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Äthiopien kündigt sofortige Waffenruhe in der Provinz Tigray an

Äthiopien kündigt sofortige Waffenruhe in der Provinz Tigray an

28.06.2021, 20:5628.06.2021, 21:06
A fighter loyal to the Tigray People's Liberation Front mans a guard post on the outskirts of the town of Hawzen, then-controlled by the group, in the Tigray region of northern Ethiopia, on Frida ...
Ein Kämpfer der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF).Bild: keystone

Nach monatelanger Gewalt hat die äthiopische Regierung eine Waffenruhe in der umkämpften nördlichen Region Tigray angekündigt. Die Feuerpause solle ab sofort gelten, hiess es in einer Mitteillung am Montagabend. Zuvor hatte sich bereits die Übergangsregierung in Mekelle, der Hauptstadt Tigrays, für eine Waffenruhe ausgesprochen.

Die Ankündigung kam für viele Beobachter überraschend. Nach nicht offiziell bestätigten Berichten auf Twitter sollen Repräsentanten der äthiopischen Zentralregierung überstürzt die Stadt verlassen haben. Berichten zufolge haben Rebellen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) bereits Positionen in der Stadt eingenommen. Eine unabhängige Überprüfung der Berichte war zurzeit nicht möglich.

Die äthiopische Regierung gab an, die Feuerpause solle es Bauern in Tigray ermöglichen, ihre Felder zu bestellen, und humanitären Organisationen erlauben, ungehindert in Tigray zu arbeiten. Die Waffenruhe soll zunächst bis zum Ende der Erntesaison gelten.

UN-Generalsekretär António Guterres telefonierte nach Angaben der Vereinten Nationen mit Ministerpräsident Abiy Ahmed. Guterres liess danach mitteilen, dass er auf ein Ende der Kämpfe hoffe. Die Situation in Tigray sei «äusserst besorgniserregend».

Die Regierung in Addis Abeba hatte im November eine Militäroffensive gegen die TPLF begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region im Norden Äthiopiens an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Inzwischen sind weitere Akteure beteiligt, darunter eritreische Truppen und Milizen. Hunderttausende Menschen in Tigray sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, allerdings hatten Hilfsorganisationen wegen der Sicherheitslage und bürokratischer Hürden lange keinen vollen Zugang zu allen Notleidenden. (sda/dpa)

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