International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.


#PortesOuvertes: Hat der Hashtag Leben gerettet oder gefährdet? Das sagt sein Schöpfer

15.11.15, 05:11 15.11.15, 09:30

Der Pariser Journalist und Community-Manager Sylvain Lapoix hat kurz nach den ersten Anschlägen auf Twitter angeboten, Leute bei sich in der Wohnung aufzunehmen. Alle, die nicht wissen, wohin sie im allgemeinen Chaos hin sollen. Nachdem er gemerkt hatte, dass andere seinem Beispiel folgten, kreierte er den Hashtag #PortesOuvertes und kurz darauf fanden sich erste Karten auf Twitter, in denen User die Wohnungen und Häuser markierten, wo man sich über Nacht einquartieren konnte, wenn man gestrandet war. 

Such-Tweet

Angebot-Tweet

Die Anfeindungen liessen nicht auf sich warten. Aufgeregte Twitter-User warfen Lapoix vor, auch allfällig überlebende Terroristen zu den Unterschlüpfen zu leiten. 

Gegenüber Bento.de wehrt sich Lapoix gegen die Vorwürfe. «Ehrlich gesagt hatte ich nicht lange überlegt, bevor ich mit #PorteOuverte loslegte. Aber auch im Nachhinein bin ich überzeugt, dass es richtig war», sagt Lapoix. Er habe auch selbst in Tweets die Leute darauf hingewiesen, die Geolokalisierungs-Funktion von Twitter einzuschalten und keine Adressen oder Klarnamen öffentlich zu posten. 

Lapoix ist überzeugt, dass seine Aktion mehr genützt als geschadet hat: «Ich weiß zwar nicht, ob der Hashtag Menschenleben rettete. Aber ich weiß, dass Gestrandete Wohnungen fanden, in denen sie in Sicherheit waren und abwarten konnten, bis das größte Chaos vorbei war.» (thi)

Eine gewaltige Anschlagsserie erschüttert Paris

Dir gefällt diese Story? Dann teile sie bitte auf Facebook. Dankeschön!👍💕🐥

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Trittbrett-Fahrer: Wer Anonymous liken will, landet plötzlich bei Pegida. So geht's richtig

Flüchtlingshetze, rechtspopulistische Slogans und abenteuerliche Verschwörungstheorien: Auf einer vermeintlichen Anonymous-Page wird seit drei Jahren eine Weltsicht verbreitet, die so gar nichts mit den Idealen des Hackerkollektivs zu tun hat. Fast eine Million Likes hat die Facebook-Seite – Tausend aus der Schweiz. Was steckt dahinter?

Anonymous ist keine geschützte Bezeichnung, jeder kann sich auf Facebook oder Twitter einen entsprechenden Account einrichten, das Anonymous-Logo mit der Guy-Fawkes-Maske platzieren und sich als Teil des heterogenen Pulks geben. Genau das haben sich die Betreiber der Seite «Anonymous.Kollektiv» zunutze gemacht. Die Facebook-Seite verbreitet seit mehreren Jahren Informationen aus dem rechtspopulistischen Spektrum – alles unter dem Deckmantel des klingenden Namens. 

Während sich die …

Artikel lesen