Sri Lanka führt Vier-Tage-Woche ein – um Öl zu sparen
Sri Lanka reagiert auf drohende Energieengpässe mit drastischen Massnahmen. Künftig bleiben staatliche Einrichtungen mittwochs geschlossen, um Treibstoff zu sparen. Präsident Anura Kumara Dissanayake rief die Behörden zur Vorsorge auf. Man müsse sich «auf das Schlimmste vorbereiten», sagte er laut einem Bericht der britischen BBC bei einem Krisentreffen. Die zusätzliche Ruhezeit gilt demnach auch für Schulen und Universitäten, nicht jedoch für Einrichtungen der Grundversorgung wie Gesundheits- oder Einwanderungsbehörden.
Hintergrund ist die angespannte Lage auf dem globalen Energiemarkt. Seit dem militärischen Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran ist die Strasse von Hormus stark beeinträchtigt – eine der wichtigsten Transportrouten für Öl. Ein Grossteil der Lieferungen nach Asien verläuft über diese Meerenge.
Ölkrise hat Asien fest im Griff
Auch andere Länder in Asien versuchen, ihren Energieverbrauch zu senken. In Thailand wirbt die Regierung für leichtere Kleidung, um Klimaanlagen seltener zu nutzen. In Myanmar dürfen Privatfahrzeuge nur noch an bestimmten Tagen fahren. Bangladesch setzt auf geplante Stromabschaltungen, während auf den Philippinen Behörden vermehrt Heimarbeit anordnen und Dienstreisen einschränken. Vietnam ruft dazu auf, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und private Fahrten zu reduzieren.
In Sri Lanka gilt zusätzlich ein striktes Rationierungssystem für Treibstoff. Autofahrer müssen sich registrieren lassen und erhalten nur begrenzte Mengen Benzin. Die Massnahme knüpft an Regelungen aus der schweren Wirtschaftskrise im Jahr 2022 an. Damals bildeten sich teils kilometerlange Warteschlangen vor Tankstellen.

