Homosexualität
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Emma Marrone representing Italy at the Eurovision Song Contest with her song

Nein, Italiens Emma Marrone macht nicht auf Miley. Nö. Bild: SCANPIX DENMARK

13 Songs, die Sie gehört haben müssen

Die «Brutstätte sexueller Perversion»: Darum wird der Eurovision Song Contest 2014 grossartig

Die bärtige Kim Kardashian aus Österreich, der Schweizer Mumford-Klon und weitere Songs, auf die Sie in Kopenhagen ein Auge haben sollten. 



Bühnennebel, Feuer, Windmaschinen, hektische Lichtshows, noch hektischere Tanzeinlagen, fragwürdige Frisuren und Drama, Baby, Drama: Das alles wird der Eurovision Song Contest 2014 bieten. In Hülle und Fülle. Gibt es Songs, die bereits im Vorfeld aus dem Morast von Power-Balladen und Hurts-Pop-Klonen herausstechen?

Legen wir doch gleich los mit dem Schweizer Effort, einem Tessiner Herrn, der sich Sebalter nennt: 

Die Schweiz will mit also mit einem Mumford-and-Sons-Klonexperiment beim paneuropäischen Publikum punkten – hübsch, mit wohligem Pfeif-Refrain. Und Gilets. 

Mumford & Sons: «Hopeless Wonderer» Video: YouTube/MumfordAndSonsVEVO

Wie bei vielen Teilnehmern, erkennt man nicht, in welcher Sprache da gesungen wird. Das ist vielleicht auch besser so, denn schlägt man die Texte nach, stellt man fest, dass «Hunter of Stars» wohl der einzige Lovesong der Welt ist, der die Begriffe «candidate» und «option» in der Eröffnungszeile vorweist. Und die Zeile «Like an evil satellite, twisting the truth then leaving us alone» ist ebenfalls reichlich ungewöhnlich.  

Doch laut Insidern vor Ort (gleich: so sagt es die Blogosphäre) sollen Sebalter und seine Kumpanen eine gute Figur bei den Proben gemacht haben. Ob das genügt, um den bis dato desaströsen ESC-Leumund der Schweiz vergessen zu machen?

Übrigens: Die Mumford-Masche haben auch andere drauf. Lettland etwa ... 

... oder Malta ... 

... oder die Niederlande ... 

..., womit die Schweiz eine realistische Chance hat, sich abermals unter «ferner liefen» und «et cetera» einzureihen. Solider Durchschnitt eben.  

Da zieht unser Nachbarland Österreich ganz andere Register. Kein Auftritt wird im Vorfeld des Wettbewerbs kontroverser diskutiert als die bärtige Kim Kardashian aus der Steiermark: Conchita Wurst:

Am Gesang gibts nichts zu rütteln, die Bond-mässige Power-Ballade ist klassischer ESC-Stoff und der Wiedererkennungswert sucht seinesgleichen. Tom Neuwirth, so heisst die Dame Conchita bürgerlich, hat das Zeug zum Favoriten.

Doch im Osten regt sich Widerstand. In Russland, Weissrussland und der Ukraine wurden mit beträchtlichem Erfolg Petitionen lanciert, welche die Disqualifikation Conchitas fordern – oder zumindest die Zensur ihres Auftritts in der nationalen Live-Berichterstattung. Der Grund: «Der beliebte internationale Wettbewerb, den unsere Kinder schauen werden, ist zu einer Brutstätte sexueller Perversion verkommen», so der Wortlaut.  

Ist Conchita zu exotisch für den ESC-Mainstream? Von wegen: Israel gewann 1998 mit einer Drag-Queen, die allerdings ohne Bart antrat, und Finnland 2006 mit einer Monster-Truppe, die mit Bart obsiegte. Und Conchitas Song ist besser als beide.

Russland also, das sich derart Sorgen um zarte Kinder-Gemüter macht, schickt gleich zwei Minderjährige ins Rennen: die Tolmachevy-Zwillinge, ehemalige Gewinner von «Junior Eurovision». 

«Shine» ist genau so, wie man sich einen klassischen Eurovision-Song vorstellt: beliebig. Genügt dies, um Resteuropa zu überzeugen? Wohl kaum.

Viel spannender ist die Frage, wie Russland in der direkten Konkurrenz zur Ukraine abschneidet. Die Krisen-Republik schickt eine ehrgeizige junge Dame namens Mariya Yaremchuk nach Kopenhagen, die etwas Michael-Jackson-Look mit Maroon-5-Sound kombiniert. «Tick Tock» könnte durchsetzungsfähiger sein, als vielleicht angenommen. 

Übrigens: Die Krim wird als Teil der Ukraine abstimmen, da das Telefonnetz ukrainisch ist.

Ein Auge sollten Sie ebenfalls auf den ungarischen Beitrag werfen: Das Land, das politisch vermehrt auf Nationalismus und Folklore setzt, schickt einen schwarzen Amerikaner mit einem Drum’n’Bass-Track über Kindesmisshandlung ins Rennen, dessen Botschaft mit Ausdruckstanz ausgedrückt wird. 

Das Erstaunlichste daran: Es funktioniert als Performance sogar. Zumindest macht Kallay Saunders auf der Bühne Eindruck.

Ganz anders geht Polen vor. In einem Anflug von panslawischem Stolz besingen Donatan und Cleo die Vorzüge slawischer Frauen und liefern einen Videoclip dazu ab, der unangenehm an die «Josephine Mutzenbacher»-Softsexfilme der 70er erinnert. Zumindest die etwas älteren Familienväter Europas werden beeindruckt sein. 

Griechenland geht derweil der Frage nach, wie man einen lüpfigen Rap-Sommerhit auf der Bühne am besten inszeniert. Die Antwort: mit einem Trampolin!  

Georgien liefert die Antithese zu Griechenland. Lüpfig? Nein danke! Eingängig? Bitte nicht! Dafür ganze 30 Sekunden Gejodel ausgerechnet am Anfang des Songs, zahlreiche Takt-Änderungen und Prog-Rock-Instrumental-Breaks.  

Weissrussland ist alleine deshalb bemerkenswert, weil es exemplarisch für die Angewohnheit steht, vergangene Trends nachhecheln zu müssen. Teo versucht offenbar, Robin Thicke zu sein. Er scheitert. 

Bleibt noch die Frage, ob die Big Five was zu bieten haben. Das sind die grössten Eurovisions-Geldgeber, die sich deswegen nicht in den Halbfinals behaupten müssen. Grossbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich darf man getrost übersehen. Aber die Italienerin Emma Marrone, die hat was. 

Vermutlich wird der Song wenig Chancen haben, da er vielleicht etwas «zu Italienisch» ist. Und ohnehin werden wie jedes Jahr zahlreiche Stimmen über eine «Ostmafia» maulen, die sich gegenseitig Stimmen zuschanzt. Doch alleine schon angesichts der zwölf oben erwähnten Titel – und es sind noch 26 weitere im Rennen – wird Eurovision 2014 ein grosser Spass

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mxvds 06.05.2014 18:33
    Highlight Highlight schaue den ESC seit Jahren nicht mehr trotzdem finde ich es immer wieder gut mal in die Songs zu hören. Der Beitrag von Österreich hat mich richtig positiv überascht. Vom toleranz Gedanke abgesehen finde ich es einer der besten Songs. Sie singt ja nicht "werdet Transsexuell"... sondern aus der "Asche zum Phoenix" (was ja eine schöne Metafer ist). Ich habe lieber eine Conchita Wurst die meinen Kinder vermittelt so zu sein wie man sich fühlt und sich nicht zu verleugnen als eine Miley Cyrus die sich halbnackt einen Stoffinger zwischen die Beine schiebt.
  • JayAge 06.05.2014 14:50
    Highlight Highlight Österreich und Italien sind diese Mal wirklich stark aufgestellt. Polen punktet mit einem eingängigem Refrain. Sebalters "Hunter for Stars" hingegen ist gesanglich der schwächste Schweizer Beitrag seit Jahren.
  • mrgoku 06.05.2014 11:21
    Highlight Highlight Was für ein unnötiger Wettbewerb... lol

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