Ägyptisches Gericht verurteilt neun Muslimbrüder wegen Mord zum Tod – Menschenrechtler kritisieren den Prozess
Ein ägyptisches Gericht hat neun Mitglieder der islamistischen Muslimbruderschaft wegen Mordes zum Tode verurteilt. Die Richter sahen es am Montag als erwiesen an, dass die Angeklagten im Februar 2014 einen Polizisten getötet hatten.
Der Polizist habe das Haus eines der Richter bewacht, die den islamistischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi im April zu 20 Jahren Haft verurteilt hatten, berichtete das Staatsfernsehen am Montag. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.
Eine Nachrichtenseite der Muslimbrüder, die nach dem Sturz von Mursi 2013 zu Terroristen erklärt worden waren, vermeldete unter Berufung auf die Verteidiger der Verurteilten, diese seien nach dem Zufallsprinzip verhaftet und mit Folter zu Geständnissen gezwungen worden. Auch Menschenrechtsorganisationen hatten den Prozess kritisiert.
Ex-Präsident Mursi war im Juni in einem anderen Verfahren ebenfalls zum Tode verurteilt worden. Seit seinem Sturz bekamen auch Hunderte weitere Führer und Unterstützer der Bruderschaft vor Gericht die Todesstrafe. (jas/sda/dpa)
