International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nach dem Beben steigt die Zahl der Opfer in Ecuador



Boys cry as he finds out that their sister has been killed in an earthquake in Pedernales, Ecuador, Sunday, April 17, 2016. The strongest earthquake to hit Ecuador in decades flattened buildings and buckled highways along its Pacific coast, sending the Andean nation into a state of emergency. (AP Photo/Dolores Ochoa)

Trauer: Zwei Jugendliche in Pedernales.
Bild: Dolores Ochoa/AP/KEYSTONE

Dem heftigen Erdbeben in Ecuador sind Hunderte Menschen zum Opfer gefallen. Auch am Tag danach waren die Folgen der Katastrophe noch schwer abzuschätzen: Nach Regierungsangaben starben mindestens 246 Menschen, 2527 wurden verletzt und hunderte gelten noch vermisst.

Das südamerikanische Land war am Wochenende von einem Beben der Stärke 7,8 heimgesucht worden. Die Erdstösse im Westen Ecuadors waren nach Regierungsangaben die schlimmsten seit 37 Jahren. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern, wie Vizepräsident Jorge Glas in einer vorläufigen Bilanz am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte. Die Rettungsarbeiten dauerten an. Hunderte Menschen galten noch als vermisst.

Staatschef Rafael Correa und Vizepräsident Glas reisten am Sonntag in die betroffenen Küstenregionen. Das Epizentrum des Bebens lag in der Provinz Esmeraldas. Auch die angrenzende Provinz Manabí erlitt schwere Schäden. Nach Angaben der Katastrophenbehörde SGR gab es mehr als 150 Nachbeben.

Im Ort Portoviejo in Manabí nutzten mehr als 100 Häftlinge die Lage, um aus dem beschädigten örtlichen Gefängnis auszubrechen, wie Justizministerin Ledy Zuñiga im Twitter schrieb. Etwa 30 seien danach wieder gefasst worden, andere seien freiwillig zurückgekehrt. Tausende Sicherheitskräfte waren in den Stunden nach dem Unglück in das Katastrophengebiet entsandt worden, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

ATTENTION EDITORS - VISUAL COVERAGE SCENES OF DEATHA police officer retrieves the body of a victim after an earthquake struck off Ecuador's Pacific coast, at Tarqui neighborhood in Manta April 17, 2016. REUTERS/Guillermo Granja TEMPLATE OUT

Rettungskräfte in Manta bergen einen Jungen.
Bild: GUILLERMO GRANJA/REUTERS

A woman cries as she stands next to house destroyed by the earthquake in the Pacific coastal town of Pedernales, Ecuador, Sunday, April 17, 2016. The strongest earthquake to hit Ecuador in decades flattened buildings and buckled highways along its Pacific coast, sending the Andean nation into a state of emergency. As rescue workers rushed in, officials said Sunday at least 77 people were killed, over 570 injured and the damage stretched for hundreds of miles to the capital and other major cities.(AP Photo/Dolores Ochoa)

Hinterbliebene in Pedernales.
Bild: Dolores Ochoa/AP/KEYSTONE

Schweiz schickt Experten

Aus vielen Regionen gab es Bilder von schweren Verwüstungen. Einem Bericht der Zeitung «El Comercio» zufolge war der Ort Pedernales in Manabí weitgehend zerstört. Viele Menschen suchten nach verschwundenen Angehörigen unter den Trümmern, hiess es. Länder aus der Region wie Mexiko, Kolumbien und Venezuela schickten Helfer in das Katastrophengebiet.

Die Schweiz hat ebenfalls drei Experten entsandt, welche die Bedürfnisse im Katastrophengebiet abklären sollen, wie das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte. Die Glückskette stellte zwei Millionen Franken aus einem permanenten Hilfsfonds für Lateinamerika zur Verfügung. In sechs Provinzen Ecuadors galt am Sonntag der Ausnahmezustand. Am Montag sollten nach Angaben der Zeitung «El Telégrafo» die Schulen in vielen Provinzen geschlossen bleiben.

Das Beben war unter anderem in der Hauptstadt Quito im Landesinneren zu spüren. Auch aus der Hafenmetropole Guayaquil wurden Tote und Schäden gemeldet. Ecuador gilt als besonders anfällig für Naturkatastrophen. Das Land liegt geografisch am sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Gürtel Hunderter aktiver Vulkane. Er ist etwa 40'000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Dort treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis verursachen.

Die schwersten Erdbeben seit 1900

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

«Sehr unfair und einseitig» – Trump attackiert Klimaabkommen bei G20-Gipfel

US-Präsident Donald Trump hat seinen vielleicht letzten öffentlichen Auftritt auf einer grossen internationalen Bühne zu einer Attacke auf das UN-Klimaabkommen genutzt. Als «sehr unfair und einseitig» bezeichnete er die von fast allen Staaten der Welt unterzeichnete Vereinbarung am Sonntag bei der G20-Videokonferenz. Ziel sei es gewesen, «die amerikanische Wirtschaft zu töten».

Die USA seien unter seiner Führung aus dem Abkommen ausgetreten, um nicht «Millionen amerikanischer Jobs und Billionen …

Artikel lesen
Link zum Artikel