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Taiwan's Democratic Progressive Party (DPP) Chairperson and presidential candidate Tsai Ing-wen talks to the media after casting her ballot at a polling station during general elections in New Taipei, Taiwan, January 16, 2016. REUTERS/Olivia Harris

Strahlende Siegerin: Tsai Ing-wen.
Bild: OLIVIA HARRIS/REUTERS

Tsai Ing-wen gewinnt Wahl in Taiwan – erstmals steht eine Frau an der Staatsspitze



Die Kandidatin der oppositionellen Fortschrittspartei DPP, Tsai Ing-wen, hat die Präsidentenwahl in Taiwan gewonnen. Ihr Herausforderer Eric Chu von der bisher regierenden Kuomintang gestand am Samstag seine Niederlage ein, die zu einer Krise mit China führen könnte.

Die DDP-Kandidatin kam auf weit mehr als 50 Prozent der Stimmen. Die 59-jährige Rechtsprofessorin wird damit die erste Präsidentin der demokratischen Inselrepublik.

Supporters of Democratic Progressive Party (DPP) Chairperson and presidential candidate Tsai Ing-wen react to preliminary election results at party headquarters in Taipei, Taiwan January 16, 2016. REUTERS/Damir Sagolj

Anhänger der Fortschrittspartei jubeln.
Bild: DAMIR SAGOLJ/REUTERS

Die bislang regierende Kuomintang, deren Politik als «china-freundlich» kritisiert worden war, erlitt eine verheerende Niederlage. In seiner Rede kündigte Chu seinen Rücktritt als Vorsitzender der Kuomintang an. Abgeschlagen lag auch der dritte Kandidat James Soong von der kleinen Volkspartei (PFP).

Der Wahlsieg der Vorsitzenden der Fortschrittspartei, die ihre Wurzeln in der Unabhängigkeitsbewegung hat, könnte Spannungen mit der Führung in Peking auslösen. Die Kommunisten betrachten Taiwan nur als abtrünnige Provinz und drohen mit einer gewaltsamen Rückeroberung.

Anders als ihr Vorgänger Ma Ying-jeou, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte, will die künftige Präsidentin eher auf Distanz zu Peking gehen und die Eigenständigkeit Taiwans betonen.

Ihre Fortschrittspartei führte auch bei der Auszählung der Stimmen für das Parlament vor der Kuomintang, die bisher immer die Mehrheit der Sitze inne gehabt hatte. Endgültige Ergebnisse lagen noch nicht vor.

Seit Jahrzehnten Spannungen

China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an.

Die Beziehungen verbesserten sich zwar deutlich, seit in Taiwan im Jahr 2008 die KMT an die Macht kam. Peking schliesst dennoch ein militärisches Vorgehen nicht aus, sollte sich Taiwan formell für unabhängig erklären. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 16.01.2016 21:23
    Highlight Highlight Viel Erfolg bei der anstehenden Arbeit. Ich hoffe, dass die Menschen auf Taiwan und die Bewohner des chinesischen Festlands einen Modus vivendi finden. Von der DPP erhoffe ich mir eine umweltfreundlichere Politik für diese schöne Insel (Verschmutzungen durch petrochemische Industrie, Probleme mit Atomkraftwerken, etc.) und auch mehr soziale Gerechtigkeit.
  • ferox77 16.01.2016 19:23
    Highlight Highlight Wenn die beiden Chinas sich akzeptieren und die Dinge entspannt laufen lassen, können sie viel Geld und Propaganda einsparen. Sie werden sich bestimmt weiter annähern, schliesslich sind Chinesen kluge Leute.
    Die weitere Annäherung zwischen Taiwan und China ist auch als netter Gruss an die EU zu verstehen. Dort wird die zunehmende Annäherung der beiden Länder bestimmt für schlechte Laune sorgen.
    Taiwan und China könnten für die Spratly-Inseln auch ein Joint-venture starten. Was dazu die EU wohl sagen würde?
  • MaskedGaijin 16.01.2016 15:20
    Highlight Highlight sehr gut! tsai ist übrigens das erste weibliche staatsoberhaupt asiens das nicht aus einer politiker dynastie kommt.
  • Laurens van Rooijen 16.01.2016 13:37
    Highlight Highlight Der (noch bis Mai) amtierende Präsident Ma Ying-jeou durfte nicht nur nicht mehr antreten. Seine Unterstützung im Volk lag zuletzt noch knapp über 10 Prozent. Der Herr war zutiefst unpopulär, und sein Treffen mit Xi Jinping in Singapur ein weiterer Beleg für eine elitäre Hinterzimmer-Politik, die sich nicht mit der lebendigen Demokratie in Taiwan verträgt.

    Der neu gewählten Präsidentin Tsai Ing-wen wünsche ich viel Erfolg - und den Autokraten in Peking einen kühlen Kopf. Sollte nach der kalten Dusche eigentlich kein Problem sein.

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