International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mit 33 Jahren zum zweiten Mal Kanzler: Kurz wieder an der Spitze



epa08110164 Leader of Austrian People's Party (OeVP) Sebastian Kurz (L) arrives for the swearing-in of the new coalition government between Austrian People's Party (OeVP) and the Green Party at the presidential office of the Hofburg Palace in Vienna, Austria, 07 January 2020. The OeVP and Green parties have formed the new coalition government after holding coalition negotiations talks after the general elections in September 2019.  EPA/FLORIAN WIESER

Sebastian Kurz Bild: EPA

In Österreich ist die erste Bundesregierung aus konservativer ÖVP und Grünen nun offiziell im Amt. Das Kabinett mit dem 33 Jahre alten Sebastian Kurz als Kanzler an der Spitze ist so jung und so weiblich wie noch nie.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen vereidigte am Dienstag in der Wiener Hofburg das Regierungsteam mit insgesamt 17 Mitgliedern. Das Staatsoberhaupt mahnte die Regierung, auch mit ihren Kritikern im Gespräch zu bleiben.

Die Regierung solle «zügig, ruhig und gewissenhaft» an die Arbeit gehen und sich besonders um das Vertrauen der Bürger kümmern. «Dieses Vertrauen der Bürger ist nicht selbstverständlich», meinte Van der Bellen.

Für Kurz ist es bereits die zweite Kanzlerschaft. Knapp 18 Monate war er an der Spitze einer Koalition mit der rechten FPÖ, die im Mai 2019 an der Ibiza-Affäre zerbrach. Das Interesse auch im Ausland an der neuen Koalition ist gross. Ein Bündnis von Konservativen und Grünen gilt auch jenseits der Alpenrepublik als mögliches Modell.

Grüne Umweltministerin

epa08110195 Austrian Chancellor and leader of Austrian People's Party (OeVP) Sebastian Kurz (C), Austrian Vice Chancellor and leader of the Green Party, Werner Kogler (C-L) and Austrian President Alexander Van der Bellen (C-R) pose with ministers for photographs during the swearing-in of the new coalition government between Austrian People's Party (OeVP) and the Green Party at the presidential office of the Hofburg Palace in Vienna, Austria, 07 January 2020. The OeVP and Green parties have formed the new coalition government after holding coalition negotiations talks after the general elections in September 2019.  EPA/FLORIAN WIESER

Sebastian Kurz und das neue Kabinett Bild: EPA

Die ÖVP stellt entsprechend dem Wahlergebnis vom September die meisten Minister. Dem Kabinett gehört mit der 35-jährigen Justizministerin Alma Zadic (Grüne), einer gebürtigen Bosnierin, erstmals eine Ministerin mit Migrations-Hintergrund an. Mit Leonore Gewessler, der ehemaligen Geschäftsführerin der Umweltorganisation Global 2000, leitet eine Grüne auch das Umweltressort.

epa08110199 Minister for Women and Labour  Affiairs Christine Aschbacher (OeVP) (L), Austrian Justice Minister Alma Zadic (Green Party) (C) and Austrian State Secretary for Environment  Magnus Brunner (OeVP) (R) during the swearing-in of the new coalition government between Austrian People's Party (OeVP) and the Green Party at the presidential office of the Hofburg Palace in Vienna, Austria, 07 January 2020. The OeVP and Green parties have formed the new coalition government after holding coalition negotiations talks after the general elections in September 2019.  EPA/FLORIAN WIESER

Alma Zadic (in rot) Bild: EPA

An der Spitze eines Ministeriums für Integration steht die 35-jährige Juristin Susanne Raab (ÖVP). Auch das Verteidigungsministerium ist mit Klaudia Tanner (ÖVP) in Frauenhand. Parteiloser Bildungsminister ist erneut der gebürtige Düsseldorfer Heinz Fassmann.

Aus dem übergangsweise installierten Beamtenkabinett unter Kanzlerin Brigitte Bierlein bleibt als einziger Minister Alexander Schallenberg als Aussenminister im Amt.

Koalition der Wahlgewinner

ÖVP und Grüne hatten bei der Nationalratswahl Ende September jeweils deutliche Zugewinne erzielt. Die Grünen schafften mit einem Stimmenzuwachs von rund 10 Prozentpunkten den Wiedereinzug in das österreichische Parlament und kamen auf 13.9 Prozent. Die ÖVP kletterte auf 37.5 Prozent.

In mehrwöchigen Verhandlungen verständigten sich die Parteien auf ein rund 300-seitiges Regierungsprogramm. Zu den wesentlichen Zielen der Koalition zählen der Klimaschutz mit Milliarden-Investitionen, der Kampf gegen die illegale Migration, die Senkung von Steuern und ein ausgeglichener Haushalt.

Kurz hat Erfahrung im Beenden von Koalitionen. Als neuer ÖVP-Chef zog er 2017 einen Schlussstrich unter das damalige SPÖ-ÖVP-Bündnis. 2019 rief er nach der Ibiza-Affäre von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache Neuwahlen aus. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Kanzler Sebastian Kurz und seine Regierung sind gestürzt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

17
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Caissa15 07.01.2020 23:47
    Highlight Highlight
    Herr Kurz hat mich enttäuscht, eine Koalition mit den Grünen ist zwar das allerletzte, aber die Zeit wird zeigen , was der wiedergewählte Kanzler daraus.......

    aber (zum Glück? ) Österreich hat nie den Migrationspakt der UN unterschrieben!
  • Bravo 07.01.2020 21:57
    Highlight Highlight Die grösste Verliererin in Österreich: Diese selbstverliebte SP-Chefin, die Kurz gestürzt hatte.
  • rudolf_k 07.01.2020 21:44
    Highlight Highlight „ Dem Kabinett gehört mit der 35-jährigen Justizministerin Alma Zadic (Grüne), einer gebürtigen Bosnierin, erstmals eine Ministerin mit Migrations-Hintergrund an.“ - eure Definition von ‚Migrations-Hintergrund‘ würde mich ja mal interessieren...
    • Levi Vodica 08.01.2020 05:37
      Highlight Highlight Sie ist in Bosnien geboren und kam mit 10 Jahren nach Österreich. Mehr Migrationshintergrund geht nicht.
  • weissauchnicht 07.01.2020 18:15
    Highlight Highlight In Österreich gewinnen die Grünen die Wahlen, erreichen 13,9% Wähleranteil und erhalten in Folge 5 von 17 Ministerposten. Die FPÖ fliegt aus der Regierung raus.

    In der Schweiz gewinnen die Grünen die Wahlen, erreichen 13,2% Wähleranteil und das Parlament sorgt sich um die Stabilität des Landes, wenn ein FDP-Bundesrat ohne Leistungsausweis durch eine Grüne ersetzt würde.

    Und wir lachen über die Österreicher?
  • Stambuoch 07.01.2020 17:54
    Highlight Highlight Lustig: Bei Kurz ist das Alter für die Kommentierenden immer ein Angriffspunkt. Bei einer gleichaltrigen (linken) Premierministerin aus Finnland wird dies gefeiert.
    Sagt das wohl mehr über die Kommendierenden aus, als über die Gewählten. Die Mehrheit der Wahlbevölkerung hat die Partei dieser jungen Menschen zur Nummer 1 gemacht und diesen somit einen klaren Auftrag gegeben. Das gilt es zu akzeptieren. Wer danach immer das Alter ins Felde führt, begeht in meinen Augen eine Altersdiskriminierung. Das Alter sagt nichts über das Können aus.
    • Hoci 08.01.2020 03:48
      Highlight Highlight Es sagt aber etwas über die Erfahrung und das "kulturelle" Umfeld aus. Die Älteren sind in einer anderen Welt gross geworden.
      Ich denle an Krieg, social networks und die digitale Welt, den Hunger, jalten Krieg, Naivität, Überschätzung und nochmals fehlende Erfahrung, gute oder schlechte, hinderliche oder Weise machende.
  • Stambuoch 07.01.2020 17:48
    Highlight Highlight Lustig: Bei ihm wird das Alter als Kritikpunkt genommen und immer wieder darauf hingewiesen.
    Aber wenn in Finnland eine Gleichaltrige das gleiche Amt bekleidet, sind alle begeistert.
    Liegt es wohl an der parteipolitischen Ausrichtung der so kommentierenden Leute, dass sie diese Verhaltensweise an den Tag legen?
    Für mich ist klar: Bestimmt das Wahlvolk in freien Wahlen eine Person, welche ein solch jugendliches Alter hat, dann hat man das so zu akzeptieren und sollte aufhören, auf dem Alter herumzureiten. Auch das kann man als Diskriminierung auslegen, wenn man das Alter als Argument braucht.
  • Zecke 07.01.2020 17:31
    Highlight Highlight Schade... Beinahe konnte man dieses Land ernst nehmen.
  • Noach 07.01.2020 17:22
    Highlight Highlight Bin begeistert und wünsche Herr Kurz und seinem Kabinett alles Gute!!
  • Natürlich 07.01.2020 16:50
    Highlight Highlight Gratulation!
  • Team Insomnia 07.01.2020 16:49
    Highlight Highlight Der wirkt auf mich wie ein Schleimbeutel. So geschleckt. Wie Köppel. Ekelhaft.
  • Eifach öpis 07.01.2020 15:56
    Highlight Highlight Hoffentlich nur kurz😬
    • Wendy Testaburger 07.01.2020 16:07
      Highlight Highlight Was für ein geiler Kommentar😂
    • P. Silie 07.01.2020 19:32
      Highlight Highlight @ Eifach öpis: "Hoffentlich nur kurz😬"


      👏 Man gratuliert ganz 'kurz' zu Ihrem äusserst geistreichen Kommentar!
    • Eifach öpis 08.01.2020 06:47
      Highlight Highlight Kürzlich wollte ich nur kurz meinen Arbeitstag einwenig kurzweiliger gestalten und hab kurzerhand diesen kurzen Kommentar verfasst. Dass Sie so eine kurze Zündschnur haben und sich deswegen kurzerhand zu dieser kurzen und Antwort voller Sarkasmus entschliessen, konnte ich nicht ahnen. Mein Tag wurde dadurch aber tatsächlich kurzweiliger, also Danke😉
    Weitere Antworten anzeigen

Analyse

Die SwissCovid-App hat bereits über 1,85 Millionen Downloads – doch die EU blockt

Das Bundesamt für Gesundheit gibt sich trotz stagnierender Nutzerzahlen optimistisch. Und auch von der technischen «Front» gibt es positive Neuigkeiten. Hingegen lässt die EU-Kommission die Schweiz auflaufen.

Im Nachhinein ist man immer klüger.

Das gilt speziell auch für ein neuartiges IT-Grossprojekt wie die Schweizer Corona-Warn-App, SwissCovid.

Auch Deutschland hat eine solche Tracing-App, die wie das Schweizer Pendant auf technischen Schnittstellen aufbaut, die Apple und Google in ihre mobilen Betriebssysteme iOS (iPhone) und Android implementiert haben.

Die Deutschen konnten trotz turbulenter Anfangsphase ihre App früher in die App-Stores bringen als die Schweizer. Und sie haben sich im Gegensatz …

Artikel lesen
Link zum Artikel