhand haben, sie erklären den Kampf um Kobane aber nicht für beendet. Gegner des IS würden 90 Prozent der Stadt kontrollieren, erklärte das US-Verteidigungsministerium in einem Statement.

Die Dschihadisten haben immer noch einen Grossteil der umliegenden Gebiete in ihrer Gewalt. Und sie warten offenbar auf ihre Chance. In einem Interview mit n-tv.de sagt der Kurden-Sprecher Idriss Nassan: 

«Die Terroristen haben die Stadt nicht aufgegeben. Sie glauben, dass sie Kobane eines Tages doch noch erobern können – vor allem, wenn die Luftangriffe der Allianz nachlassen sollten.»

1600 Tote

Konservativen Schätzungen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge sind bei den Kämpfen rund 1600 Menschen getötet worden: Mindestens 500 Kurden und 1200 IS-Kämpfer – der Grossteil bei Luftschlägen. Andere Schätzungen gehen von bis zu doppelt so vielen Toten aus.

600 Luftschläge

Eine von den USA angeführte internationale Koalition hat seit dem 23. September 2014 über 2000 Luftschläge gegen den Islamischen Staat geflogen. Mehr als 600 davon auf Ziele in und um Kobane, berichtet das US-Magazin Mother Jones.

Neben den Extremisten wurden bei den Luftschlägen auch mindestens 56 Zivilisten getötet, darunter acht Kinder und fünf Frauen. Dies berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

epa04538778 (FILE) A file picture dated 23 October 2014 of onlookers watching an explosion following an alleged airstrike carried out by the international anti-Islamic State (IS) coalition as part of operation Inherent Resolve on the Syrian town of Kobane, from the Turkish side of the border, near Suruc district, Sanliurfa, Turkey. On 23 December 2014, 100 days have passed since the Islamic State militant group started attemps to capture the town of Kobane in northern Syria since mid-September. Kobane is strategically situated in northern Syria close to the Turkish border. To Syrian Kurds, the town is a symbol of resistance and pride.  EPA/SEDAT SUNA *** Local Caption *** 51654251

Freie Sicht auf einen Luftschlag von der türkischen Grenze aus. Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

300'000 bis 400'000 Flüchtlinge

Ein Jahr lang versuchte der Islamische Staat, Kobane einzunehmen, und scheiterte immer wieder an den Volksverteidigungseinheiten. Bis Mitte 2014 war die Bevölkerung Kobanes von 54'000 auf über 100'000 angewachsen: Kurden aus den umliegenden Gebieten, die Zuflucht suchten. 

Nach dem Beginn der Offensive auf Kobane im September flüchteten schliesslich Hunderttausende in die Türkei.

A Turkish soldier stands guard as Syrian Kurdish refugees wait behind the border fences to cross into Turkey near the southeastern town of Suruc in Sanliurfa province September 27, 2014. Turkish troops could be used to help set up a secure zone in Syria, if there was an international agreement to establish such a haven for refugees fleeing Islamic State fighters, President Tayyip Erdogan said in comments published on Saturday. Militants still held their positions around 10 kilometres west of Kobane inside Syria, the Reuters witness said, with Kurdish positions the last line of defence between the fighters and the town. Kobane sits on a road linking north and northwestern Syria and Kurdish control of the town has prevented Islamic State fighters from consolidating their gains, although their advance has caused more than 150,000 Kurds to flee to Turkey since last week. REUTERS/Murad Sezer (TURKEY - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT SOCIETY IMMIGRATION MILITARY)

Flüchtlinge an der türkisch-syrischen Grenze. Bild: MURAD SEZER/REUTERS

50 Prozent in Trümmern

Die Zerstörung in Kobane ist verheerend. «Mindestens die Hälfte der Stadt ist Zerstört», sagt Kurden-Sprecher Nassan. Deswegen können die meisten Flüchtlinge auch noch nicht zurückkehren.

«Es gibt keinen Strom und kein Trinkwasser, keine Medikamente und keine Krankenhäuser. Bevor die Leute zurückkehren können, brauchen wir dringend einen humanitären Korridor.»

Idriss Nassan

This Wednesday, Nov. 19, 2014 photo shows what remains in Kobani, Syria after fighting between Islamic State militants, Kurdish fighters and US-led airstrikes. Here, Kurdish fighters backed by small numbers of Iraqi peshmerga forces and Syrian rebels, are battling what they see as an existential battle against the militants who swept into their town in mid-September as part of a summer blitz that saw the group seize large chunks of territory in Syria and neighboring Iraq.(AP Photo/Jake Simkin)

Arg mitgenommen: Kobane. Bild: Jake Simkin/AP/KEYSTONE

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Die Kurden feiern ihren Sieg
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