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Ukraine

epa04387863 Curtains wave out from broken windows in a school in Kominternovo village near Mariupol, Ukraine, 06 September 2014. A ceasefire in eastern Ukraine was largely holding although militant separatists and the government accused each other of violating the truce. Ukrainian President Petro Poroshenko and his Russian counterpart Vladimir Putin agree that the ceasefire in eastern Ukraine is holding, Poroshenko's office says. In a telephone conversation, Poroshenko and Putin discussed steps to ensure the ceasefire holds permanently.  EPA/ANATOLY MALTSEV

Zerstörung in Mariupol: Die Bevölkerung leidet stark unter dem Konflikt in der Ostukraine. Bild: ANATOLY MALTSEV/EPA/KEYSTONE

Hüben wie drüben: Amnesty bezichtigt Ukraine-Konfliktparteien der Kriegsverbrechen



Im Ukraine-Konflikt begehen nach Meinung von Amnesty International Kämpfer aller Konfliktparteien Kriegsverbrechen. Alle Seiten in diesem Konflikt missachteten das Leben von Zivilisten und verletzten eklatant ihre internationalen Verpflichtungen.

Salil Shetty, Secretary General of Amnesty International, poses for the photographers with a copy of a global report on the use of torture, following its launch in London, Monday, May 12, 2014. According to the organisation, the report exposes how, 30 years on from the introduction of the 1984 Convention Against Torture, more than a hundred states continue to torture – with an range of tools, methods and reasons. (AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Amnesty-Chef Sali Shetty. Bild: Lefteris Pitarakis/AP/KEYSTONE

Die Menschenrechtsorganisation habe auch Beweise dafür, dass Russland den Konflikt anheize, und zwar sowohl durch Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine als auch durch direktes Eingreifen. Dies teilte AI-Generalsekretär Salil Shetty am Sonntag mit. 

Satellitenbilder bewiesen, dass Russland unmittelbar in den Konflikt eingreife, hiess es weiter. Sie zeigten unter anderem die Aufstellung neuer, nach Westen gerichteter Geschütze innerhalb der ukrainischen Grenze zwischen dem 13. und dem 29. August.

Diese Satellitenbilder in Verbindung mit Berichten über russische Truppen auf ukrainischem Boden liessen keinen Zweifel daran, dass dies nun ein internationaler bewaffneter Konflikt sei, sagte Shetty. Der Kreml hat mehrfach bestritten, an den Kämpfen in der Ukraine beteiligt zu sein.

epa04372456 A handout satellite image dated 23 August 2014, provided by DigitalGlobe and made available to media by NATO on 28 August 2014 showing what NATO says are self-propelled artillery inside Ukraine, at the time the image was made. NATO has released satellite images 28 August 2014 backing up its claim that Russian combat forces are engaging in military operations in Ukraine.

Satellitenbilder sollen Stellungen in der Ukraine zeigen. Bild: EPA/NATO / DIGITALGLOBE

Geiseln getötet

Amnesty-Helfer hätten in der Ostukraine Beweise für willkürlichen Beschuss, Entführungen, Folter und Morde gesammelt. Sie hätten mit Augenzeugen gesprochen, die vor Kämpfen bei Donezk, Kramatorsk, Lugansk und anderen Orten geflohen waren.

Die Zivilisten berichteten laut Amnesty, dass die ukrainische Armee ihre Wohnorte heftig unter Beschuss genommen hätten. Diese Angriffe seien offenbar wahllos gewesen und könnten Kriegsverbrechen sein, teilte Amnesty mit. Zeugen berichteten ausserdem, separatistische Kämpfer hätten ihre Nachbarn entführt, gefoltert und umgebracht.

«Ohne eine sorgfältige und unabhängige Untersuchung besteht das Risiko, dass die Ukrainer über Generationen unter den Narben dieses Kriegs leiden.»

Salil Shetty, Amnesty International

Einwohner von Slawjansk erzählten etwa, dass Separatisten einen Pfarrer, zwei seiner Söhne und zwei Kirchgänger in ihre Gewalt gebracht und 50'000 Dollar Lösegeld gefordert hätten. Als die Gemeinde das Geld zusammen hatte, hätten die Entführer alle Geiseln bereits getötet gehabt.

Andere Berichte, die Amnesty als glaubhaft einstuft, beschuldigten freiwillige bewaffnete Gruppen aufseiten der ukrainischen Armee, Menschen zu verschleppen und zu schlagen. «Zivilisten in der Ukraine verdienen Schutz und Gerechtigkeit», sagte Shetty. «Ohne eine sorgfältige und unabhängige Untersuchung besteht das Risiko, dass die Ukrainer über Generationen unter den Narben dieses Kriegs leiden.» (kad/sda/dpa)

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