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Schweres Erdbeben in Nepal
quelle: epa/epa / narendra shrestha
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Die erste Bilanz nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal – die Hilfe kommt kaum durch

Etwas mehr als eine Nacht und einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal gilt es, eine traurige Bilanz zu ziehen. Doch die Hilfe aus aller Welt rollt an.



Die Toten

epaselect epa04721199 Dead bodies are lined up after an earthquake struck Nepal, at Bir Hospital in Kathmandu, Nepal, 26 April 2015. Rescue workers in Nepal scoured through mounds of rubble for earthquake survivors as the country's official death toll climbed past 2,300 and new tremors sent shocked survivors scurrying outdoors. Nepal's Interior Ministry put the confirmed death toll from 7.8-magnitude tremor at 2,352, with most of the victims reported in the capital, Kathmandu.  EPA/NARENDRA SHRESTHA ATTENTION EDITORS: GRAPHIC CONTENT.

Tote werden beim Bir Hospital in Kathmandu notdürftig aufgebahrt. Bild: NARENDRA SHRESTHA/EPA/KEYSTONE

Allein in Nepal kamen beim stärksten Beben seit mehr als 80 Jahren über 3400 Personen ums Leben. Auch in Nordindien, Tibet und Bangladesch gab es Dutzende Tote. In Nordindien stieg die Zahl der Toten nach Behördenangaben auf 67, die chinesischen Behörden meldeten 18 Tote in Tibet und in Bangladesch kamen vier Personen ums Leben.

Am Mount Everest löste das Erdbeben eine Lawine aus. 18 Bergsteiger kamen bei ihrem Versuch, den höchsten Berg der Welt zu erklimmen, ums Leben. Unter ihnen befindet sich der Google-Ingenieur Dan Fredinburg, der an Kopfverletzungen starb.

Die Verletzten

epa04720944 An elderly woman receives medical treatment at the opens site of an hospital in Kathmandu, Nepal, 26 April 2015. More than 1,800 people were confirmed dead and many more were feared trapped under rubble on 25 April in Nepal's worst earthquake in more than 80 years. The official death toll from the magnitude-7.9 earthquake reached 1,805, the Home Ministry said. One official said that figure could triple. Saturday's quake flattened buildings across the country and razed many historic landmarks. It was also felt in China, Bangladesh and India, where more than 40 deaths were reported. Buildings in the ancient centre of Kathmandu were destroyed, leaving mounds of timber and rubble, local television reported.  EPA/NARENDRA SHRESTHA

Eine ältere Frau vor einem Spital in Kathmandu. Bild: NARENDRA SHRESTHA/EPA/KEYSTONE

Zuletzt gab das Innenministerium am Sonntagabend (Ortszeit) an, in Nepal seien über 6500 Personen verletzt worden. Am Mount Everest sind laut dem Präsidenten des ansässigen Bergsteigerverbandes, Ang Thsering Sherpa, 61 Personen verletzt worden. Hunderte Kletterer befinden sich noch am Berg. 

Rettungsaktion am Mount Everest

epa04721484 Climbers are resting among the debris of the Mount Everest base camp after an avalanche plowed through the base camp killing at least 18 people following the 7.9 magnitude earthquake in Nepal, 25 April 2015 (picture made available 26 April 2015). The avalanche that swept through parts of base camp is reported having had the combined force of two separate snowslides from different peaks.  EPA/AZIM AFIF Courtesy of Azim Afif

Bergsteiger im zerstörten Basislager am Mount Everest. Bild: AZIM AFIF/EPA/KEYSTONE

Am höchsten Berg der Welt fing gerade die Hochsaison der Höhenbergsteiger an, als das Erdbeben eine Lawine auslöste und das Basiscamp zerstörte. Das nepalesische Tourismusministerium geht davon aus, dass sich möglicherweise noch Hunderte Bergsteiger, darunter 400 Ausländer, im Basislager aufhielten oder bereits die Besteigung des höchsten Berges der Welt gestartet hatten. Am Sonntag wurde die erste Gruppe Überlebender vom Mount Everest nach Kathmandu geflogen.

Zerstörte Kulturgüter

Volunteers work to remove debris at the historic Dharahara tower, a city landmark, after an earthquake in Kathmandu, Nepal, Saturday, April 25, 2015. A strong magnitude-7.9 earthquake shook Nepal's capital and the densely populated Kathmandu Valley before noon Saturday, causing extensive damage with toppled walls and collapsed buildings, officials said. (AP Photo/ Niranjan Shrestha)

Der Dharahara-Turm fiel zusammen. Bild: Niranjan Shrestha/AP/KEYSTONE

Im Tal von Kathmandu befinden sich innerhalb weniger Kilometer sieben Weltkulturdenkmäler. Vier der sieben UNESCO-Stätten sind kunstvoll gebaute Tempel. Die drei anderen sind Paläste, die einst von Königsfamilien bewohnt wurden – auf dem Durbar-Platz in Kathmandu, dem Durbar-Platz in Bhaktapur und Durbar-Platz in Patan. Zu den Attraktionen in der nepalesischen Hauptstadt gehört der neunstöckige Dharahara-Turm. Der Turm fiel durch das Erdbeben in sich zusammen, nur noch wenige Meter ragt ein Gerüst in den Himmel. Auch auf dem Durbar-Platz in Kathmandu steht fast nichts mehr.

Hilfe rollt an

An Israeli soldier, a member of an aid delegation, prepares to board a flight to Nepal at Ben Gurion international airport near Tel Aviv, Israel April 26, 2015. Israel is sending to Nepal a multi-department medical facility consisting of medical staff, members of the IDF National Search and Rescue Unit and approximately 95 tons of humanitarian and medical supplies. An 7.9 magnitude earthquake struck the densely populated Kathmandu Valley on Saturday noon local time, killing more than 2,400 people and leaving tens of thousands without food, water or shelter. REUTERS/Baz Ratner

Israelische Soldaten fliegen nach Nepal.  Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Bereits am Samstag lief eine internationale Hilfswelle an. Sowohl umliegende Länder wie auch westliche Staaten, darunter die Schweiz, boten ihre Hilfe an und schickten erste Erkundungsteams in die Katastrophenregion. Mehrere Schweizer Hilfswerke stellten Geld für Nothilfe zur Verfügung. 

Nepalese policemen clear the debris at Basantapur Durbar Square, damaged in Saturday’s earthquake, in Kathmandu, Nepal, Sunday, April 26, 2015. The earthquake centered outside Kathmandu, the capital, was the worst to hit the South Asian nation in over 80 years. It destroyed swaths of the oldest neighborhoods of Kathmandu, and was strong enough to be felt all across parts of India, Bangladesh, China's region of Tibet and Pakistan.(AP Photo/Bernat Armangue)

Die Armee beim Aufräumen. Bild: Bernat Armangue/AP/KEYSTONE

Die USA kündigten an, es sollten Hilfsgelder in Höhe von einer Million Dollar für Nepal bereitgestellt werden. Die US-Entwicklungshilfebehörde USAID wolle ein Such- und Rettungsteam entsenden. US-Aussenminister John Kerry sagte, die Regierungen der USA und Nepals arbeiteten eng zusammen, um Abhilfe zu schaffen. 

Die EU sagte 3 Millionen Euro Hilfsgelder zu.

Die Regierung des nepalesischen Nachbarstaates Indien bereitete unterdessen bereits Hilfsflüge vor: Die indische Luftwaffe will mehrere Flugzeuge mit Nahrungsmitteln und Rettungsausrüstung nach Nepal schicken. Auch Spürhunde und Ärzte seien an Bord. 

Auch das pakistanische Militär wolle vier Transportflugzeuge mit Hilfsmitteln entsenden, teilte die Armee mit. An Bord der Maschinen seien ein Feldlazarett mit 30 Betten sowie Ärzte. Ausserdem werde ein Team des Militärs geschickt, das auf die Bergung von Opfern von Naturkatastrophen spezialisiert sei und Spürhunde mit sich führe.

Israel sandte medizinisches Personal, Erdbeben-Suchtrupps sowie 95 Tonnen Hilfsgüter.

Koordiniert wird die Hilfe für Nepal vom UNO-Büro zur Nothilfe-Koordinierung (OCHA). Hilfsflugzeuge aus aller Welt erreichten die Hauptstadt Kathmandu, unter anderem mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Kommunikationsgeräten.

Doch die Rettungs-Arbeiten sind schwierig: Nepal liegt eingequetscht zwischen Indien und China mitten im Himalaya - wegen der geografischen Lage kommt Hilfe nach dem Erdbeben nur schwer an. Derzeit nutzen viele Organisationen und Regierungen zwei Strassen aus Indien.

Eigentlich gebe es sieben Verbindungen zwischen den beiden Ländern, aber die meisten seien wegen des Bebens geschlossen worden, sagte ein Sprecher der zuständigen Transportbehörde. Die einzige Strasse nach China über den Zham-Pass sei durch einen Erdrutsch blockiert, berichtete die chinesische Agentur Xinhua.

Nepals einziger internationaler Flughafen wurde wegen der vielen Nachbeben in den vergangenen Tagen mehrfach geschlossen. Auch hatten Hilfsflüge und militärische Flüge Vorrang - deswegen mussten Linienflüge oft zahlreiche Schleifen fliegen, ehe sie landen durften.

abspielen

Dieses Video eines deutschen Kletterers zeigt, wie eine Lawine das Basecamp erfasst. youtube

(egg mit Material der sda)

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