Nach tödlicher IKEA-Messerattacke in Schweden wird Haftbefehl beantragt
Nach der Messerattacke in einem IKEA-Möbelhaus in Schweden mit zwei Toten hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen zwei Verdächtige beantragt. Ein 36 Jahre alter Mann soll wegen Mordes in Haft kommen, ein 23-Jähriger wird der Mithilfe verdächtigt.
Das teilte die Anklage am Donnerstag mit. Drei Tage zuvor waren eine 55-jährige Frau und ihr erwachsener Sohn in der Küchenabteilung einer IKEA-Filiale in Västerås erstochen worden. Kurz nach der Tat hatte die Polizei den jungen Mann festgenommen.
Der Ältere war schwerverletzt in ein Spital gekommen. Am Donnerstag sei er aufgewacht, berichtete das schwedische Fernsehen unter Berufung auf die Klinik.
Mutter und Sohn getötet
Bei dem Angreifer handelt es sich laut der Zeitung «Aftonbladet» um einen Flüchtling aus Eritrea, der nach Italien abgeschoben werden sollte. Laut der Onlineausgabe von «Aftonbladet» ist auf dem Video der Überwachungskameras zu sehen, wie der Asylbewerber in der Küchenabteilung von IKEA zwei Messer aus dem Regal an sich nimmt und wenige Sekunden später auf eine 55-Jährige und ihren 28 Jahre alten Sohn einsticht. Beide werden getötet.
Anschliessend stosse sich der Täter das Messer selbst in den Bauch, schreibt die Zeitung. Über sein Motiv gab es auch an Tag zwei nach der Tat keine offiziellen Angaben.
Nach der rätselhaften Attacke war am Montag ein zweiter Mann aus Eritrea festgenommen worden, der im selben Flüchtlingsheim wie der Täter untergebracht war. Die Staatsanwaltschaft teilte am Mittwoch mit, der Mann werde weiter festgehalten. Er bestreitet aber jede Verwicklung in die Tat.
Derweil hat die IKEA-Filiale in Västerås am Mittwoch wieder ihre Türen für Kunden geöffnet. «Aus Respekt vor den Mitarbeitern werden wir keine Messer verkaufen», sagte der Warenhaus-Leiter Mattias Johansson. (tat/sda/dpa/afp)
