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IS-Angriff auf Küstenstadt: Uno schlägt Alarm nach Attacke in Mosambik



epa04231320  A Chinese soldier salutes the UN flag during a ceremony in Gao, Mali with UN-soldiers from the Netherlands, Bangladesh, China, Senegal and Chad, on Thursday 29 May 2014. On the International day of the blue helmet, all soldiers who have ever taken part in a UN-peace operation, are honoured or commemorated.  EPA/EVERT-JAN DANIELS

Bild: EPA/ANP

In Mosambik schlagen die Vereinten Nationen Alarm wegen der humanitären Lage nach den tagelangen, schweren Kämpfen um eine Küstenstadt an der Grenze zu Tansania.

«Obwohl die Situation wegen eines Kommunikations-Blackouts nur schwer zu verifizieren ist, gibt es Berichte über Dutzende Zivilisten, die bei den Kämpfen getötet worden sein sollen, während Tausende andere versuchen, sichere Regionen zu erreichen», teilte das UN-Nothilfebüro Ocha am Montagabend mit. Die Kämpfe in Palma dauerten nach offiziell nur schwer überprüfbaren Berichten weiter an.

Der Konflikt erschwere die ohnehin schon angespannte Lage in einer Region, wo mehr als 1.3 Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steckt nach eigenen Angaben hinter der gross angelegten Attacke auf die Küstenstadt Palma. In einem am Montag verbreiteten Bekennerschreiben hiess es, IS-Kämpfer hätten die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt übernommen und mehr als 55 mosambikanische Sicherheitskräfte getötet. Die Regierung in Maputo hatte am Wochenende von mindestens sieben Getöteten gesprochen, hält sich aber zurück mit offiziellen Angaben.

Seit Mittwoch wüten mehr als 100 Extremisten in dem Ort. Er befindet sich in der gasreichen Provinz Cabo Delgado im Nordosten Mosambiks, wo Frankreichs Energiekonzern Total an einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Flüssiggasprojekt beteiligt ist. Er hatte gut 1000 Mitarbeiter von einem benachbarten Ergasprojekt in Sicherheit gebracht.

In Cabo Delgado verüben islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk hat die Gewalt mehr als 530 000 Menschen vertrieben. Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm ist und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurde. (sda/dpa)

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