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Mourners carry the coffins of Serdil Cengiz and Siyar Salman during a funeral ceremony in the Kurdish dominated southeastern city of Diyarbakir, Turkey, December 15, 2015. According to local media, the two men were killed on Monday in Diyarbakir during a protest against the curfew in Sur district. REUTERS/Sertac Kayar

Trauerzug für zwei kurdische Männer, die bei der jüngsten Offensive des türkischen Staats ums Leben kamen. 
Bild: SERTAC KAYAR/REUTERS

Militäroffensive gegen Kurden: Im Südosten der Türkei herrschen offenbar dramatische Zustände



Als Folge einer Armeeoffensive in der kurdisch geprägten Südosttürkei ist die Lage der Bevölkerung nach Angaben von Augenzeugen dramatisch. Der Ort Silopi nahe der irakischen Grenze sei von Panzern eingekreist, sagte der Parlamentsabgeordnete der prokurdischen Oppositionspartei HDP, Ferhat Encü, der Nachrichtenagentur dpa am Montag am Telefon. Encü hält sich zurzeit in Silopi auf.

Die Stadt liege unter schwerem Mörserbeschuss, sagte er. «Uns erreichen Hilferufe von Menschen, die sagen, dass sie sich seit sieben Tagen im Keller verstecken und Hilfe brauchen.» In manchen Viertel gebe es keine intakten Häuser mehr, die Gebäude seien zerstört oder in Brand gesetzt worden.

«Uns erreichen Hilferufe von Menschen, die sagen, dass sie sich seit sieben Tagen im Keller verstecken und Hilfe brauchen»

Ferhat Encü, HDP-Abgeordneter

Schwere Gefechte in mehreren Regionen

Sicherheitskräfte durchsuchten ohne richterliche Anordnung Wohnungen. Leichen lägen auf der Strasse und könnten wegen der Kämpfe nicht abgeholt werden, berichtete Encü. Unabhängige Überprüfungen der Angaben sind in Gebieten unter Ausgangssperre nicht möglich.

Sicherheitskräfte gehen im Südosten der Türkei gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Die Konfliktparteien liefern sich schwere Gefechte. In mehreren Regionen wurden Ausgangssperren verhängt, darunter in den Orten Silopi, Cizre, Nusaybin und dem Viertel Sur in der Kurdenmetropole Diyarbakir.

Masked men throw petrol bombs towards police who used water cannons and teargas to disperse people protesting against security operations against Kurdish rebels in southeastern Turkey, in Istanbul, Sunday, Dec. 20, 2015. Security forces have killed more than 100 Kurdish rebels in last four days in southeast Turkey, news agencies' reports say. The government imposed curfews in the mainly Kurdish towns of Cizre and Silopi as the security forces battle militants linked to the Kurdistan Workers' Party, or PKK who have moved their fight for autonomy to some towns and city neighborhoods.(AP Photo/Omer Kuscu)

Militanter Protest in Istanbul gegen den türkischen Militäreinsatz im Südosten des Landes.
Bild: Omer Kuscu/AP/KEYSTONE

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, die Polizei habe am Montag in der Provinz Sirnak eine von HDP-Abgeordneten angeführten Protest gegen die Ausgangssperren aufgelöst und dabei Tränengas eingesetzt. (tat/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Komsomol 22.12.2015 09:07
    Highlight Highlight Wieso hat der Konflikt wieder angefangen?
    Als Vergeltung für den Anschlag von Suruç hat die PKK zwei Polizisten getötet. Sie sollen dem IS geholfen haben. Die Regierung ging darauf massiv auf die PKK und Kurden los.
    Viele Indizien weisen darauf hin, dass der türkische Staat den IS tatsächlich lange toleriert hat und Kontakte pflegt. Bei Anschlägen von IS auf Kurden hat die Regierung aber sofort der PKK die Schuld gegeben. Macht Sinn, oder? Es ist alleine Erdogan der den Konflikt angeheizt hat, um sich als starker Führer zu profilieren. EU muss schweigen, wegen der Flüchtlingskrise-Was tun?
  • kurdo62 22.12.2015 06:11
    Highlight Highlight Da werden nur Zivilisten umgebracht und vor 2tagen haben die türkische Polizei eine hoch schwangere Frau erschossen... Und zwischen den Polizisten sind IS kämpfer als Polizei bekleidet und terrorisieren unschuldige Menschen..
  • Dä Brändon 22.12.2015 00:49
    Highlight Highlight Und jetzt soll mir jemand noch sagen die meisten westlichen Medien seien nicht alle gesteuert. Aber schon ok, sollen sie weiter machen, sie graben sich ihre Gräber ganz schön tief.
  • karl_e 21.12.2015 23:49
    Highlight Highlight Die osmanischen Sultane von damals waren meist wesentlich humaner und nicht rassistisch wie ihre "fortschrittlichen" republikanischen Nachfolger von Atatürk bis Erdogan. Letzterer stellt sogar die diversen Militärdiktatoren in den Schatten, ganz zu schweigen von seinem Grössenwahn.
    Und solch ein Land ist Beitrittskandidat der EU.




  • Walter Sahli 21.12.2015 22:09
    Highlight Highlight "Sicherheitskräfte durchsuchten ohne richterliche Anordnung Wohnungen." Sicherheitskräfte? Übler Euphemismus!
  • Smart as hell 21.12.2015 21:32
    Highlight Highlight Jaja, und diese Türkei gehört ja, wie man hört, zu Europa genau wie Frankreich oder Spanien und ist darum selbstredend Beitrittskandidat in die EU. Eine Minute später wird dann ohne rot zu Erden von den Menschenrechten und von europäischen Werten gefaselt die es hochzuhalten gelte. Nicht zu fassen diese Heuchelei.

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