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Sexuelle Übergriffe beim Magazin «Vice» – Opfer erhalten 170'000 Dollar

Das Jugendmagazin «Vice» behandelt oft kontroverse Themen wie Sex oder Drogen.
Das Jugendmagazin «Vice» behandelt oft kontroverse Themen wie Sex oder Drogen.Bild: EPA/DPA

Sexuelle Übergriffe bei «Vice» – Opfer erhalten 170'000 Dollar Entschädigung

25.12.2017, 10:3725.12.2017, 10:37

Mehr als 20 Frauen sind beim US-Medienunternehmen «Vice», das auch das gleichnamige Magazin herausgibt, Opfer oder Zeugin sexueller Übergriffe geworden. Das berichtete die «New York Times» am Samstag.

Für den Bericht hatte die Zeitung mehr als 100 derzeitige und frühere Mitarbeitende befragt und mehr als 100 Seiten Dokumente, SMS, E-Mails und andere Unterlagen untersucht. Aus diesen geht demnach auch hervor, dass «Vice» vier Betroffenen insgesamt mehr als 170'000 Dollar als Einigung zahlte.

«Jungs-Klub»

«Wir haben als Unternehmen von oben herab dabei versagt, einen sicheren und inklusiven Arbeitsplatz zu schaffen», teilte «Vice» zu dem Bericht mit. Das Unternehmen habe als «Jungs-Klub» eine Kultur von «unangemessenem Verhalten gefördert» und viele Menschen enttäuscht.

Im Zuge der «Times»-Recherchen und Enthüllungen über sexuelle Übergriffe in vergangenen Monaten habe «Vice» einen neuen Beirat geschaffen, in dem auch Frauenrechtlerin Gloria Steinem sitzt. Zudem seien drei Mitarbeiter gekündigt und Liebesbeziehungen zwischen Vorgesetzten und deren Mitarbeitenden verboten worden.

Sandra Miller, die von 2014 bis 2016 bei «Vice» arbeitete, wurde im Bericht der «New York Times» mit den Worten zitiert: «Es gibt ein giftiges Umfeld, in dem Männer die ekelerregendsten Dinge sagen und offen Witze über Sex machen können.» Frauen würden dort als deutlich minderwertig gegenüber Männern behandelt.

«Vice» wurde 1994 als Magazin im kanadischen Montreal gegründet und machte sich mit Berichten über kontroverse Themen zur Jugendkultur wie Drogen, Gewalt und Sex einen Namen. Heute ist das Unternehmen mit Sitz in New York weltweit unter anderem auch mit Filmprojekten und als Musiklabel aktiv. (sda/dpa)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ChiliForever
25.12.2017 10:52registriert November 2016
"Liebesbeziehungen zwischen Vorgesetzten und deren Mitarbeitenden verboten worden"
Ja, das macht natürlich Sinn und löst alle Probleme ... 😒
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Omegon
25.12.2017 11:48registriert Oktober 2015
... ausgerechnet bei dem Jugendmagazin, welches oft soche Dinge thematisiert hat...
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atomschlaf
25.12.2017 12:56registriert Juli 2015
Ausgerechnet dieses selbstgefällige, Wir-sind-bessere-Menschen-als-Ihr-SJW-Medium.
Ich lach' mich scheckig!
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