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Gotland: Schweden will Bastion gegen Putin und Russland errichten

Ostsee mit Gotland.
Google Maps von Europa. Mitten drin: Ostsee mit Gotland.Bild: Screensho: Google Maps

Gotland: Schweden will Bastion gegen Putin und Russland errichten

Mitten in der Ostsee rüstet die Nato auf. Die Insel Gotland soll Russland abschrecken – und könnte im Ernstfall über einen möglichen Kriegsausgang entscheiden.
01.06.2026, 22:4901.06.2026, 22:49
Tobias Schibilla / t-online
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Die Insel Gotland wirkt auf den ersten Blick idyllisch. Mittelalterliche Gassen und lange, flache Küstenabschnitte prägen die Landschaft des Eilands. Doch aus Sicht der Nato ist Gotland zu einem strategischen Brennpunkt in der Ostsee geworden – auch, weil die Insel nur 300 Kilometer von der stark militarisierten russischen Exklave Kaliningrad entfernt liegt. Deshalb baut Schweden, zu dem Gotland gehört, die Insel seit Jahren mithilfe der Nato-Alliierten zu einer militärischen Bastion aus, die einem möglichen russischen Angriff standhalten können soll.

Auf Gotland geht es allerdings nicht mehr nur um den Schutz vor klassischen Militärangriffen. Behörden und Sicherheitsdienste beobachten seit Monaten eine Reihe mutmasslicher hybrider Bedrohungen: Schäden an der kritischen Infrastruktur, ein beschädigtes Unterseekabel und die Störung von Funkverbindungen, die zeitweise sowohl den Flugverkehr als auch die Arbeit von Rettungsdiensten zum Erliegen brachten.

Wie ernst die Nato die Lage einschätzt, zeigte ein grossangelegtes Nato-Manöver in der vergangenen Woche. Rund 18'000 Soldaten aus 13 Ländern trainierten auf Gotland gemeinsam die Verteidigung gegen einen möglichen Angriff. Es war die erste Nato-Übung dieser Grössenordnung auf der Insel seit dem Beitritt Schwedens zum Militärbündnis im Jahr 2024.

Schweden baut Gotland zur Festung aus

Im Gespräch mit dem Magazin «Politico» erklärt der schwedische Militärexperte Niklas Granholm Gotland zum strategischen Dreh- und Angelpunkt bei der Verteidigung der Ostsee. Kampfflugzeuge könnten von Gotland aus innerhalb weniger Minuten jede Hauptstadt im Baltikum erreichen. Gleichzeitig liessen sich wichtige Seewege überwachen, über die Nato-Staaten im Krisenfall Verstärkung und Nachschub in die Region bringen würden.

Aus Sicht der Allianz ergibt sich daraus ein klares Szenario: Sollte Russland die Insel unter seine Kontrolle bringen und dort Luftabwehrsysteme stationieren, könnte die Nato ihre baltischen Mitglieder im Falle eines Angriffs durch Russland deutlich schwerer auf dem Luft- und Seeweg unterstützen. Hält die Nato Gotland, kann sie dafür die Bewegungsfreiheit der russischen Marine in der Ostsee erheblich einschränken.

Deshalb baut Schweden die Insel zur Festung aus. Nach dem Ende des Kalten Krieges war die militärische Präsenz auf Gotland stark reduziert worden. Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine hat die schwedische Regierung diesen Schritt allerdings rückgängig gemacht. Mehr als 200 Millionen Euro seien bereits in neue Infrastruktur geflossen, berichtet «Politico». Die Armee reaktivierte Luftabwehrstellungen und baute ein Panzerregiment auf Gotland auf.

Iris-T-Systeme sollen nach Gotland kommen

Der Kommandeur des Gotland-Regiments, Andreas Gustafsson, kündigte am Rande des Nato-Manövers laut «Politico» an, die Truppenstärke weiter zu erhöhen. Zu den derzeit rund 4'500 Soldaten auf der Insel sollen innerhalb eines Jahres weitere Kräfte hinzukommen. Auch zusätzliche Artilleriesysteme mit grösserer Reichweite stehen auf der Wunschliste der Streitkräfte. Ab 2028 sollen zudem moderne Iris-T-Luftabwehrsysteme auf Gotland stationiert werden.

Auf Gotland geht es allerdings nicht mehr nur um den Schutz vor klassischen Militärangriffen. Behörden und Sicherheitsdienste beobachten seit Monaten eine Reihe mutmasslicher hybrider Bedrohungen: Schäden an der kritischen Infrastruktur, ein beschädigtes Unterseekabel und die Störung von Funkverbindungen, die zeitweise sowohl den Flugverkehr als auch die Arbeit von Rettungsdiensten zum Erliegen brachten.

Der schwedische Generalstabschef Michael Claesson sieht darin ein bekanntes Muster russischer Einflussnahme. Ziel des Manövers sei es deshalb auch gewesen, Schwachstellen zu identifizieren und sie zu schliessen, schreibt «Politico». So will Schweden verhindern, dass Gotland im Fall eines Angriffs schnell in russische Hände fällt.

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