International
Afghanistan

Taliban misshandeln Journalisten

Taliban misshandeln Journalisten, die über Frauenproteste berichten

08.09.2021, 14:1408.09.2021, 14:14

Die militant-islamistischen Taliban haben mindestens zwei Journalisten in der afghanischen Hauptstadt körperlich misshandelt.

Zaki Daryabi, Herausgeber der bekannten, afghanischen Tageszeitung Etilaatroz, twitterte am Mittwoch Videos und Bilder, die zeigen, wie seine Journalisten nach den Misshandlungen durch die Taliban gestützt werden müssen . Im Gesicht und am Kopf von zwei Journalisten seien Dutzende Abdrücke von Kabeln und Peitschen zu sehen, schrieb Daryabi. Man habe die Kollegen schwach und in einem Zustand der Lethargie ins Büro gebracht. Auf einem Video ist zu sehen, dass ein Journalist nicht mehr selbst laufen kann, auf einem anderen ein weiterer Journalist, der kaum noch sprechen kann.

Daryabi teilte zudem ein Bild, auf dem ein Rücken mit schweren Verletzungen zu sehen ist und kommentierte es mit den Worten: «Das ist nur ein kleiner Teil dessen, was Taliban Journalisten von Etilatrus antaten.»

Journalisten wollten über einen Frauenprotest berichten

Rund zwei Stunden zuvor hatte Daryabi auf Twitter mitgeteilt, dass fünf seiner Mitarbeiter, darunter der Chefredakteur, von der Taliban festgenommen worden seien, als sie über einen Frauenprotest berichten wollten.

epa09452991 Afghans hold placards shouting anti-Pakistan slogans during a protest in Kabul, Afghanistan, 07 September 2021.The demonstrations began after Ahmad Massoud, leading the National Resistance ...
07. September 2021: Afghanische Frauen protestieren in den Strassen von Kabul gegen eine angebliche Unterstützung der Taliban durch Pakistan.Bild: keystone

Die grössten lokalen TV-Sender haben bereits am Mittwoch die Berichterstattung über die seit drei Tagen infolge andauernden Proteste in Kabul eingestellt. Denn am Dienstag hatten die Taliban eine Gruppe von Reportern und Kameramännern für mehrere Stunden festgenommen, nachdem sie über den Protest in Kabul berichteten. Die Journalisten äusserten sich nicht öffentlich dazu, was während ihrer Festnahme passiert war.

Ebenfalls am Mittwoch schrieb ein Reporter der «Los Angeles Times» auf Twitter, dass er und sein Fotograf von den Taliban herumgeschubst worden seien, als sie versuchten, über einen Frauenprotest in Kabul zu berichten.

Die Taliban äusserten sich bisher nicht zu den Vorfällen. (yam/sda/dpa)

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